Jahrgang 32, No. 1/2009(Januar)
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Allergologie
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111 Jahre Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V. – Teil 1
Editorial
G. Schultze-Werninghaus und J. Ring
Abstract
G. Schultze-Werninghaus und J. Ring
111 Jahre Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V. – Teil 1
111 Jahre Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.
A. Wallrafen und M. Fammler
Abstract
A. Wallrafen und M. Fammler
Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V. – DAAB, Mönchengladbach
111 Jahre Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V. – Teil 1
Anaphylaxie: allergologischer Notfall mit weitreichenden Folgen
L. Klimek
Abstract
L. Klimek
Zentrum für Allergologie und Rhinologie, Wiesbaden
Anaphylaktische Reaktionen stellen die Maximalvariante der allergischen Reaktion dar und können ein lebensbedrohliches Ausmaß annehmen. Die häufigsten Auslöser sind Arzneimittel, Nahrungsmittel und -zusatzstoffe, Insektengifte, Aeroallergene, Latex und auch physikalische Faktoren. Verschiedene Mediatoren induzieren den pathophysiologischen Mechanismus dieser Reaktionen. Art, Menge und das Verhältnis der Mediatoren zueinander sowie die individuelle Prädisposition bestimmen die ausgelöste Symptomatik. Diese manifestiert sich im wesentlichen an Haut, Lunge, kardiovaskulärem System und Gastrointestinaltrakt. Entscheidend für die Prognose bei anaphylaktischen Reaktionen ist die frühzeitige Behandlung der Veränderungen an Kreislauf und Lunge. Die Einteilung des Schweregrades erfolgt in Stadien von 1 – 4 je nach vorhandener Symptomatik. In der spezifischen medikamentösen Therapie haben sich 5 Medikamente bewährt. Hierzu gehören das Adrenalin, Histaminantagonisten, Glukokortikosteroide, Theophyllin und Volumina. Der vorliegende Artikel gibt eine Übersicht über die Häufigkeit, das klinische Erscheinungsbild sowie die therapeutischen Optionen bei anaphylaktischen Reaktionen und orientiert sich hierbei an den aktuellen Empfehlungen des S2-Positionspapiers der deutschen allergologischen Fachgesellschaften von 2007.Correspondence to:
Prof. Dr. med. L. Klimek; Zentrum für Allergologie und Rhinologie, An den Quellen 10, D-65189 Wiesbaden
Email: ludger.klimek@Allergiezentrum.org
111 Jahre Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V. – Teil 1
Anaphylaxie aus Sicht der Patienten – eine Patientenbefragung des Deutschen Allergie- und Asthmabundes e.V. (DAAB)
S. Schnadt
Abstract
S. Schnadt
Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V. – DAAB, Mönchengladbach
Hintergrund: Die steigende Anzahl der Anfragen von Patienten mit schweren allergischen Reaktionen beim DAAB sowie eine unzureichende Datenlage in Deutschland zum Krankheitsbild der Anaphylaxie gaben den Anlass, eine Untersuchung der Situation anaphylaktischer Patienten durchzuführen. Ziel: Erhebung von Auslösern und Umständen für anaphylaktische Reaktionen, sowie Erfahrungen zur Behandlung aus Patientenperspektive im Hinblick auf Identifizierung von Optimierungsansätzen zur Versorgung anaphylaxiegefährdeter Patienten. Methode: Fragebogengestütztes Telefoninterview. Ergebnisse: Ausgewertet wurden 265 Interviews. Das mittlere Alter der Teilnehmer betrug 37,9 Jahre (w/m = 73/27%). Anaphylaktische Reaktionen traten zu 70% häufiger als einmal und mit 88% überwiegend im privaten Umfeld auf. Die Mehrzahl der Befragten (64%) schilderte schwere anaphylaktische Reaktionen (Grad III) mit Atemnot und/oder Ohnmacht. Schocksymptomatik trat bei 8% der Befragten auf. Kofaktoren wurden in 53% der Fälle beschrieben, am häufigsten Infekte (21%) und körperliche Belastung (14%). Hauptauslöser der Anaphylaxie waren Lebensmittel (63%), Medikamente (18%) und Insektengift (13%). Nach der Notfallbehandlung erfolgte nur bei einem knappen Drittel (31%) eine Überweisung zum Allergologen. 69% der Patienten erhielten ein Notfallset unterschiedlichster Zusammensetzung. Nur der Hälfte der anaphylaxiegefährdeten Patienten wurde ein Adrenalinautoinjektor verschrieben. Jeder Dritte wurde nicht über die korrekte Anwendung aufgeklärt. Einen Autoinjektor-Trainer erhielten insgesamt nur 4 Patienten. Auch die Aufklärung zur Prävention anaphylaktischer Reaktion sowohl im Hinblick auf das Notfallmanagement, als auch bezüglich Hinweisen zu Allergenkarenz und Therapieoptionen war unzureichend und aus Patientensicht nicht zufriedenstellend. Die Hälfte der Befragten gab an, durch die Anaphylaxie eine deutliche Einschränkung der Lebensqualität zu erfahren. Fazit: Ansätze zur Verbesserung der Situation des anaphylaxiegefährdeten Patienten bestehen sowohl im medizinischen, als auch im privaten und gesellschaftspolitischen Umfeld. Im Bereich Medizin stehen drei Aspekte im Vordergrund: a) Überweisung zum Allergologen nach Notfallbehandlung, b) Versorgung mit Notfallmedikamenten und c) Aufklärung zu Notfallmanagement und Präventionsmaßnahmen. Ein Leitfaden bezüglich Indikation des Notfallsets, sowie aller relevanten Aspekte zu Notfallmanagement und Präventionsstrategien ist dringend erforderlich. Den Patienten selbst bzw. den Eltern sollten im Rahmen einer Schulung Wissen und Fertigkeiten zum Verhalten im Notfall und Präventionsstrategien vermittelt werden und gleichzeitig die Gelegenheit zum Austausch gegeben werden. Gesellschaftspolitisch können verbesserte Rahmenbedingungen durch Ansätze in Lebensmittelkennzeichnung und betrieblichem Allergenmanagement und in Schulen und Kitas geschaffen werden.Correspondence to:
S. Schnadt; Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V. (DAAB), Fliethstraße 114, D-41061 Mönchengladbach
Email: daab_sabine.schnadt@email.de
111 Jahre Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V. – Teil 1
Kennzeichnung von Allergenen – wo gibt es Nachbesserungsbedarf?
