Jahrgang 30, No. 2/2007(Februar 2007)
|
Allergologie
Die Online-Versionen der Zeitschriften werden jeweils vor Erscheinen der Print-Ausgabe aktualisiert. Alle Inhalte dieser Website stehen Abonnenten der Zeitschrift nach einmaliger Registrierung ohne Mehrkosten zur Verfügung. Um die Artikel im PDF-Format betrachten zu können, benötigen Sie die Adobe Reader® Software.
|
| Preis für gesamte Ausgabe: 24.80$ |
 |
Supplement
Kurzzeit-Immuntherapie mit Allergoiden und dem Adjuvans Monophosphoryl-Lipid A: Ergebnisse einer 3-jährigen Praxisstudie
S. Zielen, D. Metz, E. Sommer und H.-P. Scherf
Abstract
S. Zielen1, D. Metz2, E. Sommer3 und H.-P. Scherf4
1Zentrum für Kinderheilkunde, Johann Wolfgang von Goethe-Universität, Frankfurt/Main, 2Praxis für Dermatologie/Allergologie, Wittstock,
Einleitung: Die Wirksamkeit und Verträglichkeit einer Kurzzeit-Immuntherapie mit 4 Injektionen pro Jahr wurde in mehreren kontrollierten klinischen Studien und einer Praxisstudie gezeigt. Bisher lagen keine Daten aus der mehrjährigen Anwendung dieser kurzen Allergie-Impfung vor. Methoden: In einer prospektiven, offenen Studie in 963 allergologischen Praxen wurden Erwachsene sowie Kinder und Jugendliche (6 – 18 Jahre) mit saisonaler allergischer Rhinitis, Konjunktivitis und/oder Asthma mit Pollenallergoiden plus dem TH1-induzierenden Adjuvans Monophosphoryl-Lipid A (MPL®, Pollinex Quattro) behandelt. Die Therapie wurde in 3 aufeinanderfolgenden Jahren durchgeführt und bestand gemäß der Fach- und Gebrauchsinformation aus 4 präsaisonalen Injektionen pro Jahr. Als Parameter für die Wirksamkeit dienten der Verbrauch an antiallergischer Medikation während des Pollenflugs sowie die Beurteilung des Therapieerfolges durch den Arzt. Die Verträglichkeit wurde anhand von lokalen und systemischen Reaktionen beurteilt. Ergebnisse: Insgesamt wurden die Daten von 3.114 Patienten ausgewertet (2.692 Erwachsene, 422 Kinder und Jugendliche) und 21.428 Injektionen dokumentiert. Nach 3-jähriger Therapie besserten sich die Symptome bei mehr als 93% der Patienten. Bei 75,3% hatte sich der Medikamentenverbrauch reduziert. Im Verlauf der Therapie wurde eine Steigerung der Effizienz dokumentiert. Die gute Wirksamkeit zeigte sich auch bei älteren Patienten (> 50 Jahre). Der Zeitpunkt der präsaisonalen Therapie (z.B. Herbst oder Frühling) hatte keinen Einfluss auf den Therapieerfolg. Nach 6,3% der Injektionen traten Lokalreaktionen auf (vorwiegend Rötung/Schwellung), nach 0,5% systemische Reaktionen (vor allem leichte Rhinitis). Anaphylaktische Reaktionen und schwerwiegende Nebenwirkungen wurden nicht gemeldet. Im 2. und 3. Therapiejahr verminderte sich die Anzahl der lokalen und systemischen Reaktionen. Die Verträglichkeit und Akzeptanz der Therapie wurden durch den Arzt in über 93% als sehr gut bzw. gut beurteilt, dabei gab es keine Unterschiede zwischen Erwachsenen und Kindern/Jugendlichen. Schlussfolgerung: In dieser Praxisstudie konnten bei einem großen Patientenkollektiv (Erwachsene und Kinder/Jugendliche) die gute Wirksamkeit und Verträglichkeit einer präsaisonalen Kurzzeit-Immuntherapie mit 4 Injektionen pro Jahr bestätigt werden. In 3 aufeinanderfolgenden Jahren verbesserten sich die Effektivität und Verträglichkeit der Therapie. Die kurze Behandlungsdauer könnte die Akzeptanz der spezifischen Immuntherapie verbessern und damit zu einer weiteren Verbreitung dieser Therapieform beitragen.Correspondence to:
