Jahrgang 31, No. 4/2008(April 2008)
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Allergologie
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Originalarbeit
Pränatale Entwicklung von Toleranz
Z. Széphalusi
Abstract
Z. Széphalusi
Universitätsklinik für Kinder und Jugendheilkunde, Wien
Hintergrund: Typ-I-Allergien sind häufig, treten ab der frühen Kindheit auf und kurative Therapieansätze sind zurzeit nicht vorhanden. Präventionsstrategien zur Verhütung einer Allergieentstehung sind daher dringend erforderlich. Methodik: Aus dem Verständnis der natürlichen Entwicklung des Immunsystems gegenüber infektiösen und nichtinfektiösen Antigenen/Allergenen werden Strategien diskutiert, mit welchen frühzeitig (hier mit dem Fokus auf die pränatale Phase) Allergieprävention angesetzt werden kann. Um pränatal Toleranz entwickeln zu können, müssen die immunologischen Grundlagen bekannt sein. Die Rolle der Antigenpräsentation, der B- und T-Zellentwicklung sind von wesentlicher Bedeutung. Der Reifezustand dieser Immunzellen beeinflusst die Immunreaktion nach pränataler Antigen/Allergenexposition. Ergebnisse: Die T- und B-Zellentwicklung unterliegt einem konstanten und sequentiellen Reifeprozess mit steigendem Gestationsalter, wohingegen die antigenpräsentierenden Zellen im peripheren Blut inkomplett ausgereift sind, und somit gute Voraussetzungen für eine Toleranzentwicklung darstellen. Schlussfolgerung: Ein besseres Verständnis des immunologischen Repertoires in der pränatalen sowie perinatalen Periode trägt wesentlich dazu bei, pränatale Toleranzinduktion gegenüber Typ-I-Allergenen möglich zu machen.Correspondence to:
Prof. Dr. med. Z. Szépfalusi
Universitätsklinik
für Kinder- und Jugendheilkunde
Währinger Gürtel 18-20
A-1090 Wien
Email: paediatrie@meduniwien.ac.at
Originalarbeit
Pilotstudie zu Lebensgewohnheiten und Lebensumfeld von Patienten mit selbstberichteter multipler Chemikaliensensitivität, Duftstoffallergien oder Polyposis nasi
C. Brülls, H. Niggemann, W. Weißbach, W. Dott, M. Fischer, H.F. Merk, B. Blömeke, J. Isselstein, J. Ilgner, M. Westhofen und G.A. Wiesmüller
Abstract
C. Brülls1, H. Niggemann1, W. Weißbach1, W. Dott1, M. Fischer1,2, H.F. Merk2, B. Blömeke3, J. Isselstein4, J. Ilgner4, M. Westhofen4 und G.A. Wiesmüller1,5
1Institut für Hygiene und Umweltmedizin, 2Hautklinik, Universitätsklinikum Aachen, RWTH Aachen, 3Arbeitsgruppe Ökotoxikologie und Toxikologie, Universität Trier,
Hintergrund: Umweltfaktoren werden als mögliche Ursachen und/oder Trigger von multipler Chemikaliensensitivität (MCS), Duftstoffallergien (DA) und Polyposis nasi (PN) diskutiert. Alle drei Krankheitsbilder haben den Respirationstrakt als ein gemeinsames Wirkorgan. Daher war es Ziel der vorliegenden Studie, Lebensgewohnheiten und -umfeld von Patienten mit selbstberichteter MCS (sMCS), DA oder PN zu charakterisieren und zwischen den drei Patientengruppen zu vergleichen. Material und Methoden: Die Abhängigkeit der Verteilung von Variablen eines standardisierten Fragebogens zu Lebensgewohnheiten und -umfeld wurde vergleichend bei den drei Patientengruppen mittels Pearsons c2-Test untersucht. Ergab sich ein signifikanter Wert, wurden mit Fishers exaktem Test paarweise Vergleiche durchgeführt und nach Bonferroni adjustiert. Ergebnisse: Die sMCS-Gruppe bestand aus 14 Männern und 45 Frauen, die DA-Gruppe aus 19 Männern und 25 Frauen, die PN-Gruppe aus 42 Männern und 27 Frauen. Fragebogenvariablen mit signifikant unterschiedlicher Verteilung in den drei Patientengruppen waren: Schadstoffe als vermutete Beschwerdenursache (p < 0,001), Parfumgebrauch (p < 0,001), Schimmelpilzexposition zu Hause (p = 0,035), Alter des Mobiliars zu Hause (p = 0,001), Gebrauch von Desinfektionsmitteln (p = 0,006) und Insektiziden (p = 0,004), tägliche Aufenthaltszeit zu Hause (p = 0,032), Expositionen zu Fotokopierern (p < 0,001) und Gerüchen (p < 0,001) am Arbeitsplatz. Meistens waren die untersuchten Fragebogenvariablen zwischen der sMCS-Gruppe und den DA-/ PN-Gruppen signifikant unterschiedlich verteilt. Schlussfolgerungen: Die unterschiedliche Verteilung der untersuchten Fragebogenvariablen zwischen der sMCS-, DA- und PN-Gruppe betraf im wesentlichen Umweltfaktoren mit Geruchskomponenten. Reaktionen gegenüber diesen Umweltfaktoren waren bei DA-Patienten geringer ausgeprägt als bei sMCS-Betroffenen. Die PN- Gruppe zeigte keine Umweltassoziationen in den untersuchten Variablen.Correspondence to:
Prof. Dr. med. G.A. Wiesmüller
Umweltprobenbank des Bundes
Teilbank Humanproben und Datenbank
Universitätsklinikum Münster
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Domagkstraße 11
