Jahrgang 29, No. 10/2006(Oktober 2006)
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Allergologie
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Originalarbeiten
SEB-Oktapeptide induzieren eine enterotoxinspezifische T-Zellantwort bei atopischer Dermatitis
K. Breuer, S. Dubinker, A. Kapp, und T. Werfel
Abstract
K. Breuer1,2, S. Dubinker2, A. Kapp1,2 und T. Werfel2
1Nordseeklinik Norderney, 2Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Venerologie, Medizinische Hochschule Hannover
Hintergrund: Staphylogene Enterotoxine sind mittlerweile in ihrer Eigenschaft als Triggerfaktoren der atopischen Dermatitis gut untersucht. Es konnte gezeigt werden, dass Enterotoxine wie das staphylogene Enterotoxin B (SEB) nicht nur als Superantigene, sondern auch als Allergene fungieren, welche spezifische IgE-Antikörper induzieren. Der Nachweis enterotoxinspezifischer IgE-Antikörper bei Patienten mit atopischer Dermatitis ist hinweisend auf die Existenz enterotoxinspezifischer T-Zellen, welche in ihrer Funktion als T-Helferzellen bei der Synthese spezifischer IgE-Antikörper Hilfe leisten und darüber hinaus durch die Freisetzung proinflammatorischer Zytokine zur kutanen Entzündung direkt beitragen könnten. Da Enterotoxine in ihrer Eigenschaft als Superantigene zu einer unspezifischen T-Zellaktivierung führen, ist es nicht möglich, in vitro zwischen einer enterotoxinreaktiven (superantigenmediierten) und einer enterotoxinspezifischen (allergenmediierten) T-Zellantwort zu unterscheiden. Wir haben daher die T-Zellantwort gegenüber 30 sequentiellen Oktapeptiden des SEB-Moleküls untersucht. Aufgrund ihrer Struktur reflektiert eine Antwort gegenüber diesen Peptiden eine SEB-spezifische T-Zellantwort. Methoden: Mononukleäre Zellen aus peripherem Blut von Patienten mit atopischer Dermatitis und einer Sensibilisierung gegenüber dem SEB-Molekül (bestimmt mittels CAP FEIA) sowie gesunden Kontrollen wurden mit SEB-Peptiden inkubiert. Die Proliferation wurde mittels Vibrant CFDA SE Cell Tracer Assay bestimmt. Peptidreaktive T-Zellklone wurden mittels der Grenzwertverdünnungsmethode (“limiting dilution”) aus peripherem Blut und läsionaler Haut von Patienten gewonnen, die im Proliferationsassay eine Reaktion gegenüber mindestens einem Oktapeptid gezeigt hatten. Die Frequenz der peptidreaktiven T-Zellen in peripherem Blut und läsionaler Haut wurde berechnet. Ergebnisse: 70% der gegenüber SEB sensibilisierten Patienten zeigten eine proliferative Antwort gegenüber mindestens einem der 30 Peptide. Wir konnten 2 Peptide identifizieren, welche besonders häufig eine T-Zellaktivierung induzierten. Die Frequenzen der peptidreaktiven T-Zellen in peripherem Blut und läsionaler Haut waren mit 0,1 – 0,5% aller isolierten T-Zellen im Vergleich zu etablierten Allergenen unter diesen Kulturbedingungen eher niedrig. Es konnten peptidspezifische T-Zellklone aus peripherem Blut und läsionaler Haut generiert werden. Die Restimulation dieser T-Zellklone mit den entsprechenden Oktapeptiden führte zu eher niedrigen Stimulationsindices. Die meisten der peptidreaktiven T-Zellklone waren CD4+ und wiesen ein TH0- oder TH1-Zytokinprofil auf. Schlussfolgerungen: Diese Daten zeigen, dass eine enterotoxinspezifische T-Zellantwort bei Patienten mit atopischer Dermatitis und einer Sensibilisierung gegenüber staphylogenen Enterotoxinen in läsionaler Haut und peripherem Blut nachweisbar ist, welche aber wahrscheinlich von deutlich geringerer klinischer Bedeutung ist als die durch Superantigene induzierte T-Zellantwort.Correspondence to:
Dr. med. Kristine Breuer
Nordseeklinik Norderney
Bülowallee 6
D-26548 Norderney
Email: breuer@nordsee-klinik-norderney.de
Originalarbeiten
Entwicklung und Erprobung eines Screening-Fragebogens für allergische Atemwegserkrankungen (ASF-Bogen)
P.E. Fischer, Y. Grabbe und H.-D. Nolting
Abstract
P.E. Fischer1, Y. Grabbe2 und H.-D. Nolting2
1ALK-Scherax Arzneimittel GmbH, Hamburg, 2IGES Institut für Gesundheits- und Sozialforschung GmbH, Berlin
Fragestellung: Ziel der Studie war die Entwicklung eines leistungsfähigen und gleichzeitig sehr ökonomisch einsetzbaren Fragebogens für das Screening auf allergische Atemwegserkrankungen. Der ASF-Bogen soll insbesondere für den Einsatz in hausärztlichen Praxen sowie an unselektierten Populationen geeignet sein. Methoden: Die Entwicklungsversion umfaßte 33 Fragen zu Symptomen und den Umständen ihres Auftretens sowie zur Schwere des Krankheitsgefühls. Der Bogen wurde an Patienten überprüft, die im Frühjahr 2003 erstmals eine von 185 Facharztpraxen mit allergologischem Schwerpunkt aufgesucht hatten. 8.822 Patienten konnten in der Analyse berücksichtigt werden, davon wurde bei 1.562 vom Studienarzt eine allergische Atemwegserkrankung diagnostiziert (Prävalenz 17,7%). Die klinische Diagnose mußte durch einen positiven Haut- oder Labortest gesichert sein. Über logistische Regressionsanalysen wurde ermittelt, welche Items des Patientenfragebogens geeignet sind, die ärztliche Diagnose einer allergischen Atemwegserkrankung vorherzusagen. Aus den multivariaten odds ratios dieser 12 Items wurden ganzzahlige Scorewerte abgeleitet, die zum ASF-Score des Probanden (range 0 – 24) addiert werden. Um zu ermitteln, welche Schwellenwerte des ASF-Scores für die Stellung der Verdachtsdiagnose auf eine allergische Atemwegserkrankung geeignet sind, wurden die Sensitivitäten, Spezifitäten und die positiven und negativen Vorhersagewerte für alle Werte des ASF-Scores sowie für 3 unterschiedliche Prävalenzen berechnet. Ergebnisse: Aus der multivariaten Analyse ergab sich ein reduzierter Screeningbogen mit 12 Fragen (Nagelkerke R2 = 0,532). Je nach Anwendungskontext bzw. Zielsetzung des Screenings werden für die Praxis 2 Schwellenwerte vorgeschlagen, die zu positiven Vorhersagewerten (bei Prävalenz 17,7%) von 50 bzw. 67% führen. Schlußfolgerungen: Die Ergebnisse zeigen, daß der ASF-Bogen ein sehr leistungsfähiges Screeninginstrument darstellt. Wegen der Kürze und einfachen Auswertbarkeit ist der ASF-Bogen für einen breiten Einsatz geeignet.Correspondence to:
P.E. Fischer
ALK-Scherax Arzneimittel GmbH
Sülldorfer Landstraße 128
D-22589 Hamburg
Email: Peter_E.Fischer@Schering.de
Stellungnahme
Neue Deklarationspflicht für Nahrungsmittelallergene in Lebensmitteln
S. Vieths, T. Holzhauser, S. Erdmann, T. Fuchs, M. Henzgen, J. Kleine-Tebbe, U. Lepp, B. Niggemann, M. Raithel, I. Reese, J. Saloga, I. Vieluf, T. Zuberbier und T. Werfel
Abstract
S. Vieths, T. Holzhauser, S. Erdmann, T. Fuchs, M. Henzgen, J. Kleine-Tebbe, U. Lepp, B. Niggemann, M. Raithel, I. Reese, J. Saloga, I. Vieluf, T. Zuberbier und T. Werfel
Erweiterte Abstracts
14. Bad Saarower Herbsttagung des Verbandes der Allergologen Brandenburgs e.V. mit Arzthelferinnenseminar