Jahrgang 30, No. 9/2007(September 2007)
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Allergologie
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Anti-IgE-Therapie
Editorial: Anti-IgE-Therapie
Th. Werfel
Abstract
Th. Werfel
Trotz intensiver Forschungsaktivitäten werden nur selten wirklich neue Therapieprinzipien in die Praxis umgesetzt und allgemein zur Anwendung am Menschen zugelassen. Im Bereich der Allergologie ist eine der innovativsten Substanzen, die in den letzten Jahren zur Anwendung am Menschen verfügbar wurde, zweifellos der humanisierte Antikörper Omalizumab. Dieser wurde im Oktober 2005 in Deutschland zur Behandlung von Patienten ab 12 Jahren mit mittelschwerem bis schwerem Asthma und Allergien gegen ganzjährig bedeutsame Allergene (z.B. Hausstaubmilben) und zusätzlich unzureichender Beschwerdefreiheit unter stadiengerechter medikamentöser Behandlung zugelassen.
Erfahrungsgemäß werden gerade in den ersten Jahren nach Zulassung einer neuen Substanz besonders viele neue Erkenntnisse zu weiteren therapeutischen Optionen und Wirkungsweisen gewonnen. Dieses ist der Anlaß, sozusagen zum 2. Geburtstag (in bezug auf die Zulassung in Deutschland) mit dem vorliegenden Themenheft zur Anti-IgE-Therapie eine Zwischenbilanz zu ziehen. Dankenswerterweise hat sich eine Reihe von Experten aus ganz unterschiedlichen Fachgebieten bereit erklärt, aktuelle Übersichtsarbeiten zu den unterschiedlichen Aspekten der Anti-IgE-Therapie beizusteuern.
E. Hamelmann (Berlin) fasst den aktuellen Kenntnisstand zur Wirkungsweise und Pharmakodynamik von Anti-IgE zusammen. Er folgert, dass der duale Wirkmechanismus von Anti-IgE mit gleichzeitiger Reduktion von freiem Serum-IgE und Reduktion der Rezeptorexpression auf Mastzellen und Basophilen die signifikante Wirkung auf die IgE-vermittelte Mastzellaktivierung mit daraus folgender Inhibition der Mediatorfreisetzung erklären kann. Hinzu kommen sekundäre Effekte auf weitere proinflammatorische Effektorzellen und Regulatoren in der allergischen Kaskade, wie z.B. dendritische Zellen und Eosinophile.
U. Wahn, E. Hamelmann und Ph. Stock (Berlin) diskutieren in ihrem gemeinsamen Artikel das immunologische Monitoring einer Therapie mit Anti-IgE und leiten aus den bisher publizierten Daten ab, dass das volle therapeutische Potential von Omalizumab bei unterschiedlichen allergologischen Indikationen wahrscheinlich erst bei exaktem Monitoring des freien IgE im Serum auszuschöpfen ist.
G. Schultze-Werninghaus (Bochum) adressiert in seinem Artikel “Anti-IgE bei respiratorischen Erkrankungen: Klinische Evidenz zur Wirksamkeit und Sicherheit bei allergischem Asthma” die Hauptindikation von Omalizumab. Er fasst die Ergebnisse von 7 Phase-III-Studien mit Jugendlichen und Erwachsenen zusammen, die belegen, dass Omalizumab tatsächlich eine wirksame therapeutische Option in der Behandlung des schweren, durch Standardtherapie nicht ausreichend kontrollierbaren allergischen Asthma bronchiale darstellt.
K.M. Beeh (Wiesbaden) geht in seinem Artikel auf praktische Aspekte der Anti-IgE-Behandlung im Rahmen der zugelassenen Indikation ein. Diese betreffen sowohl die Auswahl der “richtigen” Patienten als auch Parameter des Therapiemonitorings.