I. Reese
Abstract
I. Reese
Ernährungsberatung und -therapie, Schwerpunkt Allergologie, München
Die EU-weite Kennzeichnungspflicht für derzeit 13 Hauptallergene und Sulfit als Zutaten von verpackten Produkten hat es für viele Allergiker einfacher gemacht, ihren individuellen Auslöser auf der Zutatenliste eines verpackten Produkts zu erkennen und entsprechend zu meiden. Auch andere Änderungen wie die Abschaffung der „25%-Regelung“ und die inzwischen stark eingeschränkte Verwendung von Klassennamen tragen zu mehr Sicherheit für viele Allergiker bei. Personen, die auf andere – nicht deklarierungspflichtige – Nahrungsmittel reagieren, profitieren aber nur wenig von den neuen Bestimmungen. Den größten Bedarf nachzubessern sehen allergologische Fachverbände und Patientenorganisationen wie der DAAB in der fehlenden Höchstgrenzenregelung für unbeabsichtigte Einträge und in der Kennzeichnung von loser Ware. Die detaillierte Beratung des Betroffenen im Rahmen einer individuellen Ernährungstherapie ist weiterhin unumgänglich und stellt die wichtigste Grundlage für ein effizientes Krankheitsmanagement bei Nahrungsmittelallergie dar.Correspondence to:
Dr. Imke Reese; Ernährungsberatung und -therapie, Schwerpunkt Allergologie, Ansprengerstraße 19, D-80803 München
Email: reese@ernaehrung-allergologie.de
111 Jahre Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V. – Teil 1
Lebensmittelkennzeichnung aus Sicht des allergischen Verbrauchers. Ergebnisse der DAAB-Umfrage zur aktuellen “Lebensmittelkennzeichnung” in Bezug auf allergene Inhaltsstoffe
S. Lämmel und S. Schnadt
Abstract
S. Lämmel und S. Schnadt
Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V. – DAAB, Mönchengladbach
Hintergrund: Den DAAB erreichen jährlich circa 50.000 Beratungsanfragen zu den Themen Allergien, Asthma/COPD und Neurodermitis. 1/3 dieser Anfragen betreffen das Thema Lebensmittelallergien. Ein Beratungsschwerpunkt bildet hierbei die Kennzeichnung allergener Inhaltsstoffe und die damit verbundenen Schwierigkeiten der Betroffenen beim täglichen Einkauf. Ziel: Das Ziel der Befragung bestand in der Erfassung von Auslösern und Schweregrad allergischer Reaktionen auf Lebensmittel sowie dem Aufzeigen und der Quantifizierung von Erfahrungswerten der Patienten im Zusammenhang mit der neuen Allergenkennzeichnung. Ein weiteres Ziel war, die Entwicklung von Optimierungsmöglichkeiten aus der Perspektive des allergischen Verbrauchers darzustellen. Methode: Die Befragung wurde als retrospektive Datenerhebung mittels standardisiertem Fragebogen mit Multiple-choice-Fragen und offenen Kommentaren durchgeführt. Ergebnisse: Die stärksten allergischen Reaktionen traten nach dem Verzehr von Nüssen (27, 6%) und Milch (18,2%) auf. Überwiegende Erfolgsorgane waren Magendarmtrakt (59,3%) und Haut (48,2%). Asthmatische Beschwerden als Folge der Lebensmittelallergie wurden von 41,6 und anaphylaktische Reaktionen von 19,8% der Befragten beschrieben. 48,9% der Betroffenen berichten von Reaktionen durch den unbewussten Verzehr eines bereits bekannten allergieauslösenden Lebensmittels, entweder in verpackter (20,7%) oder loser Ware (28,2%). Die Information über allergene Inhaltsstoffe wird von der überwiegenden Anzahl der Betroffenen als schwer verständlich (69,6%) und nicht ausreichend (85,1%) empfunden. Klare Präferenzen hinsichtlich der Form der Kennzeichnung existieren sowohl für Zutaten als auch für unbeabsichtigte Kontaminationen. Schlussfolgerung: Zum Schutz des allergischen Konsumenten wird eine eindeutige, einfach zu verstehende Allergenkennzeichnung in einem Hinweiskasten zusätzlich zum und in direkter Nähe des Zutatenverzeichnisses gefordert. Darüber hinaus sind die Entwicklung und Implementierung eines Standards zur Kennzeichnung von unbeabsichtigten Kontaminationen (Spurenkennzeichnung) notwendig.Correspondence to:
Dipl. Oecotrophologin Sonja Lämmel; Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V. (DAAB), Fliethstraße 114, D-41061 Mönchengladbach
Email: sl@daab.de
Leserbrief
R. Jarisch
Laudatio
Lothar Jäger – zum 75. Geburtstag
K. Jung
Industrienachrichten