Jahrgang 32, No. 4/2009(April)
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Allergologie
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Originalarbeit
Trendwende bei der Pollinose und dem Pollenflug?
T. Frei
Abstract
T. Frei
Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie, Zürich, Schweiz
Viele epidemiologische Untersuchen zeigen, dass die Pollinosisprävalenz in den vergangenen Jahrzehnten laufend zugenommen hat. Einige jüngere Studien aus den 1990er Jahren widersprechen nun aber teilweise diesem generischen Befund und deuten auf eine Abflachung der Kurve hin. Verschiedene Umweltfaktoren wurden in diesem Zusammenhang als mögliche Auslöser für die Zunahme der Pollinosisprävalenz verantwortlich gemacht. Es ist jedoch bis heute kaum gelungen, diese Zunahme lückenlos aufgrund einzelner Umweltfaktoren oder gesellschaftlicher Veränderungen zu erklären. Die Zunahme der Pollinose wird oft auch in Zusammenhang mit steigenden Pollenkonzentrationen diskutiert. Anhand von langen Pollenmessreihen kann nun gezeigt werden, dass dieser scheinbare Trend der Zunahme aber mit Vorsicht zu interpretieren ist. Die Pollenmengen zeigen nämlich oft ein stark wechselhaftes Muster, das unter anderen durch die Klimaerwärmung, Mastjahre, aber auch durch andere externe Faktoren wie die geänderte Landnutzung geprägt ist. Epidemiologische Daten zur Pollinosisprävalenz in der Schweiz sind seit 1926 bis in das Jahr 2000 vorhanden. Systematische Pollenmessungen werden seit 1969 gemacht. Aufgrund dieser Daten wurde es möglich, die Zeitreihen der Pollendaten mit den epidemiologischen Daten zu korrelieren. Diese Studie zeigt zum ersten Mal, dass sich die Pollenbelastung in Basel seit Beginn der 1990er Jahre abgeflacht hat und eher zurückgeht. Gleichzeitig kann beobachtet werden, dass sich parallel dazu auch die Pollinosisprävalenz in der Schweiz abflacht und die starke Zunahme der vorangehenden Jahrzehnte gebrochen wurde.Correspondence to:
Dr. T. Frei; Bundesamt für Meteorologie und
Klimatologie – MeteoSchweiz, Krähbühlstraße 58, CH - 8044 Zürich
Email: thomas.frei@meteoswiss.ch
Originalarbeit
Ambulante, inhalative Bronchoprovokation mit L-Acetylsalicylsäure: diagnostischer Test bei Verdacht auf Aspirin/NSAID-Intoleranz
R. Zahnd, M. Fricker, M. Caversaccio, W.J. Pichler und A. Helbling
Abstract
R. Zahnd1, M. Fricker1, M. Caversaccio2, W.J. Pichler1 und A. Helbling1
1Allergologisch-Immunologische Poliklinik, Universitätsklinik für Rheumatologie, Klinische Immunologie und Allergologie, Inselspital – Universitätsspital Bern, 2Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten, Hals- und Kopfchirurgie, Inselspital – Universitätsspital Bern