K. Verbruggen, P. Van Cauwenberge und C. Bachert (Ghent) führen in ihrem Artikel “Anti-IgE zur Behandlung der Rhinitis allergica – und der Polyposis nasi?” anhand publizierter Studien aus, dass erwartungsgemäß auch eine Wirksamkeit von Omalizumab auf die Rhinitis allergica nachweisbar ist. Da für die Polyposis nasi kürzlich eine lokale polyklonale IgE-Antwort nachgewiesen wurde, wird in der vorgelegten Arbeit darüber hinaus eine Proof-of-Concept-Studie zur Behandlung von Polyposis nasi mit Omalizumab diskutiert.
M. Kopp (Freiburg) beschreibt in seinem Artikel “Anti-IgE-Antikörper und spezifische Immuntherapie” Studien, in denen übereinstimmend gezeigt wurde, dass eine gleichzeitige Behandlung mit Anti-IgE bei Durchführung der spezifischen Immuntherapie signifikant den Symptomschweregrad und den Medikamentenverbrauch im Vergleich zu einer alleinigen SIT senken kann. Weiterhin konnte gezeigt werden, dass die Anzahl und die Schwere der Nebenwirkungen einer SIT durch eine Vorbehandlung mit Omalizumab signifikant reduziert wird.
Anti-IgE-Antikörper haben das Potenzial, auch bei anderen klinischen Indikationen als allergischen Asthma bronchiale eingesetzt zu werden. Es blieb mir überlassen, einige bislang publizierte Beobachtungen mit Anti-IgE-Antikörpern zu einer Reihe von “off label”-Indikationen zusammenzufassen, für die erste positive Berichte zur Wirksamkeit vorliegen (Nahrungsmittelallergie, atopische Dermatitis, Kälteurtikaria, Mastozytose und berufsbedingte Latexallergie).
Zielen, Metz, Sommer und Scherf S2
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Ich wünsche den Lesern der Zeitschrift “Allergologie” bei der Lektüre dieses Schwerpunktheftes Freude und Informationsgewinn und bin sicher, dass wir auch künftig noch einiges über das Therapieprinzip der IgE-Blockade im Bereich der Allergologie lernen werden.
Thomas Werfel, Hannover
Übersicht
Wirkungsweise und Pharmakodynamik von Anti-IgE
E. Hamelmann
Abstract
E. Hamelmann
Pädiatrie m.S. Pneumologie und Immunologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin
Lange Zeit basierte die pharmakologische Therapie von allergischen Erkrankungen wie Asthma oder Rhinitis lediglich auf symptomatischer Behandlung mit Kortikosteroiden, Sympathomimetika und Antihistaminika. Aufgrund des verbesserten Verständnisses der Grundlagen dieser Erkrankungen wurden in den letzten Jahren jedoch zunehmend Strategien entwickelt, die an der Pathogenese angreifen und darauf zielen, spezifisch in der immunologischen Kaskade zu intervenieren. Das erste zugelassene Medikament aus dieser Gruppe steht nun als Anti-IgE-Antikörper (Omalizumab) für die Behandlung von schwerem allergischem Asthma zu Verfügung, verspricht aber aufgrund des besonderen anti-allergischen Wirkprofils weitere spannende Indikationen für die Zukunft. In dieser Übersicht werden die grundlegende Wirkungsweise und die pharmakodynamischen Besonderheiten einer Therapie mit Anti-IgE zusammengefasst und bewertet.Correspondence to:
Prof. Dr. med. E. Hamelmann
Pädiatrie m.S. Pneumologie und Immunologie
Charité – Universitätsmedizin Berlin
Augustenburger Platz 1
D-13353 Berlin
Email: eckard.hamelmann@charite.de
Anti-IgE-Therapie
Immunologisches Monitoring einer Therapie mit Anti-IgE
U. Wahn, E. Hamelmann und P. Stock
Abstract
U. Wahn, E. Hamelmann und P. Stock
Klinik für Pädiatrie mit Schwerpunkt Pneumologie und Immunologie, Charité, Campus Virchow-Klinikum, Berlin
