Jahrgang 31, No. 9/2008(September 2008)
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Allergologie
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Allergien durch tierische Lebewesen I
Editorial
D. Stiller
Allergien durch tierische Lebewesen I
Insektenallergie – Millionen von Arten als Auslöser?
B. Przybilla und R. Eben
Abstract
B. Przybilla und R. Eben
Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie, Allergiezentrum, Ludwig-Maximilians-Universität, München
Allergische Reaktionen auf Insekten werden vor allem durch Gift, Speichel, andere Ausscheidungen oder Körperteile (z.B. Haare) der Tiere ausgelöst. Klinisch am bedeutsamsten sind Soforttypreaktionen (vor allem Kontakturtikaria, Rhinokonjunktivitis, Asthma, Anaphylaxie) und Spättypreaktionen. Die bekanntesten zu Allergiekrankheiten führenden Insekten gehören der Ordnung der Hymenopteren (vor allem Bienen, Wespen, Ameisen) bzw. der Ordnung der Schaben an, sie lösen insbesondere Anaphylaxie bzw. Asthma bronchiale aus. Stechmücken, Läuse, Wanzen oder Flöhe verursachen vor allem Hauterkrankungen. Reaktionen auf Schmetterlinge, Motten oder Raupen (Lepidopterismus), beispielsweise auf den Eichenprozessionsspinner, sind toxisch oder allergisch bedingt. Allergische Reaktionen wurden auch auf viele andere Insekten, wie Marienkäfer oder Fliegen, berichtet. Insektenstiche sowie intensiver Insektenkontakt führen häufig zur Sensibilisierung. Unter geeigneten Bedingungen kann vermutlich jede Insektenspezies allergische Reaktionen auslösen.Correspondence to:
Prof. Dr. med. B. Przybilla; Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie, Allergiezentrum, Ludwig-Maximilians-Universität, Frauenlobstraße 9-11, D-80337 München
Allergien durch tierische Lebewesen I
Allergien durch Tiere des Meeres
D. Stiller
Abstract
D. Stiller
Ärztehaus Eisenhüttenstadt
Allergien durch Meerestiere sind vor allem dort verbreitet, wo sie gefangen, gezüchtet, verarbeitet und gegessen werden, nämlich in den Küstenregionen. Durch den wachsenden Tourismus und den zunehmenden Genuss von Tieren aus dem Meer werden wir Ärzte auch im “Binnenland” immer häufiger mit Allergien durch diese Tiere konfrontiert. Im Vordergrund stehen dabei Fische, Schalen- (Krustazeen) und Weichtiere (Mollusken). Als Meeresfrüchte bezeichnet man in der Regel alle essbaren Meerestiere, die keine Wirbeltiere, wie z.B. Fische oder Wale sind. Typische Meeresfrüchte sind Muscheln und Wasserschnecken, Tintenfische und Kalmare, Garnelen, Krabben, Langusten und Hummer. Meeresfrüchte können Fang- oder Zuchtprodukte sein. Die Symptomatik der Allergien durch Meerestiere ist außerordentlich vielfältig und kann alle Organe betreffen. So finden wir Kontaktdermatitiden, Kontakturtikaria, allergische Rhinitiden und Asthma bronchiale, gastrointestinale Symptome und Kreislaufsymptome bis hin zum anaphylaktischen Schock. Ein Problem in der Diagnostik stellen die sogenannten “versteckten Allergene” dar, da zwar laut Allergenkennzeichnungsverordnung alle Fischbestandteile im Zutatenverzeichnis gekennzeichnet sein müssen, für lose Ware aber keine Kennzeichnungspflicht besteht. Therapeutisch kommt nur die Karenz in Betracht, wobei wegen der Möglichkeit einer hochgradigen Sensibilisierung und der häufigen Kreuzreaktivität keine Kompromisse eingegangen werden sollten.Correspondence to:
PD Dr. med. habil. D. Stiller, Ärztehaus Eisenhüttenstadt, Friedrich-Engels-Straße 39, D-15890 Eisenhüttenstadt
Email: stiller@herbsttagung-vab.de
Allergien durch tierische Lebewesen I
Allergien durch Vögel
D. Koschel
Abstract
D. Koschel
Abteilung Pneumologie, Zentrum für Pneumologie, Beatmungsmedizin, Thorax- und Gefäßchirurgie, Fachkrankenhaus Coswig
Allergien durch Vögel können nach der jeweiligen allergischen Reaktion, der Vogelart oder der Vogelhaltung unterschieden werden. Im Folgenden werden zunächst die exogen-allergische Alveolitis (EAA) im Sinne der Vogelhalterlunge bzw. Taubenzüchterlunge dargestellt, dann das seltene allergische Asthma bronchiale bei Vogelexposition. Über das Vogel-Ei-Syndrom wird abschließend berichtet. Bei der EAA besteht die Exposition gegenüber Vögeln, meist Wellensittichen, Nymphensittichen oder Tauben, durch private Haltung, Zucht oder Hobby, z.B. bei Brieftaubenhaltern. Auch Bettfedern (Gänse- und Entenfedern) und andere indirekte Vogelkontakte können eine Allergenquelle darstellen. Ein allergisches Asthma bronchiale durch “Vogelallergene” ist selten. IgE-Antikörper konnten bei Vogelhaltern mit Asthma gegen das Serum und gegen den Federnstaub ihrer Tiere nachgewiesen werden. Bei dem “bird-egg syndrome” handelt es sich um ein Krankheitsbild, das sich primär mit respiratorischen Symptomen (Rhinitis und Asthma) bei Kontakt mit Vögeln und sekundär mit allergischen Symptomen (Urtikaria, Angioödem, Erbrechen, Durchfall, Asthma) bei Genuss von Eiern manifestiert. Zusammenfassend stellt die EAA (Vogelhalterlunge) das häufigste allergische Krankheitsbild bei Vogelexposition dar. Auch IgE-vermittelte Soforttypreaktionen im Sinne eines allergischen Asthma bronchiale sind möglich, aber selten. An Kreuzreaktionen wie das “bird-egg syndrome” muss gedacht werden.Correspondence to:
