Jahrgang 33, No. 7/2010(Juli)
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Allergologie
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Anaphylaxie
Editorial: Anaphylaxie – der Killer unter den Allergien
J. Ring
Abstract
Editorial: Anaphylaxie – der Killer unter den Allergien
J. Ring
Anaphylaxie
Epidemiologie der Anaphylaxie
M. Worm
Abstract
Allergologie, Jahrgang 33, Nr. 7/2010, S. 293–296
Epidemiologie der Anaphylaxie
M. Worm
Allergie-Centrum Charité, Klinik für Dermatologie und Allergologie, Charité Campus Mitte, Universitätsmedizin Berlin
Die Anaphylaxie tritt weltweit auf. Bislang liegen epidemiologische Daten primär aus industrialisierten Ländern wie den USA, Europa und Australien vor. Die häufigsten Auslöser der Anaphylaxie sind Nahrungsmittel, Insektengifte und Medikamente. Während Nahrungsmittel als Auslöser einer Anaphylaxie besonders häufig Kinder betreffen, sind Insektengifte und Arzneimittel je nach geografischer Lage die häufigsten Auslöser bei Erwachsenen. Die bislang erhobenen Daten zeigen, dass es bestimmte Risikogruppen gibt. Beispielsweise sind Kinder mit allergischem Asthma bronchiale und anderen atopischen Erkrankungen besonders betroffen, während bei Erwachsenen kardiovaskuläre Erkrankungen und die Einnahme von Herz-Kreislauf-Medikamenten wichtige Komorbiditäten der Anaphylaxie darstellen. Weitere Daten sind dringend erforderlich, um die aktuellen Trends, Auslöser und Risikoprofile der Patienten besser zu verstehen und darauf aufbauend Präventionsmaßnahmen zu entwickeln.Correspondence to:
Prof. Dr. med. Margitta Worm
Allergie-Centrum Charité
Klinik für Dermatologie und Allergologie
Charité Campus Mitte
Universitätsmedizin Berlin
Charitéplatz 1
D–10117 Berlin
Email: Margitta.Worm@charite.de
Anaphylaxie
Risikofaktoren bei Insektengiftallergie
F. Ruëff, J. Kroth und B. Przybilla
Anaphylaxis
Risk factors in Hymenoptera venom allergy
F. Ruëff, J. Kroth und B. Przybilla
Abstract
Allergologie, Jahrgang 33, Nr. 7/2010, S. 297–302
Risikofaktoren bei Insektengiftallergie
F. Ruëff, J. Kroth und B. Przybilla
AllergieZentrum, Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie, Ludwig-Maximilians-Universität, München
Die Kenntnis von Risikofaktoren bei Insektengiftallergie beeinflusst die Indikationsstellung zur spezifischen Immuntherapie (SIT) mit Insektengift und allgemeine therapeutische Gesichtspunkte bei Insektengiftallergie. Risikofaktoren für eine schwere systemische anaphylaktische Reaktion (SAR) bei Hymenopterenstich sind frühere leichtere Stichreaktionen, Stiche durch Wespen, erhöhte basale Serumtryptasekonzentration (bSTK), Mastozytose, höheres Alter, ACE-Hemmer und männliches Geschlecht. Der stärkste Risikofaktor für SAR bei SIT ist die Behandlung mit Bienengift, weiter zu nennen sind bSTK, Mastozytose, insektengiftspezifische IgE-Antikörper im Serum und schnelle Dosissteigerung. Versagen der SIT ist häufiger bei Patienten mit Bienengiftallergie, bei schlecht vertragener SIT und bei Mastozytose; nur bei Patienten mit Wespengiftallergie auch eine erhöhte bSTK. Bis auf das Absetzen von Arzneimitteln (ACE-Hemmer) sowie die Wahl des Dosissteigerungsschemas und der Erhaltungsdosis können Risiken bei Patienten mit Insektengiftallergie kaum beeinflusst werden. Bei Patienten mit einem besonderen Risiko für ein Therapieversagen bzw. im Falle eines Therapieversagens sollte die SIT von vornherein mit einer erhöhten Erhaltungsdosis durchgeführt werden, meist sind 200 mg ausreichend.Correspondence to:
PD Dr. med. Franziska Ruëff
AllergieZentrum
Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie
Ludwig-Maximilians-Universität
Frauenlobstraße 9 – 11