Seit einigen Jahren steht mit Anti-Immunglobulin E ein neues allergologisches Therapieprinzip zur Verfügung, welches zunächst für die Behandlung des schweren allergischen Asthma bronchiale zugelassen ist. Die Dosierung des rekombinanten, humanisierten Antikörpers erfolgt nach einem Algorithmus, der auf dem Körpergewicht und dem Gesamt-IgE-Serumspiegels des Patienten beruht. Mit der Entwicklung neuer Assays für die Messung des freien, nicht komplexierten Immunglobulin E könnten sich neue Wege zur Optimierung der Anti-IgE-Therapie ergeben.Correspondence to:
Prof. Dr. med. U. Wahn
Klinik für Pädiatrie m. S. Pneumologie und Immunologie
Charité, Campus Virchow-Klinikum
Augustenburger Platz 1
D-13353 Berlin
Email: ulrich.wahn@charite.de
Anti-IgE-Therapie
Anti-IgE bei respiratorischen Erkrankungen: Klinische Evidenz zu Wirksamkeit und Sicherheit bei allergischem Asthma
G. Schultze-Werninghaus
Abstract
G. Schultze-Werninghaus
Medizinische Klinik III – Pneumologie, Allergologie, Schlaf- und Beatmungsmedizin, Zentrum der Inneren Medizin, Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil, Bochum
Anti-IgE (Omalizumab) führt über die Bindung des zirkulierenden, freien Immunglobulin E zu einer Reduktion der allergischen Atemwegsentzündung. Dadurch tritt eine wesentliche Besserung des allergischen Asthmas ein. Sieben Phase-III-Studien belegen bei Jugendlichen und Erwachsenen, dass Omalizumab eine wirksame, neue therapeutische Option in der Behandlung des schweren, durch Standardtherapie nicht ausreichend kontrollierbaren allergischen Asthma bronchiale darstellt. Auch unter Kosten-Nutzenaspekten ist Omalizumab für diesen Asthmaschweregrad eine geeignete neue Therapieoption. Für diese Patientengruppe wurden ein signifikanter Rückgang der Symptomatik, des Medikamentenverbrauchs und der Anzahl an Asthmaexazerbationen bzw. der Notfallbehandlungen und eine Verbesserung der Lebensqualität nachgewiesen. Schwerwiegende Nebenwirkungen der Therapie sind außerordentlich selten.Correspondence to:
Prof. Dr. med. G. Schultze-Werninghaus
Medizinische Klinik III – Pneumologie, Allergologie, Schlaf- und Beatmungsmedizin
Zentrum der Inneren Medizin
Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil
Bürkle-de-la-Camp-Platz 1
D-44789 Bochum
Email: gerhard.schultze-werninghaus@bergmannsheil.de
Anti-IgE-Therapie
Praktische Aspekte der Anti-IgE-Behandlung: Patientenauswahl und Therapie-Monitoring
K.-M. Beeh und J. Beier
Abstract
K.-M. Beeh und J. Beier
insaf – Institut für Atemwegsforschung, Wiesbaden
In Deutschland und weiteren Ländern der EU ist der monoklonale Anti-IgE-Antikörper Omalizumab (Xolair) für die Behandlung des schwerwiegenden Asthma bronchiale (Stufe 4) zugelassen. Omalizumab eignet sich als Zusatztherapie zu hochdosierten inhalativen Kortikoiden und langwirksamen beta-2-Sympathomimetika bei Asthmatikern, die mindestens 12 Jahre alt sind, eine nachweisbare allergische Sensibilisierung gegenüber mindestens einem perennialen Inhalationsallergen haben, und die trotz regelmäßiger Asthmatherapie eine reduzierte Lungenfunktion (FEV1 < 80% des Sollwerts), häufige tägliche und nächtliche Symptome und wiederholte Exazerbationen aufweisen. Omalizumab kann bei Patienten mit einem Serum-IgE zwischen 30 – 700 IU/ml eingesetzt werden. Eine klinische Reevaluierung von Asthmatikern unter Omalizumab-Therapie sollte nach 16 Wochen Behandlung erfolgen und bei dokumentiertem Behandlungserfolg zunächst zeitlich unbegrenzt fortgesetzt werden. Omalizumab wird alle 2 oder 4 Wochen subkutan injiziert. Die Dosis richtet sich nach Körpergewicht und Gesamt-IgE-Spiegel (vor Therapie) des betroffenen Patienten.Correspondence to:
PD Dr. med. habil. K.-M. Beeh
insaf – Institut für Atemwegsforschung
Biebricher Allee 34
D-65187 Wiesbaden
Email: k.beeh@insaf-wi.de
Anti-IgE-Therapie
Anti-IgE zur Behandlung der Rhinitis allergica – und der Polyposis nasi?