Dr. med. D. Koschel; Abteilung Pneumologie, Zentrum für Pneumologie, Beatmungsmedizin, Thorax- und Gefäßchirurgie, Fachkrankenhaus Coswig, Neucoswiger Straße 21, D-01640 Coswig
Email: dr.koschel@fachkrankenhaus-coswig.de
Allergien durch tierische Lebewesen I
Allergien auf Zootiere
T. Herzinger
Abstract
T. Herzinger
Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie, Ludwig-Maximilians-Universität, München
Allergien auf Zootiere dürften in der allgemeinen Bevölkerung sehr selten sein. Bei Beschäftigten in zoologischen Gärten scheinen sie jedoch in ähnlicher Häufigkeit aufzutreten wie bei anderen Berufsgruppen, die in regelmäßigem Kontakt zu Tieren stehen. Dies wird durch einige wenige Studien belegt. Daneben gibt der folgende Artikel einen Überblick über eine Reihe von Fallberichten von allergischen Reaktionen wie Kontakturtikaria, Rhinokonjunktivitis oder Asthma auf ein breites Spektrum unterschiedlicher Spezies von Zootieren oder exotischen Haustieren.Correspondence to:
PD Dr. med. T. Herzinger; Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie, Ludwig-Maximilians-Universität, Frauenlobstraße 9-11, D-80337 München
Email: Thomas.Herzinger@med.uni-muenchen.de
Allergien durch tierische Lebewesen I
Nagetiere als Allergenquelle
M. Henzgen und U. Reuter
Abstract
M. Henzgen und U. Reuter
Pneumologie und Allergologie, Klinik für Innere Medizin I, Friedrich-Schiller-Universität, Jena
Nagetiere spielen als Allergenquelle eine nicht zu unterschätzende Rolle, insbesondere weil sich eine Vielzahl von Unterarten hinter dieser Gruppe von Säugetieren verbirgt; wobei der Mensch sowohl beruflichen als auch häuslichen Kontakt haben kann. Die verantwortlichen Allergene haben ihren Ursprung in Fell, Speichel, Urin und Schuppen aus dem Fell. Wenige und z.T. widersprüchliche Daten über Sensibilisierungen mit Nagetierallergenen veranlassten uns zu eigenen klinischen und labortechnischen Untersuchungen zur Meerschweinchenallergie. 9% unserer Patienten mit Verdacht auf Inhalationsallergie waren auf Meerschweinchen sensibilisiert und 6,3% hatten eine manifeste Allergie. Dabei war der Anteil der Patienten mit Asthma bronchiale deutlich höher als bei anderen Allergien. Zwei Hauptallergene (Cav p 1, Cav p 2) konnten isoliert und charakterisiert werden. Sie gehören beide in die Gruppe der Lipocaline. Damit waren die Grundlagen zur Allergenstandardisierung und weiterführenden Untersuchungen von Stäuben auf Meerschweinchenallergene geschaffen.Correspondence to:
PD Dr. med. habil. M. Henzgen; Klinik für Innere Medizin I, Friedrich-Schiller-Universität, Erlanger Allee 101, D-07740 Jena
Email: Margot.Henzgen@med.uni-jena.de
Originalarbeit
Untersuchung zur Kreuzreaktivität zwischen short, western, giant und false Ragweed
R. Wahl, R. Krause, V. Krenz, H. Varelmann, S. Kischnick, D. Feil und R. Suck
Abstract
R. Wahl, R. Krause, V. Krenz, H. Varelmann, S. Kischnick, D. Feil und R. Suck
Allergopharma Joachim Ganzer KG, Reinbek bei Hamburg
Unsere Untersuchungen haben gezeigt, dass zwischen short-, giant-, western- und false Ragweed Kreuzreaktivität besteht, was mittels des EAST, SDS-PAGE, Westernblot und besonders den EAST-Hemmtest belegt werden konnte. Trotz der stark ausgeprägten Kreuzreaktivität empfehlen wir aber, dass die spezifischen IgE-Messungen mit den Allergenträgern short- oder western Ragweed durchgeführt werden sollten, da bei diesen Messungen in Seren von Ragweedallergikern am häufigsten ragweedspezifisches IgE nachzuweisen ist. Short Ragweed ist besonders im europäischen Raum das am häufigsten auftretende Traubenkraut. Obwohl keine Kreuzreaktivität zwischen Ragweed und Beifuß über den EAST-Hemmtest nachgewiesen werden konnte, wurde in Seren von Beifußallergikern (18,2%) spezifisches IgE gegen short Ragweed detektiert. Insofern sollten Seren von Beifußallergikern auch mit einem Ragweed-Allergenträger gemessen werden.Correspondence to:
Dr. rer. nat. R. Wahl; Allergopharma Joachim Ganzer KG, Hermann-Körner-Straße 52, D-21465 Reinbek bei Hamburg
Email: Ruediger.Wahl@allergopharma.de
Autorenreferate
26. Allergiesymposium der Norddeutschen Arbeitsgemeinschaft Pädiatrische Pneumologie und Allergologie (NAPPA)