Jahrgang 31, No. 1/2008(Januar 2008)
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Allergologie
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Originalarbeit
Die sublinguale Immuntherapie mit Mischextrakten ist wirksam bei polyallergischen Patienten mit saisonaler allergischer Rhinokonjunktivitis: ein Bericht aus der Praxis
M.K. Kägi und B. Wüthrich
Abstract
M.K. Kägi1 und B. Wüthrich2,3
1Praxis für Allergologie und klinische Immunologie, Dermatologie, Zürich,
Die sublingual-orale Immuntherapie mit Mischextrakten ist wirksam bei polyallergischen Patienten mit saisonaler allergischer Rhinokonjunktivitis: Ein Bericht aus der Praxis. Hintergrund: Die klinische Wirksamkeit der sublingualen Immuntherapie (SLIT) bei monoallergischen Patienten mit saisonaler allergischer Rhinokonjunktivitis (SARC), die Extrakte mit nur einem Allergen verwenden, ist belegt, aber unseres Wissens ist noch nie eine SLIT-Studie mit polyallergischen Patienten, die Mischextrakte verwenden, unter den Bedingungen einer spezialisierten allergologischen Praxis veröffentlicht worden. Ziel: Untersuchung der klinischen Wirksamkeit der SLIT mit Mischextrakten bei polyallergischen Patienten einer ambulanten Einrichtung und Bewertung der relativen klinischen Wirksamkeit im Verhältnis zu systemischen Nebenwirkungen. Methoden: 3-jährige prospektive offene Studie, an der 79 polyallergische Patienten mit SARC teilnahmen (Durchschnittsalter 33, Altersbereich 7 – 62, 49% männlich, 51% weiblich), die eine sublingual-orale Immuntherapie mit Pollenmischextrakten erhielten. Ergebnisse: Die klinische Wirksamkeit wurde anhand von 79 Patienten, die 3 Jahre lang behandelt worden sind, durch Subtraktion der Basiswerte und durch Ermittlung der Quote nach dem dritten Behandlungsjahr im Vergleich zu den Basiswerten beurteilt. Durch SLIT reduzierte sich die mittlere Schwere der Erkrankung nach 3 Jahren auf die Hälfte des Basiswerts. Die Symptom- und Medikation-Scores belegten eine statistisch signifikante und klinisch relevante Wirksamkeit. Die SLIT-Behandlung verursachte lediglich milde lokale Nebenwirkungen. Fazit: Die SLIT mit Mischextrakten ist bei polyallergischen Patienten mit SARC klinisch wirksam.Correspondence to:
Dr. med. M.K. Kägi
Facharzt FMH für Allergologie und klinische Immunologie
Facharzt FMH für Dermatologie
Schaffhauserstraße 355
CH-8050 Zürich
Email: martin.kaegi@hin.ch
Originalarbeit
Cholinerger Tonus und bronchiale Hyperreaktivität bei Patienten mit persistierendem allergischen Asthma bronchiale
B. Butorac-Petanjek, S. Popovic-Grle, D. Pelicaric und D. Vrankovic
Abstract
B. Butorac-Petanjek1, S. Popovic-Grle2, D. Pelicaric1 und D. Vrankovic1
1Poliklinik für Atemwegserkrankungen, 2Poliklinik, Universitätsklinik für Lungenkrankheiten “Jordanovac”, Zagreb, Kroatien