D–80337 München
Email: Franziska.Rueff@med.uni-muenchen.de
Abstract
Allergologie, Jahrgang 33, Nr. 7/2010, S. 297–302
Risk factors in Hymenoptera venom allergy
F. Ruëff, J. Kroth und B. Przybilla
AllergieZentrum, Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie, Ludwig-Maximilians-Universität, München
Risk factors should be part of the decision, of which patient should be offered venom immunotherapy (VIT) and how VIT should be performed. Risk factors for a severe systemic anaphylactic reaction (SAR) after a Hymenoptera field sting include a preceding less severe sting reaction, a wasp sting, an increased baseline serum tryptase concentration (BSTC), mastocytosis, older age, ACE inhibitor medication, and male gender. During VIT, treatment with honey bee venom is the most important risk factor for a SAR. Further risk factors include a high BSTC (for vespid VIT only), presence of venom specific IgE in serum, any antihypertensive medication during therapy, and an ultra-rush protocol for build-up. Treatment failure is more common in patients suffering from honey bee venom allergy, high BSTC (for vespid VIT only) or mastocytosis, and in those who had experienced side effects during VIT. Besides discontinuing antihypertensive medication or switching to a moderate type of dose increase during build-up, little can be done to minimize the risks associated with VIT. Increasing the maintenance dose may improve the efficacy of VIT. In patients with a particularly high risk for treatment failure, or in case of treatment failure, VIT should include an increased maintenance dose right from the beginning. Usually, 200 mg will be sufficient.Correspondence to:
PD Dr. med. Franziska Ruëff
AllergieZentrum
Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie
Ludwig-Maximilians-Universität
Frauenlobstraße 9 – 11
D–80337 München
Email: Franziska.Rueff@med.uni-muenchen.de
Anaphylaxie
Neue Leitlinien zur kardiopulmonalen Reanimation
R. Zanner und G. Schneider
Abstract
Allergologie, Jahrgang 33, Nr. 7/2010, S. 303–308
Neue Leitlinien zur kardiopulmonalen Reanimation
R. Zanner und G. Schneider
Klinik für Anaesthesiologie, Klinikum rechts der Isar, Technische Universität München
Kaum ein medizinischer Ablauf ist so standardisiert wie die kardiopulmonale Reanimation (CPR). Bereits 1974 publizierte die American Heart Association (AHA) erste Standards für die CPR [1]. Trotz Anpassung der in der Folge publizierten und immer wieder aktualisierten Leitlinien an neue Forschungsergebnisse und intensiver Aus- und Fortbildung von Laienhelfern sowie medizinischem Fachpersonal ist die Überlebensrate bei plötzlichem Herz-Kreislauf-Stillstand nach wie vor gering. Ursächlich hierfür sind fehlende Handlungsbereitschaft bei Notfallzeugen, mangelhafte Qualität der durchgeführten Reanimationsmaßnahmen sowie eine ungezielte Therapie in der Phase nach primär erfolgreicher Reanimation. Deshalb wurde bei den neuen Leitlinien größter Wert darauf gelegt, das Erlernen und Behalten der Maßnahmen durch Vereinfachung zu erleichtern, die “No-Flow-Time”, in der es zu keiner Zirkulation des Blutes kommt, zu minimieren sowie die neuesten Erkenntnisse über die Behandlung in der Postreanimationsphase zu implementieren.Correspondence to:
Dr. med. R. Zanner
Klinik für Anaesthesiologie
Klinikum rechts der Isar
Technische Universität München
Ismaninger Straße 22
D–81675 München
Email: Robert.Zanner@lrz.tum.de
Anaphylaxie
Akuttherapie anaphylaktischer Reaktionen
K. Brockow und J. Ring
Abstract
Allergologie, Jahrgang 33, Nr. 7/2010, S. 309–316
Akuttherapie anaphylaktischer Reaktionen
K. Brockow und J. Ring