Einleitung: Rund 20% der Patienten mit Asthma reagieren nach Einnahme von Aspirin/NSAID mit einer Bronchoobstruktion. In spezialisierten Kliniken ist der inhalative Provokationstest (IPT) mit L-ASS zur Diagnostik eines aspirininduzierten Asthmas (AIA) etabliert. Da dieser Test zeitaufwendig ist, war es unser Ziel, ein Schema zu entwickeln, das im ambulanten setting rasch, sicher und zuverlässig zur Diagnose einer AIA führt. Methodik: 65 Patienten mit Verdacht auf Aspirin-Intoleranz (35 F, 30 M, durchschnittliches Alter 42 Jahre (16 – 73 Jahre), wurden 2001 – 2005 einem IPT mit L-ASS unterzogen. Gruppe 1 umfasste 37 Patienten mit Asthma und Nasenpolyposis, Gruppe 2 17 Patienten mit Asthma ohne Nasenpolyposis und Gruppe 3 11 Patienten mit rein kutanen Symptomen. Der IPT erfolgte mit 5, 15 und 40 mg L-ASS bis kumulativ 60 mg. Patienten mit negativem Ausfall im IPT wurden oral mit ASS provoziert. Ergebnisse: In Gruppe 1 waren 11/37 Patienten (30%), in Gruppe 2 6/17 (35%) und in Gruppe 3 0/11 positiv im IPT. Die Schwellendosis lag bei 13/17 Reaktionen (76%) <= 20 mg L-ASS. Abgesehen von einem Patienten waren die Bronchoobstruktionen rasch reversibel. 24/48 Patienten mit negativem IPT hatten einen OPT. 4/24 (17%) reagierten mit einer milden Symptomatik, allerdings erst nach kumulativ > 500 mg ASS. Zusammenfassung: Der modifizierte IPT mit L-ASS bis kumulativ 60 mg L-ASS eignet sich für asthmaspezialisierte Ambulatorien/Gemeinschaftspraxen zur Diagnosestellung eines AIA. Ein negativer IPT schließt mit hinreichender Sicherheit eine Intoleranz gegenüber niedrig-dosiertem ASS aus.Correspondence to:
Prof. Dr. med. A. Helbling; Allergologisch-Immunologische Poliklinik, Universitätsklinik für Rheumatologie, Klinische Immunologie und Allergologie, Universitätsspital (Inselspital), CH-3010 Bern
Email: arthur.helbling@insel.ch
Originalarbeit
Vergleichsuntersuchung der spezifischen IgE-Messung, durchgeführt mit dem Streifentest Allergodip® und dem Immuno-CAP®
R. Wahl und D. Feil
Abstract
R. Wahl und D. Feil
Allergopharma Joachim Ganzer KG, Reinbek
Unsere Untersuchungen ergaben, dass die In-vitro-Daten (IVD), ermittelt mit dem Streifentest Allergodip® Inhalation, Mites and More, und die Immuno-CAP®-Daten sehr gut mit den klinischen Daten wie dem Hautpricktest und der Anamnese übereinstimmten (100%). Eine sehr gute Übereinstimmung ergab sich ebenfalls für den Vergleich der Klassen (0 / >= 1), die mittels des Streifentests und des Immuno-CAP® ermittelt wurden (100%). Die Übereinstimmung Klasse zu Klasse (Klasse überwiegend >= 3) lag bei 84,8 (D. pter. (d01)) bis 89,1% (D. far. (d02)). Bei dem Abgleich der Klassen im unteren Bereich (Klassen 0 – 2), lag die Übereinstimmung des CAP (D. pter.) mit Allergodip (D. pter.) bei 93,8%. Über den modifizierten EAST-Hemmtest konnten wir die bekannte Kreuzreaktion zwischen den beiden Hausstaubmilben Dermatophagoides pteronyssinus und Dermatophagoides farinae bestätigen.Correspondence to:
Dr. rer. nat. R. Wahl; Allergopharma Joachim Ganzer KG, Herman-Körner-Straße 52, D-21465 Reinbek bei Hamburg
Email: ruediger.wahl@allergopharma.de
Originalarbeit
Verträglichkeit der spezifischen Immuntherapie während der Umstellung von lyophilisiertem Wespengift auf ein Depotpräparat
M. Worm
Abstract
M. Worm
Allergie-Centrum-Charité, Klinik für Dermatologie und Allergologie, Charité Campus Mitte, Universitätsmedizin Berlin