D-48149 Münster
Email: GA.Wiesmueller@uni-muenster.de
Übersicht
Allergenquantifizierung an Arbeitsplätzen
M. Raulf-Heimsoth
Abstract
M. Raulf-Heimsoth
BGFA – Forschungsinstitut für Arbeitsmedizin der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, Institut der Ruhr-Universität Bochum
Allergenexpositionen an Arbeitsplätzen stellen ein wesentliches Risiko für die Entstehung von berufsbedingten Allergien und/ oder Berufsasthma dar. Um den Zusammenhang zwischen der Exposition und den berufsbezogenen allergischen Erkrankungen zu klären bzw. um geeignete Maßnahmen zur Reduktion oder Vermeidung der Allergenbelastung einzuführen und diese auch zu überwachen, besteht die Notwendigkeit, die Allergenbelastung messtechnisch zu erfassen. Verfahren zur Bestimmung der Allergenbelastung bestehen aus der Staubprobensammlung am Arbeitsplatz, der Elution des Materials vom Sammelequipment und der danach folgenden Allergenanalyse im Labor. Insbesondere die Sammlung von inhalierbarem Staub mittels personengetragener Pumpen gilt als “Goldstandard” für die Expositionsbetrachtung an Arbeitsplätzen, da sie Auskunft über die individuelle Allergenexposition gibt. Die eigentliche Analyse des Allergenmaterials erfolgt in der Regel mit Hilfe von sensitiven und spezifischen immunologischen Nachweisverfahren. Für den schnellen Nachweis der Allergene am Arbeitsplatz wurden semiquantitative Lateral-flow-Immunoassays entwickelt, die direkt vor Ort durchführbar sind.Correspondence to:
PD Dr. med. Monika Raulf-Heimsoth
BGFA – Forschungsinstitut für Arbeitsmedizin
der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung
Institut der Ruhr-Universität Bochum
Allergologie/Immunologie
Bürkle-de-la-Camp-Platz 1
D-44789 Bochum
Email: raulf@bgfa.de
Überischt
Stellenwert des Lymphozyten-Transformationstests in der Diagnostik von Arzneimittelallergien
B. Sachs, M. Martin und H.F. Merk
Abstract
B. Sachs1,2, M. Martin1 und H.F. Merk2
1Abteilung Pharmakovigilanz, Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), Bonn, 2Klinik für Dermatologie und Allergologie, Universitätsklinikum Aachen
Einleitung: Der Lymphozyten-Transformationstest (LTT) dient dem In-vitro-Nachweis einer arzneimittelspezifischen T-ZellSensibilisierung. Prinzipiell kann der LTT bei Reaktionen mit unterschiedlicher Pathophysiologie (Typen I – IV nach Coombs und Gell) eingesetzt werden. Methodik: Periphere mononukleäre Zellen (PBMC) eines möglicherweise sensibilisierten Patienten werden mit dem verdächtigten Arzneimittel (Antigen) für 5 – 7 Tage in Kultur gegeben. Für die letzten 12 – 18 Stunden wird ein radioaktiv markierter DNA-Baustein (3H-Thymidin) hinzugegeben. Die Proliferation der PBMC wird über den Einbau von radioaktiv markiertem 3H-Thymidin erfasst. Der Stimulationsindex (SI) entspricht dem Quotienten aus der gemessenen Radioaktivität des Ansatzes mit und ohne Antigen. Diskussion: Der LTT ist ein hilfreicher Test zum Nachweis einer Arzneimittelsensibilisierung mit dem Vorteil, das Antigen in vitro testen zu können. Andererseits variieren Spezifität und Sensitivität des LTT je nach klinischer Reaktion und getestetem Antigen. Die Reproduzierbarkeit der Testergebnisse ist nicht hoch. Diese Zusammenfassung beschreibt den Stellenwert des LTT in der allergologischen Diagnostik und soll es dem Leser ermöglichen, die Möglichkeiten und Grenzen des LTT in der Diagnostik von Arzneimittelallergien realistisch einschätzen zu können.Correspondence to:
PD Dr. med. B. Sachs
Abteilung Pharmakovigilanz
Bundesinstitut für Arzneimittel
und Medizinprodukte (BfArM)
Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3
D-53175 Bonn
Email: sachs@bfarm.de
Leitlinien
Allergologische Diagnostik von Überempfindlichkeitsreaktionen auf Arzneimittel
B. Przybilla, W. Aberer, A.J. Bircher, R. Brehler, K. Brockow, H. Dickel, T. Fuchs, M. Hertl, M. Mockenhaupt, O. Pfaar, J. Ring, B. Sachs, D. Vieluf, B. Wedi, M. Worm, T. Zuberbier und H.F. Merk
Abstract
B. Przybilla1, W. Aberer2, A.J. Bircher3, R. Brehler4, K. Brockow5, H. Dickel6, T. Fuchs7, M. Hertl8, M. Mockenhaupt9, O. Pfaar10, J. Ring5, B. Sachs11, D. Vieluf12, B. Wedi13, M. Worm14, T. Zuberbier14 und H.F. Merk15
1Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie, Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München, 2Universitäts-Hautklinik, Medizinische Universität Graz, Österreich, 3Allergologische Poliklinik, Dermatologische Klinik, Universitätsspi
Correspondence to:
Prof. Dr. med. B. Przybilla
Klinik und Poliklinik für Dermatologie
und Allergologie
Ludwig-Maximilians-Universität
Frauenlobstraße 9–11
D-80337 München
Email: bernhard.przybilla@med.uni-muenchen.de