Jahrgang 32, No. 10/2009(Oktober)
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Allergologie
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Editorial
Allergologie im Wandel
Th. Werfel
Übersicht
Die Klassifizierung der pflanzlichen Nahrungsmittelallergene
H. Breiteneder
Abstract
H. Breiteneder
Institut für Pathophysiologie, Medizinische Universität Wien
Proteine können aufgrund ihrer evolutionären Verwandtschaft in Familien und Superfamilien zusammengefasst werden. Diese Verwandtschaft manifestiert sich in den Ähnlichkeiten der Proteinsequenzen (Pfam-Datenbank) und -strukturen (SCOP-Datenbank). Die AllFam-Datenbank klassifiziert alle Allergene nach ihrer Zugehörigkeit zu Proteinfamilien. Allergene finden sich in nur 2% der mehr als 10.000 bekannten Proteinfamilien. So gehören 65% aller pflanzlichen Nahrungsmittelallergene zu nur 4 Superfamilien/Familien. Eine von ihnen, die Bet v 1-Superfamilie, enthält über 5.600 Sequenzen von über 1.200 Arten, wobei die wenigsten dieser Proteine als Allergene bekannt sind.Correspondence to:
Univ. Prof. Dr. H. Breiteneder
Institut für Pathophysiologie
Medizinische Universität Wien
Währinger Gürtel 18 – 20
A-1090 Wien
Email: heimo.breiteneder@meduniwien.ac.at
Leitlinie
S3-Leitlinie Allergieprävention – Update 2009
C. Muche-Borowski, M. Kopp, I. Reese, H. Sitter, T. Werfel und T. Schäfer und weitere Mitglieder der Konsensusgruppe Allergieprävention: K. Beyer, F. Friedrichs, E. Hamelmann, M. Hellermann, J. Huss-Marp, A. Kleinheinz*, S. Lau
Abstract
C. Muche-Borowski1, M. Kopp2, I. Reese3, H. Sitter4, T. Werfel5 und T. Schäfer6 und weitere Mitglieder der Konsensusgruppe Allergieprävention: K. Beyer7, F. Friedrichs8, E. Hamelmann9, M. Hellermann10, J. Huss-Marp11, A. Kleinheinz12*, S. Lau13,
1Institut für Sozialmedizin, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, 2Zentrum für Kinderheilkunde und Jugendmedizin, Universitätsklinikum Freiburg (DGKJ), 3Ernährungsberatung und -therapie, Schwerpunkt Allergologie, München (AK-Diätetik in der Allergologie), 4Institut für theoretische Chirurgie, Universität Marburg (AWMF), 5Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Venerologie, Medizinische Hochschule Hannover (DGAKI), 6Ratekau (DDG), 7Allergiezentrum Charité, Klinik für Pädiatrie mit Schwerpunkt Pneumologie und Immunologie, Berlin (GPA), 8Kinderarztpraxis Laurensberg (BV Kinder- und Jugendärzte), 9Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der Ruhr-Universität Bochum im St. Josef-Hospital (DGAKI, Sektion Pädiatrie), 10Therapie Schwelmer Modell GmbH, Schwelm, 11Zentrum Allergie und Umwelt, München, 12Elbe Klinikum Buxtehude, Dermatologisches Zentrum (ADP), 13Allergiezentrum Charité, Klinik für Pädiatrie mit Schwerpunkt Pneumologie und Immunologie, Berlin (PINA), 14Pädiatrische Pneumologie und Allergologie, Kinderklinik der Universität zu Köln(GPA), 15HNO-Klinik, Universitätsklinikum Münster (DGHNOKHC), 16Kinderumwelt GmbH, Osnabrück, 17Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V, Mönchengladbach (DAAB), 18HNO-Praxis, Grevesmühlen (BV HNO-Ärzte)
