Jahrgang 32, No. 12/2009(Dezember)
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Allergologie
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Originalarbeit
Ambrosia – eine Ursache für die Zunahme von Allergien?
T. Gabrio, M.W.J. Böhme, U. Hack, T. Miljanic und U. Weidner
Abstract
T. Gabrio, M.W.J. Böhme, U. Hack, T. Miljanic und U. Weidner
Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg im Regierungspräsidium Stuttgart
Allergien und Atemwegserkrankungen sind in den modernen Industriestaaten weit verbreitet. Aufgrund der zunehmenden Ausbreitung der Ambrosia in Deutschland und des hohen allergenen Potenzials, das von den Ambrosia-Pollen ausgeht, ist eine Zunahme dieser Erkrankungen zu befürchten. Da die Ambrosia spät im Jahr blüht (Juli bis August), können die meist polysensibilisierten Betroffenen das ganze Jahr unter allergischen Beschwerden leiden. Seit dem Jahr 1992 wird bei Kindern der 4. Klasse in Baden-Württemberg in dem Projekt “Beobachtungsgesundheitsämter” ein Allergie-Screening durchgeführt. In diese Untersuchungen wurde seit 2004 auch ein Allergie-Screening auf Ambrosia artemisiifolia und andere Allergene aufgenommen, von denen bekannt war, dass sie Kreuzreaktionen zum nativen Allergen der Ambrosia hervorrufen. Es erfolgte auch eine Testung auf die Majorallergene der Ambrosia und des Beifußes Amb a 1 bzw. Art v 1. Seit 1992 ist keine bzw. eine sehr geringe Zunahme der Sensibilisierung gegenüber dem sx1-Test (Atopie-Screening) sowie bei den Fragebogenangaben der Eltern bezüglich der ärztlichen Diagnose einer Asthmaerkrankung bei den Kindern zu erkennen. Insgesamt wurden 2.678 Kinder untersucht. 36,6% aller Kinder waren gegenüber dem sx1-Test sensibilisiert, 14,6% gegenüber dem nativen Ambrosia-artemisiifolia-Allergen, 2,4% gegenüber dem Majorallergen der Ambrosia (Amb a 1) und 5,5% gegenüber dem Majorallergen des Beifußes (Art v 1). Es lag eine hohe Kreuzreaktion von nativem Ambrosia-artemisiifolia-Allergen gegenüber dem nativen Beifuß-Allergen und anderen Allergenen vor. Daten über die positive Sensibilisierung sind nicht einer klinischen Relevanz gleichzusetzen. Erst eine entsprechende Differenzialdiagnostik ermöglicht entsprechende Aussagen. Obwohl beim gegenwärtigen Stand der Verbreitung der Ambrosia in Deutschland keine gesicherten Aussagen über die sich daraus ergebenden gesundheitlichen Risiken möglich sind, sollte im Sinne der Vorsorge unter Beachtung der Verhältnismäßigkeit alles getan werden, um die weitere Ausbreitung dieser Pflanze zu unterbinden. In Ländern, in denen die Ambrosia artemisiifolia schon seit längerer Zeit stark verbreitet ist, wird das von den Pollen dieser Pflanze ausgehende gesundheitliche Risiko (Stärke und Ausdehnung der Zeit allergischer Reaktionen bei Betroffenen) sehr hoch eingeschätzt.Correspondence to:
Dr. rer. nat. T. Gabrio
Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg im Regierungspräsidium Stuttgart
Nordbahnhofstraße 135
D–70191 Stuttgart
Email: thomas.gabrio@rps.bwl.de
Übersicht
Langerhanszellbiologie im Wandel
T. Jakob, N. Pfender, T. König, S. Kunz, S.F. Martin
Abstract
T. Jakob, N. Pfender, T. König, S. Kunz, S.F. Martin
Forschergruppe Allergologie, Universitäts-Hautklinik, Freiburg
Entwicklungen neuer genetisch modifizierter Mausmodelle haben zu einer Reihe von neuen Erkenntnissen über die Funktion von Langerhanszellen (LZ) im Sensibilisierungsprozess des allergischen Kontaktekzems geführt. Als größte Überraschung gilt hierbei die Beobachtung, dass epidermale LZ nicht zwingend für eine Kontaktsensibilisierung notwendig sind, sondern dies durch eine bisher nicht bekannte Population von Langerin+ dermalen dendritischen Zellen (DZ) übernommen werden kann. Es ist anzunehmen, dass LZ und dermale DZ zum Teil redundante, aber auch komplementäre Funktionen in der Initiierung der adaptiven Immunantwort ausüben. Hinweise für eine funktionelle Spezialisierung von epidermalen LZ und dermalen DZ stammen aus Untersuchungen an humanen Hautexplantaten und zeigen eine Spezialisierung von LZ als Induktoren der zellulären Immunität, während dermale DZ bevorzugt die humorale Immunität induzieren können. Ähnliche Ergebnisse zeigen sich bei der Maus, in der die selektive Depletion von dermalen Langerin+ DZ bzw. epidermalen LZ zu deutlichen Veränderungen der humoralen und zelluären Immunantwort führen.Correspondence to:
Univ.-Prof. Dr. med. T. Jakob
Forschergruppe Allergologie
Universitäts-Hautklinik
Hauptstraße 7
D-79104 Freiburg
Email: thilo.jakob@uniklinik-freiburg.de
Übersicht
Zentralnervöse Verarbeitung von Juckreiz
U. Darsow, F. Pfab, M. Valet, J. Huss-Marp, T. Sprenger, G.I. Athanasiadis, H.J. Baurecht, C. Zimmer, T.R. Tölle, H. Behrendt und J. Ring
Abstract
U. Darsow1,2, F. Pfab1,2, M. Valet3, J. Huss-Marp1,2, T. Sprenger3, G.I. Athanasiadis1, H.J. Baurecht4, C. Zimmer5, T.R. Tölle3, H. Behrendt2 und J. Ring1
1Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein, Technische Universität München, 2Zentrum für Allergie und Umwelt (ZAUM), Klinische Kooperationsgruppe Helmholtz Zentrum/Technische Universität München, 3Neurologische Klinik und Poliklinik, Technische Universität München, 4Institut für Medizinische Statistik und Epidemiologie, Technische Universität München, 5Abteilung für Neuroradiologie, Radiologie, Technische Universität München
Juckreiz ist das Leitsymptom vieler allergischer oder entzündlicher Dermatosen. Die objektive Messung oder Beschreibung der Juckreizwahrnehmung ist jedoch sehr schwierig. Dieser Artikel fasst aktuelle Fortschritte in Studien zur zentralnervösen Pruritusverarbeitung zusammen. Die neue Methode der schnellen alternierenden Temperaturmodulation des Histaminjuckreizes ermöglicht jetzt hochauflösende Bildgebungsstudien im Humanmodell. In derartigen Studien konnte mittels funktioneller Kernspintomografie an gesunden Kontrollpersonen gezeigt werden, dass Pruritus durch ein Netzwerk von Gehirnregionen prozessiert wird, die zur Verarbeitung von sensorischen, emotionalen, aufmerksamkeitsbezogenen, evaluativen und motivationalen Aspekten beitragen.Correspondence to:
Prof. Dr. med. U. Darsow
Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein
Technische Universität München
Biedersteiner Straße 29
D–80802 München
Email: ulf.darsow@lrz.tum.de
Autorenreferate
27. Allergiesymposium der Norddeutschen Arbeitsgemeinschaft Pädiatrische Pneumologie und Allergologie (NAPPA), Kiel, 20. & 21. November 2009
Industrienachricht