Neurale Mechanismen spielen eine wichtige Rolle bei der Pathogenese von Asthma bronchiale und sind mit bronchialer Hyperreaktivität verbunden. In der vorliegenden Studie sollte untersucht werden, ob der vagale cholinerge Tonus bei Patienten mit persistierendem allergischen Asthma bronchiale nicht nur beim akuten Asthma erhöht ist, und ob dieser cholinerge Tonus mit bronchialer Hyperreaktivität korreliert. Methoden: Es wurden eine Kontrollgruppe von 22 Gesunden und eine Gruppe von 40 Patienten mit leichtem und mittelschwerem persistierendem allergischen Asthma untersucht. Bei allen Probanden wurden klinische und funktionelle Untersuchungen durchgeführt: kutaner Pricktest, Spirometrie mit Bronchospasmolysetest mit Ipratropiumbromid und Provokationstest mit Methacholin. Ergebnisse: Der Bronchospasmolysetest mit Ipratropiumbromid war bei allen Patienten mit persistierendem allergischen Asthma positiv, der durchschnittliche FEV1-Wert stieg um 19,14 ± 6,74% (12,10 – 37,20%, p < 0,01) an. Der Provokationstest mit Methacholin war ebenfalls positiv, der FEV1-Wert sank um durchschnittlich 25,75 ± 5,16% (20,20 – 40,40%, p < 0,01) nach der Inhalation von Methacholinkonzentrationen zwischen 0,03 und 2,0 mg/ml (PC20FEV1 0,026 – 0,194 mg/ml). Die Korrelationen zwischen dem Provokationstest mit Methacholin und dem Bronchospasmolysetest mit Ipratropiumbromid waren für alle Parameter positiv, schwach und statistisch nicht signifikant. Schlußfolgerung: Die Patienten mit persistierendem allergischen Asthma haben einen erhöhten cholinergen Tonus, der positiv und schwach mit der bronchialen Hyperreaktivität korreliert.Correspondence to:
Dr. med. Bojana Butorac-Petanjek
Outpatient Centre for Diseases of the Respiratory System
Prilaz Baruna Filipovica 11
10000 Zagreb, Croatia
Email: dapetanj@inet.hr
Originalarbeit
Asthma und Allergien im Kindesalter in 7 Bezirken Oberösterreichs – ISAAC III
G. Haidinger, T. Waldhör, S. Meusburger, G. Süss und C. Vutuc
Abstract
G. Haidinger1, T. Waldhör1, S. Meusburger2, G. Süss2 und C. Vutuc1
1Abteilung für Epidemiologie, Zentrum für Public Health, Medizinische Universität Wien, 2Abteilung Sanitätsdirektion beim Amt der Oberösterreichischen Landesregierung
Im Rahmen einer internationalen Studie (ISAAC Phase III) wurde bei allen Kindern der Vorschulklassen und der 1. und 2. Klassen Volksschule in den Bezirken Eferding, Freistadt, Grieskirchen, Linz-Land, Perg, Urfahr-Umgebung und Wels-Land im Bundesland Oberösterreich im Zeitraum 2001 – 2003 die Häufigkeit von Asthma, Heuschnupfen und Neurodermitis erhoben. Es zeigte sich, dass in ihrem bisherigen Leben (Lebenszeitprävalenz) 5% der Kinder Asthma, 4,5% Heuschnupfen und 13,6% Neurodermitis hatten. Verglichen mit der ISAAC-I-Erhebung (1995 – 1997) ist die Prävalenz aller Erkrankungen angestiegen (Asthma +0,6%, Heuschnupfen +0,9%, Neurodermitis +3,7%). Ein Teil der geringen Zunahme ist jedoch sicherlich auf geänderte Diagnosegewohnheiten von Seiten der Ärzteschaft und andererseits auf ein gestiegenes Gesundheitsbewusstsein der Eltern/Erziehungsberechtigten zurückzuführen.Correspondence to:
ao. Univ. Prof. Dr. med. G. Haidinger
Abteilung für Epidemiologie
Zentrum für Public Health
Medizinische Universität Wien
Borschkegasse 8a
A-1090 Wien
Email: gerald.haidinger@meduniwien.ac.at
Übersicht
Lyophylisierte Graspollentablette zur sublingualen Immuntherapie bei Graspollenallergie: aktueller Wissensstand und Ergebnisse des Entwicklungsprogramms eines neuen Präparats
