Jahrgang 29, No. 2/2006(Februar 2006)
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Allergologie
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Originalarbeiten
Wiederholte Unverträglichkeitsreaktionen auf Lokalanästhetika – gibt es eine Erklärung?
F. Jeger, W.J. Pichler und A. Helbling
Abstract
F. Jeger, W.J. Pichler und A. Helbling
Allergologisch-Immunologische Poliklinik, Klinik für Rheumatologie und klinische Immunologie/Allergologie, Inselspital, Bern, Schweiz
Unverträglichkeitsreaktionen nach Lokalanästhesien sind häufige Komplikationen in der Arzt- und Zahnarztpraxis, aber nur bei einer Minderheit der Patienten (< 1%) wird eine echte Allergie festgestellt. In dieser Studie wurden Patienten untersucht, die mindestens 2-mal nach Injektion eines Lokalanästhetikums mit einer Unverträglichkeit reagiert hatten, deren Hauttestuntersuchungen mit den gebräuchlichsten Lokalanästhetika weder eine Allergie vom Sofort- (IgE-vermittelt), noch eine vom Spättyp (T-zellvermittelt) ergeben hatte und die mit einem Lokalanästhetikum subkutan provoziert wurden. Von 477 Patienten, die wegen einer Unverträglichkeitsreaktion auf Lokalanästhetika in den letzten 10 Jahren in unsere Klinik kamen, wurden 275 nach der Anamnese allergologisch getestet. Von diesen 275 Patienten entsprachen 43 unseren Kriterien. 36 Patienten konnten telefonisch erreicht und befragt werden und 23 von ihnen kamen zu erneuten Tests. Obwohl viele der Patienten Symptome zeigten, die suggestiv für vasovagale Reaktionen sind, scheinen sie keine erhöhte Tendenz zu psychovegetativen Reaktionen aufzuweisen. Die Patienten reagierten bei jeder erneuten Unverträglichkeitsreaktion gleich und Tests zur Mastzellreaktivität zeigten, daß das Studienkollektiv analog einer gesunden Kontrollgruppe reagierte. Trotz negativem Provokationstest haben einige Patienten später erneut auf Lokalanästhetika reagiert. Aufgrund der Untersuchungen könnten die Unverträglichkeitsreaktionen pharmakologisch bedingt sein.Correspondence to:
Prof. Dr. med. A. Helbling
Allergologisch-Immunologische Poliklinik
Inselspital
CH-3010 Bern
Email: Arthur.Helbling@insel.ch
Originalarbeiten
Evaluation des semiquantitativen Westernblots, des CAP-FEIA und des Hauttests bezüglich der Hymenopterengiftallergie im Hinblick auf eine Hyposensibilisierungsbehandlung
C. Freising und U. Jappe
Abstract
C. Freising und U. Jappe
Universitäts-Hautklinik, Heidelberg
Die Insektengiftallergiediagnostik basiert auf Anamnese, Hauttestung und Detektion spezifischer (s)IgE- und IgG-Antikörper gegen Bienen- und Wespengift. Die meisten Patienten sind nach einer spezifischen Immuntherapie (IT) geschützt. Die In-vivo- und In-vitro-Diagnostik ist allerdings nicht 100% spezifisch und sensitiv, das stechende Insekt wurde oft nicht identifiziert. Der Westernblot, welcher den Nachweis von sIgE und sIgG4 gegen Einzelallergene ermöglicht, wird gegenwärtig von den Fachgesellschaften vornehmlich als Ergänzungstest bewertet. Daher wurde der semiquantitative Westernblot anhand der Seren von 47 Insektengiftallergikern evaluiert. Hymenopterengift-sIgE und -sIgG4 wurden mittels CAP-FEIA (Pharmacia Diagnostics, Freiburg, Deutschland) und Westernblot (DPC Biermann, Bad Nauheim, Deutschland) nachgewiesen. Die Intensität der spezifischen Blotreaktionen wurde semiquantitativ mittels der Software Quantiscan bestimmt. Vor IT korrelierte die Schwere der klinischen Reaktion mit dem Auftreten höherer sIgE- und sIgG4-Peaks im Westernblot (n = 47). Der Korrelationsfaktor für den Vergleich beider In-vitro-Verfahren lag für sIgE bei 0,691, für sIgG4 bei 0,598, sofern man jeweils den größten Peak heranzog, und war signifikant. Hauttestung und Westernblot korrelierten für sIgE, allerdings nicht für sIgG4. Während der IT kam es kurz nach Beginn insgesamt zu einem Anstieg der sIgE bei 56% der Patienten, danach zu einem Abfall, während das sIgG4, insbesondere im Zeitraum 1 – 3 Jahren IT, bei allen Patienten anstieg und erst wieder über 2 Jahre nach Abschluß der IT abfiel. Gemäß dieser Studie sollten Westernblotanalysen zu bestimmten Zeitpunkten der IT durchgeführt werden: vor IT, nach der Aufsättigungsphase, einmal während IT, zum Zeitpunkt der Beendigung der IT sowie zusätzlich einige Jahre nach Therapieende.Correspondence to:
PD Dr. med. U. Jappe
Universitäts-Hautklinik
Voßstraße 2
D-69115 Heidelberg
Email: Uta_Jappe@med.uni-heidelberg.de
Übersicht
Stufentherapie des atopischen Ekzems im Kindesalter
H. Ott und P.H. Höger
Abstract
H. Ott1 und P.H. Höger2
1Kinderklinik und Klinik für Dermatologie und Allergologie, Universitätsklinikum Aachen, 2Abteilungen Pädiatrie und Pädiatrische Dermatologie, Katholisches Kinderkrankenhaus Wilhelmstift, Hamburg
Das atopische Ekzem stellt mit einer kumulativen Prävalenz von bis zu 20% eine der häufigsten chronischen Erkrankungen des Kindes- und Jugendalters dar. Betroffene Patienten und ihre Familien sind aufgrund eines chronisch-rezidivierenden Krankheitsverlaufs sowie hoher Therapiekosten in ihrer Lebensqualität stark eingeschränkt. Sie sind auf eine wirksame, stadiengerechte und nebenwirkungsarme Therapie angewiesen. Diese Übersicht enthält Empfehlungen zur topischen und systemischen Behandlung des atopischen Ekzems. Die antiinflammatorische Lokaltherapie mit Dermatokortikosteroiden und topischen Calcineurininhibitoren (Tacrolimus, Pimecrolimus) wird diskutiert, auch systemische Therapieansätze unter Verwendung von Antihistaminika, Antibiotika, Glukokortikoiden und Cyclosporin A werden vorgestellt.Correspondence to:
Dr. med. H. Ott
Kinderklinik und Klinik für Allergologie und Dermatologie
Universitätsklinikum Aachen
Pauwelsstraße 30
D-52074 Aachen
Email: hagen_ott@gmx.de
Serie: Primäre Immundefekte
Störungen des T-Zellrezeptors und der primären Signaltransduktion
V. Wahn, K. Schwarz, H.J. Girschick und W. Friedrich
Abstract
V. Wahn, K. Schwarz, H.J. Girschick und W. Friedrich
Correspondence to:
Prof. Dr. med. V. Wahn
Immundefektzentrum der Charité
Klinik für Pädiatrie
m. S. Pneumologie und Immunologie
Augustenburger Platz 1
D-13353 Berlin
Email: v.wahn@klinikum-uckermark.de
Mitteilung
Struktur des wichtigsten Hausstaubmilbenallergens aufgeklärt