Jahrgang 30, No. 5/2007(Mai 2007)
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Allergologie
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Originalarbeit
Daten zum wirkspiegelgerechten Einsatz von Theophyllinpräparaten
M. Trummer, W. Aberer und B. Kränke
Abstract
M. Trummer, W. Aberer und B. Kränke
Klinische Abteilung für Umweltdermatologie, Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie, Medizinische Universität, Graz
Grundproblematik: Theophyllin ist auch heute noch von Bedeutung in der Therapie des Asthma bronchiale. In Österreich beträgt die aktuelle Verordnungsfrequenz laut Information der Krankenkassen 6 auf 1.000 versicherte Personen. Die Wirksamkeit dieses Medikamentes setzt eine optimale Serumkonzentration (10 – 20 mg/l Blut) voraus. Ziele dieser Studie waren, den Theophyllin-Blutspiegel bei nicht selektionierten (dermatologischen) Patienten am Tag einer stationären Aufnahme zu erheben sowie den Einfluss kontrollierter Einnahme auf den Blutspiegel unter stationären Bedingungen zu bestimmen. Patienten und Methodik: Es wurden 25 stationäre Patienten einer dermatologischen Universitätsklinik im Zeitraum eines Jahres in eine prospektive Studie aufgenommen. Eingeschlossen wurden Patienten, die bei der stationären Aufnahme angaben, regelmäßig ein Theophyllinpräparat einzunehmen. Neben der Bestimmung der Theophyllinspiegel waren weitere Prüfparameter: Geschlecht, Alter, BMI, Nikotinabusus, Begleitmedikation sowie die Höhe der Transaminasen. Ergebnisse: Am Tag der stationären Aufnahme zeigten nur 20% aller Patienten einen Theophyllinspiegel im therapeutischen Bereich, bei 76% der Patienten war der Theophyllinspiegel erniedrigt, bei 4% (1 Patient) erhöht. Nach 3-tägiger Einnahme der bis dahin empfohlenen Dosis des jeweiligen Theophyllinpräparates unter kontrollierten stationären Bedingungen fanden sich weiterhin bei 32% der Patienten erniedrigte Theophyllinspiegel, bei 4% war der vormals normale Wert in den subtherapeutischen Bereich gesunken, kein Patient zeigte mehr einen erhöhten Wert. Schlussfolgerung: Obwohl aufgrund der bekannten, relativ geringen therapeutischen Breite von Theophyllin stets eine individuelle Dosisanpassung, nach Möglichkeit unter Zuhilfenahme von Blutspiegelmessungen, durchgeführt werden soll, weisen in unserer Studie auch heute noch die meisten ambulant therapierten Patienten unzureichende Wirkspiegel auf.Correspondence to:
Univ.-Prof. Dr. med. W. Aberer
Abteilung für Umweltdermatologie
und Venerologie
Univ.-Klinik für Dermatologie und Venerologie
Medizinische Universität
Auenbruggerplatz 8
A-8036 Graz
Email: werner.aberer@meduni-graz.at
Übersichten
Staphylokokken-Superantigene bei Atemwegserkrankungen:Eine Übersicht. Teil 2*: S. aureus-Enterotoxine bei AERD, Asthma, frühkindlichem Giemen und COPD
C. Bachert, N. Zhang, P. Gevaert, T. van Zele und C. Perez-Novo
Abstract
C. Bachert, N. Zhang, P. Gevaert, T. van Zele und C. Perez-Novo
Upper Airway Research Laboratory, HNO-Universitätsklinik, UZ Gent, Belgien
Gram-positive Keime von Staphylococcus aureus können grundsätzlich klassische und aus dem “enterotoxic gene cluster” (egc) stammende Enterotoxine (SE) freisetzen, die als Superantigene wirken und die Funktionen von T- und B-Zellen, Eosinophilen und anderen inflammatorischen und strukturellen Zellen effektiv beeinflussen. Die Stimulation kann zu einer TH2-polarisierten eosinophilen Entzündung sowie zu multiklonaler Immunglobulin-Produktion führen, wodurch die Atemwegserkrankung in den oberen und unteren Atemwegen amplifiziert wird. Kürzlich konnte Staphylococcus aureus intramukosal bzw. intrazellulär nachgewiesen werden; möglicherweise setzt der Keim auch von dort aus Superantigene in das Gewebe frei. Für die ineffiziente Abwehr gegen Staphylokokken könnte ein Immundefekt, entweder der angeborenen oder der erworbenen Immunität, verantwortlich sein. Im Schleimhautgewebe finden sich follikelähnliche Strukturen und Lymphozytenakkumulationen, die Enterotoxine binden und so immunhistochemisch als reaktive Zellen identifiziert werden können. Interessanterweise finden sich IgE-Antikörper gegen Enterotoxine bei den meisten Patienten, die eine AERD (aspirin-exacerbated respiratory disease) aufweisen und an Nasenpolypen und an schwerem Asthma leiden. In der vorliegenden Arbeit werden die aktuellen Belege aus Tier- und Humanstudien für eine aktive Rolle der SE bei Rhinitis allergica und Nasenpolypen (Teil 1), sowie AERD, Asthma, COPD und frühkindlichem Giemen (Teil 2) zusammengefasst. Prinzipiell korreliert das Auftreten von IgE-Antikörpern gegen SE mit der Schwere der Erkrankung (Gesamt-IgE, Entzündungsmarker und klinische Expression der Erkrankung). Tiermodelle belegen die hohe Potenz der SE, die Erkrankung zu induzieren oder zu amplifizieren, und eine Pilot-Interventionsstudie konnten zeigen, dass SE Auswirkungen auf die Schwere der Erkrankung haben. Therapeutische Ansätze sind jedoch bislang begrenzt und empirisch, so dass hier Forschungsbedarf besteht, um diese derzeit unterschätzte klinische Herausforderung zu bewältigen.