M. Möhrenschlager, A. Kapp, J. Kleine-Tebbe, C. Bachert, J. Ring und E. Wüstenberg
Abstract
M. Möhrenschlager1, A. Kapp2, J. Kleine-Tebbe3, C. Bachert4, J. Ring1 und E. Wüstenberg5
1Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein, Technische Universität München, 2Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Venerologie Medizinische Hochschule Hannover, 3Allergie und Asthma-Zentrum Westend, Berlin, 4Kliniek v
Ca. 15 – 25% der deutschen Bevölkerung leiden unter einer allergischen Rhinokonjunktivitis, die in etwa der Hälfte der Fälle durch Gräserpollen bedingt ist. Die allergenspezifische Immuntherapie gilt als einzige kausale Therapieform neben der Allergenkarenz. Mit einer lyophilisierten Graspollentablette steht erstmals ein zugelassenes Präparat zur sublingualen spezifischen Immuntherapie zur Behandlung der gräserpollenbedingten allergischen Rhinokonjunktivitis zur Verfügung. Die Tablette besteht aus hochgereinigten und SQ (“Standard-Quality”)-standardisierten Allergenen von Wiesenlieschgras (Phleum pratense) in einer Dosierung von 75.000 SQ pro Tablette. Die Applikation erfolgt einmal täglich. Die Übersicht fasst die Ergebnisse der klinischen Studien zusammen, die zur Beurteilung der Sicherheit, Verträglichkeit und klinischen Wirksamkeit des neuen Präparats durchgeführt wurden. In der Frühphase des Entwicklungsprogramms konzentrierte sich das Hauptinteresse auf Aspekte der Sicherheit und Verträglichkeit. Insgesamt 3 Phase-I-Studien wurden durchgeführt. In einer dieser Studien wurden die Patienten außerhalb der Pollensaison mit Dosen von bis zu 1 Million SQ-T (SQ-Tabletteneinheiten) behandelt (dies entspricht mehr als dem 13-Fachen der Dosis der jetzt zugelassenen Tablette), ohne dass schwere Nebenwirkungen beobachtet worden wären. In einer Dosis-Findungs-Studie wurde die optimale therapeutische Dosis bei 75.000 SQ-T einmal täglich gefunden. Mit dieser Dosis wurden die folgenden Studien durchgeführt. In einer Phase-III-Studie an 634 Patienten fand sich eine mittlere Reduktion des Symptom-Scores von 30% (p < 0,0001), des Medikations-Scores um 38% (p < 0,0001) im ersten Behandlungsjahr. Für das zweite Behandlungsjahr (351 Patienten) fand sich eine mittlere Reduktion der Symptome um 36% (p < 0,0001) und des Medikations-Scores um 46% (p < 0,0001). Immunologische Untersuchungen im Serum zeigten eine Modifikation der systemischen Immunantwort mit einem signifikanten und über beide Therapiejahre zunehmenden Anstieg von spezifischen IgG4-Antikörpern.Correspondence to:
PD Dr. med. E.G. Wüstenberg
Otorhinolaryngologe, Allergologe
Vice President Medical and Regulatory Affairs
ALK-SCHERAX Arzneimittel GmbH
Feldstraße 170
D-22880 Wedel
Email: eike.wuestenberg@alk-scherax.de
Serie
Fälle aus der Praxis – Teil 1
J. Baltsch
Abstract
J. Baltsch
Fachpraxis Pneumologie und Allergologie, Pulheim
Abstract nicht verfügbarCorrespondence to:
Dr. med. J. Baltsch
Pfalzgrafenstraße 18
D-50259 Pulheim
Email: dr.baltsch@t-online.de
Mitteilungen
Grippaler Infekt und Allergie / Asthmaexazerbation bei Kindern / Anti-IL-5-Antikörper und Polyposis nasi
Abstract
kein Asbtract verfügbar