Die spezifische Immuntherapie ist das einzige kausale Behandlungsverfahren der Insektengiftallergie. Die Einleitungsphase der Behandlung beginnt in Deutschland meist stationär und wird dann weitere 3 – 5 Jahre lang ambulant weitergeführt. Da Depotpräparate besser vertragen werden, untersuchten wir die Verträglichkeit der spezifischen Immuntherapie während der Umstellung von lyophilisiertem Wespengift auf ein Depotpräparat. Unsere Daten zeigen eine sehr gute Verträglichkeit und lassen darauf schließen, dass die Umstellung von einem lyophilisierten Präparat zu einem Depotpräparat sicher ist.Correspondence to:
Prof. Dr. med. Margitta Worm; Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Charité-Universitätsmedizin Berlin, Charitéplatz 1, D-10117 Berlin
Email: margitta.worm@charite.de
Kasuistik
Anaphylaktische Reaktion auf einen TCM-Tee
D.E.Y. Mayer, Y. Resch, R. Jarisch, S. Vrtala und W. Hemmer
Abstract
D.E.Y. Mayer1, Y. Resch2, R. Jarisch1, S. Vrtala2 und W. Hemmer1
1FAZ-Floridsdorfer Allergiezentrum, Wien, 2Abteilung für Immunpathologie, Institut für Pathophysiologie, Zentrum für Physiologie und Pathophysiologie, Medizinische Universität Wien
Hintergrund: Tee gilt als unbedenkliches Genuss- und Heilmittel. Tatsächlich wurden Unverträglichkeitsreaktionen bis hin zum anaphylaktischen Schock auf Kamillen- oder Grünen Tee beschrieben. Fallbericht: Wir berichten über eine 55-jährige Patientin, die eine anaphylaktische Reaktion auf einen TCM- (traditionelle chinesische Medizin) Tee entwickelte. Methodik: Es wurde ein Routine-Pricktest auf inhalative Allergene durchgeführt. Der Tee sowie seine Einzelkomponenten wurden im Pricktest getestet. Die Tryptase, das Gesamt-IgE und das spezifische IgE wurden bestimmt. Darüber hinaus wurde eine In-vitro-Inhibition und ein Immunblot durchgeführt. Ergebnisse: Der Pricktest zeigte mittelgradige Reaktionen auf diverse Vorratsmilben sowie eine stark positive Reaktion auf den TCM-Tee. Die Einzelkomponenten des Tees waren negativ. Das spezifische IgE auf Vorratsmilben, Beifuß- und Ragweedpollen war negativ, die Tryptase und das Gesamt-IgE waren unauffällig. Ein Immunblot mit dem TCM-Tee war positiv, aber negativ auf Vorratsmilben, so dass eine zuerst angenommene Kontamination des TCM-Präparats mit Vorratsmilben ausgeschlossen werden konnte. Eine neuerliche Anamnese ergab eine 20 Jahre zurückliegende Diagnose einer Seidenallergie, die mittels IgE-Bestimmung bestätigt werden konnte (Wildseide 5,1 kU/l). In der In-vitro-Inhibition konnte die IgE-Bindung an Wildseide mit dem TCM-Tee zu 87% inhibiert werden. Schlussfolgerungen: Es schien wahrscheinlich, dass eines der Ausgangsprodukte des TCM-Teegranulats von Lebensmittelmotten oder anderen Schmetterlingen befallen und dadurch mit Seidenproteinen aus deren Puppenkokons kontaminiert war. Die anaphylaktische Reaktion auf den TCM-Tee war daher auf die Verunreinigung des Produkts mit Seidenallergenen bei vorbestehender Seidensensibilisierung der Patientin zurückzuführen.Correspondence to:
Dr. med. univ. Dagmara E.Y. Mayer; FAZ-Floridsdorfer Allergiezentrum, Franz-Jonas-Platz 8/6, A-1210 Wien
Email: science@faz.at
Autorenreferate
19. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft Pädiatrische Pneumologie und Allergologie (APPA) e.V.
Industrienachrichten
Buchbesprechung