K. Verbruggen, P. Van Cauwenberge und C. Bachert
Abstract
K. Verbruggen, P. Van Cauwenberge und C. Bachert
Upper Airway Research Laboratory (URL), Hals-Nasen-Ohren-Abteilung, Universitätsklinik Gent, Belgien
Bei der Rhinitis allergica induziert die Quervernetzung von IgE-Molekülen bei Allergenkontakt eine Degranulation von Mastzellen und Basophilen innerhalb des Schleimhautgewebes und resultiert in der Freisetzung der typischen Mediatoren, die konsekutiv die bekannten Symptome hervorrufen. Omalizumab wirkt diesen Interaktionen durch eine Reduktion der Konzentrationen von freiem IgE im Serum entgegen. Eine Anti-IgE-Therapie interferiert zudem mit der Bindung von IgE an seine hoch- und niedrigaffinen Rezeptoren, wodurch die Th2-Antwort gehemmt wird. Die Behandlung der Rhinitis allergica mit Omalizumab ist sicher und reduziert die spezifischen Symptome. Zudem wird durch die Kombination von Omalizumab und spezifischer Immuntherapie (SIT) nicht nur eine höhere Effizienz erreicht, sondern – bei stark sensibilisierten Patienten – auch die Sicherheit der SIT erhöht. Im folgenden werden die derzeit veröffentlichten Studien zur Behandlung von Rhinitis allergica mit Omalizumab – als Monotherapie oder in Kombination mit einer Immuntherapie – zusammengefasst. Für die Polyposis nasi wurde kürzlich eine lokale polyklonale IgE-Antwort nachgewiesen, die durch Enterotoxine aus Staphylococcus aureus initiiert wird, und die die Entzündungsreaktion innerhalb des Gewebes amplifiziert. Es deutet immer mehr darauf hin, dass diese Enterotoxine als Superantigene agieren, was in einer polyklonalen T- und B-Zellaktivierung mit massiver IgE-Bildung innerhalb der Atemwege resultiert. Aufgrund der Polyklonalität der IgE-Antwort könnten verschiedene Allergene eine kontinuierliche Mastzelldegranulation im Polypengewebe aufrechterhalten, was die Schwere der Erkrankung beeinflussen könnte. In der vorliegenden Arbeit wird eine Proof-of-concept-Studie zur Behandlung von Polyposis nasi mit Omalizumab diskutiert. Im Falle einer positiven therapeutischen Reaktion würde diese Art der Behandlung den Weg für Ansätze zur Anti-IgE-Behandlung von schweren nicht atopischen Erkrankungen der unteren Atemwege bereiten.Correspondence to:
Prof. Dr. med. C. Bachert
Upper Airway Research Laboratory (URL)
Hals-Nasen-Ohren-Abteilung
Universitätsklinik Gent
De Pintelaan 185
B-9000 Gent
Email: Claus.Bachert@ugent.be
Anti-IgE-Therapie
Anti-IgE-Antikörper und spezifische Immuntherapie (SIT)
M.V. Kopp
Abstract
M.V. Kopp
Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin – Arbeitsgruppe für Pneumologie, Allergologie und Mukoviszidose, Universitätsklinikum Freiburg
Die spezifische Immuntherapie (SIT) ist neben der Allergenkarenz die einzige kausale Therapieoption in der Behandlung IgE-vermittelter allergischer Erkrankungen wie der allergischen Rhinitis und dem Asthma bronchiale. Vorteile der SIT sind neben dem kausalen Therapieansatz die gut belegte klinische Wirksamkeit auch über viele Jahre nach Ende der Therapie sowie sekundärpräventive Aspekte (weniger “Neusensibilisierungen” und “Etagenwechsel” unter SIT). Die lange Therapiedauer von mindestens 3 Jahren, mögliche Nebenwirkungen der SIT und bestehende Kontraindikationen (z.B. unzureichend behandeltes Asthma bronchiale, mangelnde Compliance) schränken