Die weitere Zunahme allergischer Erkrankungen in westlichen Industrienationen macht eine evidenzbasierte Primärprävention wichtig. Die Empfehlungen der 2004 veröffentlichten S3-Leitlinie Allergieprävention wurden auf der Basis einer aktuellen systematischen Literatursuche überarbeitet und konsentiert. Die Evidenzsuche erfolgte für den Zeitraum Februar 2003 – Mai 2008 in den elektronischen Datenbanken Cochrane und MEDLINE, sowie in den Referenzlisten von aktuellen Übersichtsarbeiten und durch Expertenanschreiben. Die aufgefundene Literatur wurde in zwei Filterprozessen zunächst nach Titel und Zusammenfassung und die verbliebenen Arbeiten im Volltext auf Relevanz hin überprüft. Für eingeschlossene Studien wurden Evidenzgrade vergeben und die Studienqualität im Sinne des Verzerrungspotentials (niedrig/hoch) angegeben. Die überarbeiteten Empfehlungen wurden unter Beteiligung von Vertretern relevanter Fachgesellschaften und (Selbsthilfe-)Organisationen formal konsentiert (nominaler Gruppenprozess). Von 4.556 Nennungen wurden 217 Studien (4 Cochrane Reviews, 14 Metaanalysen, 19 RCTs, 115 Kohorten- und 35 Fall-Kontroll-Studien) eingeschlossen und bewertet. Im wesentlichen unverändert blieben die Empfehlungen zur Vermeidung der Tabakrauchexposition, zum Stillen über 4 Monate (bei Risikokindern alternativ hypoallergene Säuglingsnahrung), der Vermeidung eines schimmelpilzfördernden Innenraumklimas, der Impfung nach Empfehlungen der STIKO und der Vermeidung felltragender Tiere (insbesondere Katzen) bei Risikokindern. Die Empfehlung zur Reduktion des Hausstaubmilbengehalts wurde als primärpräventive Maßnahme gestrichen. Eine Verzögerung der Beikosteinführung und eine Meidung potenter Nahrungsmittelallergene zur Primärprävention können aufgrund fehlender Belege nicht empfohlen werden. Neu aufgenommen wurden die Empfehlungen zum Fischkonsum (in Schwangerschaft/Stillzeit und als Beikost), zur Vermeidung von Übergewicht und zur Minimierung der Exposition gegenüber Luftschadstoffen im Innen- und Außenraum. Die Überarbeitung der Leitlinie auf einer umfangreichen Evidenzgrundlage führte sowohl zu einer Bestätigung bestehender Empfehlungen als auch zu wesentlichen Modifikationen sowie zu neuen Em- pfehlungen. Die Aktualisierung der Leitlinie ermöglicht es, evidenzbasierte und aktuelle Präventionsempfehlungen zu geben.Correspondence to:
Dr. hum. biol. Cathleen Muche-Borowski, MPH
Schwenckestraße 60
D-20255 Hamburg
Email: cathleen.borowski@gmx.de
Nachruf
In memoriam: Prof. Dr. med. Dr. h. c. Hans Schadewaldt
W. Jorde
17. Bad Saarower Herbsttagung, 14. November 2009 (Tagungsthema: Seltene und neue Allergene)
Editorial
D. Stiller
Erweiterte Abstracts
Pollenflug in Mitteleuropa unter dem Einfluss des Klimawandels
A. Grätz
Erweiterte Abstracts
Allergieforschung im Klimawandel – gesundheitliche Gefahren durch Ambrosiapollen?
H. Behrendt
Erweiterte Abstracts
Ragweed-Allergie in Brandenburg
H.-J. Lüdcke
Erweiterte Abstracts
Allergien durch Schimmelpilze – Ergebnisse aus epidemiologischen, umweltmedizinischen und interventionellen Studien
O. Herbarth
Erweiterte Abstracts
Sind Schimmelpilze im Outdoor-Bereich relevante Inhalationsallergene?
U. Rabe
Erweiterte Abstracts
Vorratsmilben und ihre allergologische Bedeutung für die Landwirtschaft
H. Müsken
Erweiterte Abstracts
Neue und seltene Berufsallergene
M. Raulf-Heimsoth, I. Sander, S. Kespohl und T. Brüning
Abstract
M. Raulf-Heimsoth, I. Sander, S. Kespohl und T. Brüning
Erweiterte Abstracts
Seltene Kontaktallergene – selten oder nur selten erkannt?
W. Aberer
Erweiterte Abstracts
Metallimplantatallergie
P. Thomas
Erweiterte Abstracts
Materialunverträglichkeiten beim Zahnersatz unter besonderer Berücksichtigung allergischer Reaktionen
M. Hopp
Industrienachrichten