Prof. Dr. med. S. Zielen
Zentrum für Kinderheilkunde
Johann Wolfgang von Goethe-Universität
Theodor-Stern-Kai 7
D–60590 Frankfurt/Main
Email: e-mail: stefan.zielen@kgu.de
Originalarbeit
Atopisches Asthma und dessen Risikofaktoren
V. Tomic Spiric, S. Jankovic, M. Bogic, N. Maksimovic
Abstract
V. Tomic Spiric1, S. Jankovic2, M. Bogic1, N. Maksimovic2,
1Institut für Allergologie und Immunologie, Klinikzentrum Serbien,
Zielsetzung: Untersuchung der mit atopischem Asthma in Verbindung stehenden Faktoren in einer erwachsenen serbischen Population. Methoden: Von März 2002 – Juni 2003 wurde eine Fallkontrollstudie an 134 Patienten mit atopischem Asthma und 134 Nicht-Asthmatikern durchgeführt. Die Patienten und Kontrollen wurden in Geschlecht, Alter (± 5 Jahre) und Wohnort (städtische/ländliche Umgebung) angepasst. Zum Erhalt von Informationen über die bekannten Risikofaktoren wurde ein detaillierter Fragebogen, der auf den neuesten Ergebnissen in diesem Gebiet basiert, verwendet. Stressauslösende Lebensereignisse wurden anhand des Paykels Interview for Recent Life Events ermittelt. Ergebnisse: Nach dem multivariaten, bedingt logistischen Regressionsmodell waren folgende Faktoren unabhängig signifikant mit dem Auftreten des atopischen Asthmas assoziert: Rhinitis allergica (OR = 30,74; 95% CI = 7,62 – 123,98; p < 0,001), Sinusitis (OR = 5,06; 95% CI = 1,27 – 20,17, p = 0,022) und Infektionen der unteren Atemwege in der Kindheit (OR = 5,72; 95% CI = 1,65 – 19,87; p = 0,006). Schlussfolgerung: Unsere Studie deutet darauf hin, dass Rhinitis allergica, Sinusitis und Infektionen der unteren Atemwege in der Kindheit als Faktoren, die das Risiko an atopischem Asthma zu erkranken erhöhen, möglicherweise ein wichtige Rolle spielen. Das Erkennen der Risikofaktoren ist bei Diagnose und Prävention der Erkrankung von Bedeutung.Correspondence to:
V. Tomic Spiric
Institut für Allergologie und Immunologie
Klinikzentrum Serbien
Koste Todorovica 2
11000 Belgrad
Serbien-Montenegro
Email: spiric@drenik.net
Originalarbeit
Atopische Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter: Häufigkeiten und Trends weltweit. Eine Literaturauswahl zur Internationalen Studie zu Asthma und Allergien bei Kindern (ISAAC)
G. Büchele, G. Weinmayr, J. Genuneit, G. Nagel, A. Kleiner und R. Peter
Abstract
G. Büchele, G. Weinmayr, J. Genuneit, G. Nagel, A. Kleiner und R. Peter
Institut für Epidemiologie, Universität Ulm
Einleitung: Asthma und allergische Erkrankungen gehören zu den wichtigsten chronischen Erkrankungen im Kindesalter. In den 90er Jahren wurde von einer Zunahme der Häufigkeiten ausgegangen. Patienten und Methoden: Zur Messung der Asthma- und Allergieprävalenz wurden die ISAAC-Studien als Querschnittsstudien weltweit in über 50 Ländern bei über einer Million Kindern durchgeführt. Zum Einsatz kamen standardisierte Fragebögen und in Phase II objektive Messmethoden. Ergebnisse: Die Prävalenz von Asthmasymptomen bei 6- bis 7-jährigen Kindern schwankte 1994/95 von 4,1 – 32,1% zwischen den Studienzentren. Die Häufigkeit von Heuschnupfensymptomen variierte von 0,8 – 14,9% und von Neurodermitis von 1,1 – 18,4%. Die Asthmaprävalenzen für 13- bis 14-Jährige betrugen 2,1 – 32,2%. Der