Zentrum Allergie und Umwelt, Helmholtz-Zentrum/TUM und Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein, Technische Universität München
Anaphylaxie, der Notfall einer allergischen Reaktion, ist die Maximalvariante der allergischen Sofortreaktion, die generalisiert auftritt und den ganzen Organismus erfassen kann. Schon ein Insektenstich oder eine Erdnuss kann ausreichen, eine lebensbedrohliche Reaktion herbeizuführen. Die Therapiemaßnahmen anaphylaktischer Reaktionen richten sich nach der Anamnese (z.B. auslösendes Agens und zeitlicher Verlauf) und dem klinischen Befund (Erscheinungsbild und Schweregrad). Ein Algorithmus zur Behandlung der Anaphylaxie in Abhängigkeit vom Schweregrad wurde kürzlich in einer Leitlinie publiziert. Die sofortige Unterbrechung des Allergenkontakts, geeignete Lagerung und schnelle Einleitung der Notfalltherapie kann Leben retten. Adrenalin ist unumstritten das Mittel der Wahl bei schwerer und progredienter Anaphylaxie. Häufiger finden sich jedoch leichte Reaktionen, bei denen allein die Überwachung des Patienten in Kombination mit Antihistaminika und Glukokortikosteroiden ausreicht. In der Behandlung der Anaphylaxie im Kindesalter sind die besonderen Dosierungen zu berücksichtigen. Jeder Patient, der eine Anaphylaxie erlitten hat, muss ausreichend allergologisch abgeklärt und über die wesentlichen Verhaltensmaßregeln aufgeklärt werden, die zur Prophylaxe und Behandlung von anaphylaktischen Reaktionen geeignet sind. Die Kenntnis der Symptome, deren sofortige Therapie sowie die Erfahrung bezüglich möglicher Komplikationen und ständige Notfallbereitschaft liefern die Grundlage zum erfolgreichen Management der Anaphylaxie.Correspondence to:
PD Dr. med. K. Brockow
Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein
Technische Universität München
Biedersteiner Straße 29
D–80802 München
Email: knut.brockow@lrz.tum.de
Anaphylaxie
Anaphylaxie: Was Patienten über die lebensgefährliche Erkrankung wissen sollten
S. Schnadt und O. Pfaar
Abstract
Allergologie, Jahrgang 33, Nr. 7/2010, S. 317–327
Anaphylaxie: Was Patienten über die lebensgefährliche Erkrankung wissen sollten
S. Schnadt1 und O. Pfaar2
1Deutscher Allergie- und Asthmabund, Mönchengladbach, 2HNO-Universitätsklinik Mannheim, Zentrum für Rhinologie und Allergologie, Wiesbaden
Patienten, die eine schwere allergische Reaktion (Anaphylaxie) erleiden oder ein erhöhtes Risiko für eine anaphylaktische Reaktion aufweisen, haben eine stark eingeschränkte Lebensqualität und bedürfen einer besonderen Aufklärung und einer intensiven Betreuung. Ziel des vorliegenden Artikels ist es, den allergologisch tätigen Ärzten eine Orientierungshilfe für die Beratung von Patienten mit einem Anaphylaxie-Risiko zu geben. Ein besonderer Stellenwert wird gelegt auf die Prävention erneuter anaphylaktischer Reaktionen durch verschiedene Karenzmaßnahmen und deren alltagstaugliche Umsetzung. Ferner wird ein suffizientes Notfallmanagement vorgestellt: Dies beinhaltet eine umfassende Aufklärung unter Einbeziehung des Umfelds der betroffenen Patienten sowohl zum adäquaten Verhalten im Notfall selbst, als auch zu Maßnahmen im Vorfeld, um bestmöglich für einen Notfall gerüstet zu sein. Übungen zur symptomgerechten Verabreichung der Medikamente des Notfallsets sowie praktische Hilfsmittel und Schulungen für eine praxisorientierte Anwendung der Maßnahmen dienen dazu, dem betroffenen Patienten mehr Sicherheit im Umgang mit der lebensbedrohlichen Erkrankung zu geben.Correspondence to:
PD Dr. med. O. Pfaar
HNO-Universitätsklinik Mannheim
Zentrum für Rhinologie und Allergologie
An den Quellen 10
D-65189 Wiesbaden
Email: oliver.pfaar@hno-wiesbaden.de