den Einsatz der SIT jedoch ein. Daher stellt die Kombination einer SIT mit Anti-IgE einen interessanten innovativen Therapieansatz dar. Bislang wurden die Wirksamkeit und Sicherheit dieser Kombinationstherapie in 3 klinischen Studien untersucht. Übereinstimmend konnte dabei gezeigt werden, dass eine gleichzeitige Behandlung mit Anti-IgE signifikant Symptomschweregrad und Medikamentenverbrauch senken kann im Vergleich zu einer alleinigen SIT. Weiterhin konnte nachgewiesen werden, dass die Anzahl und die Schwere der Nebenwirkungen einer SIT durch eine Vorbehandlung mit Omalizumab signifikant reduziert werden können. Von einer solchen Therapie können insbesondere Patienten profitieren, bei denen nach dem Stand der derzeitigen Empfehlungen Kontraindikationen für die SIT bestehen (Patienten mit einem schweren allergischen Asthma bronchiale, polysensibilisierte Patienten, Patienten mit schweren Nebenwirkungen unter SIT). Bislang liegen keine Daten aus Langzeitstudien vor, die Antworten auf die Frage geben, inwieweit die Kombinationstherapie SIT + Anti-IgE Effekte auf die Rate an Neusensibilisierungen bzw. auf den Etagenwechsel hat.Correspondence to:
PD Dr. med. M.V. Kopp
Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin
Universitätsklinikum Freiburg
Mathildenstraße 1
D-79106 Freiburg
Email: matthias.kopp@uniklinik-freiburg.de
Anti-IgE-Therapie
Klinische Beobachtungen zur Wirksamkeit von Anti-IgE-Antikörpern bei Hauterkrankungen, Nahrungsmittel- und Latexallergien
Th. Werfel
Abstract
Th. Werfel
Klinik und Poliklinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Medizinische Hochschule Hannover
Der Anti-IgE-Antikörper Omalizumab ist zur Behandlung des schweren allergischen Asthma bronchiale seit Oktober 2005 in Deutschland zugelassen. In dieser Übersichtsarbeit werden weitere Indikationen diskutiert, für die publizierte klinische Beobachtungen zum Einsatz von Anti-IgE-Antikörpern vorliegen: Patienten mit schwerer, IgE-vermittelter Nahrungsmittelallergie gegen Erdnüsse wurden bereits 2003 mit einem Anti-IgE-Antikörper (für den allerdings keine Zulassung vorliegt) untersucht und es konnte bei Behandelten eine Schwellenwerterhöhung in oralen Provokationstests mit Erdnüssen gezeigt werden. Für Omalizumab liegen erste Daten vor, die auf einen ähnlichen Effekt hinweisen. Patienten mit schwerer atopischer Dermatitis sprechen in unterschiedlichem Grad auf die Therapie mit Omalizumab-Antikörpern an, wie bislang in offenen Fallserien publiziert wurde. Interessante Kasuistiken wurden zur klinischen Wirksamkeit bei Kälteurtikaria und Mastozytose beschrieben; der therapeutische Mechanismus, über den Anti-IgE hier wirkt, ist hier weitgehend unklar. Schließlich gibt es eine kontrollierte Studie mit Mitarbeitern im Gesundheitswesen mit schwerer berufsbedingter Latexallergie, die von einer Behandlung mit Omalizumab profitierten. Anti-IgE-Antikörper haben das Potenzial, auch bei anderen klinischen Indikationen als allergischem Asthma bronchiale eingesetzt zu werden. Für alle genannten Indikationen sind jedoch kontrollierte Folgestudien notwendig.Correspondence to:
Prof. Dr. med. Th. Werfel
Klinik und Poliklinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie
Medizinische Hochschule Hannover
Ricklinger Straße 5
D-30449 Hannover
Email: werfel.thomas@mh-hannover.de