Anteil an Asthmasymptomen, der auf eine atopische Sensibilisierung zurückzuführen war, korrelierte in Phase II stark mit dem Bruttonationaleinkommen (r = 0,74, p < 0,001). In Phase III (2002/2003) zeigte sich insgesamt ein uneinheitliches Bild bezüglich Zu- und Abnahme der Krankheitshäufigkeiten. Bei einer Nachuntersuchung der deutschen Phase-II-Kinder im Alter von 16 – 18 Jahren lag der Anteil der inzidenten Fälle mit Asthmasymptomen bei 13%, mit Heuschnupfen bei 27% und mit Neurodermitis bei 6%. Schlussfolgerung: Die Häufigkeiten von Asthma, atopischem Asthma und allergischen Erkrankungen variierten weltweit sehr stark. Trotz uneinheitlicher Entwicklungen war häufiger eine Zunahme der Erkrankungen zu beobachten. Auch im jugendlichen Alter muss von einer relevanten Neuerkrankungsrate ausgegangen werden.Correspondence to:
G. Büchele, MPH
Institut für Epidemiologie
Universität Ulm
Helmholtzstraße 22
D-89081 Ulm
Email: gisela.buechele@uni-ulm.de
Kasuistiken
Erfolgreiche spezifische Immuntherapie (SIT) bei Rhinoconjunctivitis allergica und persistierendem atopischem Handekzem
E. Weisshaar und T.L. Diepgen
Abstract
E. Weisshaar und T.L. Diepgen
Abteilung Klinische Sozialmedizin, Schwerpunkt Berufs- und Umweltdermatologie, Universitätsklinikum Heidelberg
Die spezifische Immuntherapie (SIT) ist die einzige kausale Therapie einer IgE-vermittelten Allergie wie der Rhinoconjunctivitis allergica. Bei Patienten mit gleichzeitigem atopischen Ekzem (AE) und Rhinoconjunctivitis allergica wird sie nach wie vor aufgrund der Befürchtung einer Verschlechterung des AE zurückhaltend angewandt. Bei einem 44-jährigen Mann mit AE seit Kindheit und saisonaler Rhinoconjunctivitis allergica, traten auch während des Erwachsenenalters häufig Ekzemschübe auf, die nach mehreren Berufsjahren als Werkstatthelfer zunehmend als schweres Handekzem dominierten. Nach Durchführung eines stationären Heilverfahrens, Einleitung verschiedener Lokaltherapien und Umsetzung von Arbeitsschutzmaßnahmen konnte die Schwere der Handekzeme etwas reduziert, nicht aber komplette Beschwerdefreiheit erzielt werden. Parallel dazu verschlimmerten sich die saisonalen rhinokonjunktivalen Beschwerden stark, wobei diese neben dem Frühjahr auch während der Sommermonate besonders schwer ausgeprägt waren. Unter Durchführung einer Kurzzeit-SIT (Gräser/Roggen) mit dem Adjuvans Monophosphoryl-Lipid A (Pollinex Quattro) konnte bereits nach einem Therapiezyklus nahezu komplette Beschwerdefreiheit bezüglich der rhinokonjunktivalen Symptomatik während des darauffolgenden Sommers erreicht werden. Interessanterweise zeigte der Patient einmalig nach der ersten Applikation eine Ekzemreaktion an der Injektionsstelle, die nach 14 Tagen abheilte. Während der folgenden Monate trat eine deutliche Besserung des Handekzems auf. Der Patient ist bis heute mit Ausnahme einer vor allem im Winter auftretenden Xerosis cutis insbesondere der Hände, frei von Ekzem. Der Verbleib im Beruf ist bis heute problemlos möglich. Zwischenzeitlich wird die SIT mit dem gleichen Präparat erfolgreich auch gegen die Frühblüher (Birke/Hasel/Erle) eingesetzt. Dieser Fallbericht demonstriert eindrucksvoll, dass eine SIT mit dem Adjuvans Monophosphoryl-Lipid A bei AE gut verträglich ist und den Verlauf eines schweren atopischen Handekzems positiv beeinflussen kann.Correspondence to:
Dr. med. Elke Weisshaar
Abteilung Klinische Sozialmedizin
Schwerpunkt Berufs- und Umweltdermatologie
Universitätsklinikum Heidelberg
Thibautstraße 3
D–69115 Heidelberg
Email: elke.Weisshaar@med.uni-heidelberg.de
Kasuistiken
Toleranzinduktion bei bekannter Penicillinunverträglichkeit
S. Stangl, I. Moll, Ch. Zick und R. Weßbecher
Abstract
S. Stangl1, I. Moll1, Ch. Zick2 und R. Weßbecher1,2
1Bereich Allergie und Umwelt, Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Venerologie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, 2Klinik Borkum Riff, Reha-Zentrum Borkum, Deutsche Rentenversicherung Bund, Borkum
Hintergrund: Bei einigen Erkrankungen ist Penicillin G nach wie vor ein Mittel der ersten Wahl. Fallberichte über dessen gutes Ansprechen gibt es z.B. bei der zirkumskripten Sklerodermie oder dem Scleroedema adultorum Buschke. Eine positive Anamnese für eine Penicillinallergie führt allerdings oft zum Verzicht auf Penicillin, möglicherweise bis hin zu den potenziell kreuzreagierenden Cephalosporinen. Obwohl eine allergologische Diagnostik mit Hauttestung und In-vitro-Diagnostik durchgeführt wird, muss das Ergebnis am Ende nicht unbedingt eindeutig sein. In besonderen Fällen kann eine Exposition angeschlossen werden; bei medizinischer Indikation muss gegebenenfalls eine Toleranzinduktion für eine anschließende Therapie mit Penicillin durchgeführt werden. Material und Methoden: Wir berichten über die Toleranzinduktion bei drei Patienten mit klinisch vorberichteter Penicillinunverträglichkeit, bei denen als Grunderkrankung entweder eine zirkumskripte Sklerodermie oder ein Scleroedema adultorum Buschke zu behandeln waren. Wegen der eingeschränkten Therapieoptionen und des bisher unzureichenden Ansprechens auf andere Therapeutika hatten wir uns zur Toleranzinduktion mit Penicillin entschlossen. Die Darreichung von Penicillin G erfolgte dabei einschleichend zunächst oral, um im Verlauf auf die intravenöse Hochdosis-Penicillintherapie überzugehen. Ergebnisse: In allen drei Fällen war die Toleranzinduktion für Penicillin G bis zur Erhaltungsdosis von 3 × 107 Mio. IE möglich und wurde über einen Zeitraum von 3 Wochen von den Patienten problemlos toleriert. Durch diese Behandlung ließ sich zusätzlich eine deutliche Verbesserung des jeweiligen Krankheitsbildes erreichen. Schlussfolgerung: Diese Falldarstellungen verdeutlichen, dass eine klinisch vermutete Penicillinallergie den Weg für eine Therapie mit Penicillin nicht verbauen muss. Im Procedere sollte eine entsprechende Allergiediagnostik nach Möglichkeit immer als erstes versuchen, den kausalen Zusammenhang zu klären. Sofern dies nicht gelingt und der Verdacht einer Penicillinallergie aufgrund der Klinik weiter besteht, kann nach dem hier dargestellten Schema versucht werden, eine Toleranz zu induzieren. Dies kann über eine vorsichtige orale Eindosierung begonnen und über die intravenöse Steigerungs- und Erhaltungstherapie mit hochdosiertem Penicillin G weitergeführt werden.Correspondence to:
Dr. med. R. Wessbecher
Reha-Zentrum Borkum
Klinik Borkum Riff
Hindenburgstraße 126
D–26757 Nordseeheilbad Borkum
Email: Dr.med.Robert.Wessbecher@drv-bund.de,FRWessbecher@aol.com
Mitteilung
Preisausschreibungen, Mitteilungen, Buchbesprechung
Abstract
Abstract nicht verfügbar