*Die Arbeit wurde durch die Unterstützung des Flemish Scientific Research Board für C. Bachert (FWO, Nr. A12/5-HB-KH3 und FWO F6/15-DP.D7675) und P. Gevaert (FWO, Nr. A2/5-LG-A4648) möglich.Correspondence to:
Prof. Dr. med. C. Bachert
URL – Upper Airway Research Laboratory
HNO-Universitätsklinik
UZ Gent
De Pintelaan 185
B-9000 Gen
Email: claus.bachert@ugent.be
Übersichten
Schlaf und Schläfrigkeit bei allergischer Rhinitis
B.A. Stuck, O. Pfaar, K. Hörmann und L. Klimek
Abstract
B.A. Stuck1, O. Pfaar1,2, K. Hörmann1 und L. Klimek1,2
1Universitäts-HNO-Klinik, Mannheim, 2Zentrum für Rhinologie und Allergologie, Wiesbaden
Neben den klassischen Symptomen der allergischen Rhinitis treten die damit assoziierten sekundären Symptome in jüngster Zeit zunehmend in das Zentrum des Interesses. Hierbei spielen vor allem die Aspekte Müdigkeit (fatigue) und Schläfrigkeit (sleepiness) eine besondere Rolle. Häufig werden diese Störungen auf eine Beeinträchtigung des Nachtschlafs zurückgeführt, auch wenn sich der entsprechende Nachweis schwierig gestaltet und bis dato nicht überzeugend gelungen bzw. der Zusammenhang fragwürdig ist. Zu den subjektiven Aspekten Müdigkeit und Schläfrigkeit konnten zunehmend valide Daten gesammelt werden. Systematische objektive Untersuchungen, namentlich zu den objektiven Einflüssen auf den Nachtschlaf der Betroffenen, sind bis heute jedoch die Ausnahme geblieben. Die Auswertung der verfügbaren Literatur macht deutlich, dass die allergische Rhinitis zumindest in epidemiologischen Studien als Risikofaktor für schlafbezogene Atmungsstörungen bei Erwachsenen und vor allen Dingen bei Kindern gelten kann. In entsprechenden klinischen Studien konnte darüber hinaus auch deutlich gemacht werden, dass mit dem Einsetzen der Pollenflugsaison bei der saisonalen allergischen Rhinitis eine signifikante Zunahme der Tagesschläfrigkeit verbunden ist, die sich auch mit standardisierten Instrumenten nachweisen lässt. Eine antiallergische Therapie, vornehmlich mit topischen Steroiden, führt auch bei Patienten mit perennialer allergischer Rhinitis zu einer Verbesserung der subjektiven Einschätzung der Schlafqualität und der Tagesbefindlichkeit. Im Gegensatz hierzu konnten klinisch relevante Veränderungen bzw. Verschlechterungen objektiver Schlafparameter insbesondere in jüngeren, methodisch belastbareren Studien nicht nachgewiesen werden. Eine allergische Rhinitis alleine ist daher offenbar nicht in der Lage, eine manifeste, klinisch relevante schlafbezogene Atmungsstörung bei ansonsten gesunden Allergikern auszulösen.Correspondence to:
Prof. Dr. med. B.A. Stuck
Universitäts-HNO-Klini
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
D-68167 Mannheim
Email: boris.stuck@hno.ma.uni-heidelberg.de
Kasuistik
Allergisches Kontaktekzem – Fehldiagnose Nahrungsmittelallergie nach Bioresonanzdiagnostik
M. Stahl und Th. Fuchs
Abstract
M. Stahl und Th. Fuchs
Abteilung Dermatologie und Venerologie, Bereich Allergologie, Georg-August-Universität, Göttingen
Seit etwa 3 Monaten bestand bei einer sonst gesunden 45 Jahre alten Juristin ein Kontaktekzem im Gesicht und Dekolleté. Eine Dermatologin und Allergologin diagnostizierte mit Hilfe der Bioresonanztechnik multiple “Nahrungsmittelallergien”. Hauttests erfolgten nicht. Die Patientin mied sukzessive immer mehr Nahrungsmittel und nahm schließlich über Wochen nur noch eine bestimmte Sorte Dinkelbrot, Bananen, Kartoffeln, Nudeln, Butter, Ei und Salz zu sich. Unter der Diät nahm sie mehr als 10 kg ab. Der Hautbefund blieb darunter weitgehend konstant. Systemtherapien erfolgten mit Prednisolon oral, da die Patientin topische Kortikosteroide wegen ihrer möglichen Nebenwirkungen strikt ablehnte. Sie berichtete über eine Verschlechterung des Ekzems nach Anwendung von Prednicarbat. Unter oraler Prednisolontherapie ging die Erkrankung zurück, anschließend kam es jeweils erneut zu einer Exazerbation des Ekzems. Hinweise auf eine atopische Diathese bestanden nicht. Andere Allergien waren nicht bekannt. Wir diagnostizierten mittels Epikutantest ein allergisches Kontaktekzem, ausgelöst insbesondere durch (Chlor-) Methylisothiazolinon (MCI/ MI) und Duftstoffe, die in ihren Kosmetika nachweisbar waren, sowie durch Prednicarbat.Correspondence to:
Dr. med. Maren Stahl
Abteilung Dermatologie und Venerologie
Bereich Allergologie
Georg-August-Universität
Von-Siebold-Straße 3
D-37075 Göttingen
Email: stahl@med.uni-goettingen.de
Varia
Buchbesprechungen, Mitteilungen, Preisverleihung, Industrienachrichten, Einladung
Abstract
Abstract nicht verfügbar