Jahrgang 28, No. 9/2005(September 2005)
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Allergologie
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Originalarbeiten
Die Wirkung von Montelukast auf Rhinitissymptome bei Patienten mit Asthma und saisonaler allergischer Rhinitis
G. Philip, A.S. Nayak, W.E. Berger, F. Leynadier, F. Vrijens, S.B. Dass und T.F. Reiss
Abstract
G. Philip1, A.S. Nayak2, W.E. Berger3, F. Leynadier4, F. Vrijens1, S.B. Dass1 und T.F. Reiss1
1Merck Research Laboratories, Rahway, NJ, 2University of Illinois, Peoria, IL, 3Southern California Research, Mission Viejo, CA, USA, und 4Universität Paris, Paris, Frankreich
Zielsetzung: Ziel dieser Studie war es, die Wirkung der täglichen Gabe von 10 mg Montelukast auf die Symptome der allergischen Rhinitis bei Patienten, die während der Allergiesaison sowohl unter einer allergischen Rhinitis als auch unter Asthma litten, zu beurteilen. Methoden: Es handelte sich um eine multizentrische Studie mit 831 Patienten (Alter 15 – 85 Jahre) mit saisonaler allergischer Sensibilisierung, aktuellen Beschwerden einer saisonalen allergischen Rhinitis und Asthmasymptomen. Nach einer einfachblinden Plazeboeinschlußphase von drei bis fünf Tagen wurden die Patienten randomisiert einer zweiwöchigen doppelblinden Behandlungsphase mit täglich 10 mg Montelukast (n = 415) bzw. Plazebo (n = 416) zugeteilt. Hauptmeßergebnisse: Primärer Endpunkt war die tägliche Häufigkeit von Rhinitissymptomen, ermittelt aus der durchschnittlichen Ausprägung von Nasensymptomen tagsüber und während der Nacht, die die Patienten nach eigener Einschätzung auf einer Skala von 0 – 3 täglich aufzeichneten. Ergebnisse: Montelukast reduzierte die Häufigkeit der täglichen Rhinitissymptome: Der Unterschied zwischen Montelukast und Plazebo als mittlere Abweichung vom Ausgangswert betrug –0,12 (95%-CI –0,18, –0,06; p £ 0,001). Ähnliche Verbesserungen zeigten sich bei den nasalen Symptomen tagsüber (–0,14 (–0,21, –0,07; p £ 0,001)) und bei nächtlichen Beschwerden (–0,10 (–0,16, –0,04; p £ 0,001)). Verbesserungen (p < 0,05) ergaben sich bei Augensymptomen tagsüber und beim sekundären Endpunkt, wie der allgemeinen Einschätzung der allergischen Rhinitis durch Patient und Arzt sowie der Lebensqualität hinsichtlich der rhinokonjunktivitischen Beschwerden. Bei explorativen Auswertungen erwies sich die Verbesserung rhinitischer Symptome als numerisch (wenngleich nicht statistisch) größer bei Patienten mit einem höheren Asthmaschweregrad zu Studienbeginn. Die allgemeine Einschätzung der Asthmaerkrankung durch Patient und Arzt fiel zugunsten von Montelukast aus: Die Unterschiede betrugen im Mittel –0,24 (–0,41, –0,06; p = 0,008) und –0,17 (–0,33, –0,01; p = 0,037). In ähnlicher Weise wurde der Gebrauch von b-Agonisten (Hübe/Tag) bei Bedarf mit Montelukast reduziert (p = 0,005)*. Schlußfolgerung: Montelukast führt zu einer signifikanten Symptomverbesserung der saisonalen allergischen Rhinitis, sowie einer gleichzeitigen Verbesserung der Asthmasymptomatik bei Patienten, die sowohl unter allergischer Rhinitis als auch unter Asthma leiden.Correspondence to:
Dr. med. G. Philip
Merck Research Laboratories
Respiratory and Allergy Department
RY34B-344, 126 East Lincoln Avenue
Rahway, NJ, 07065 USA
Email: george_philip@merck.com
Originalarbeiten
Allergieauslösende Nahrungsmittel im Laufe der Zeit – eine Statistik der Jahre 1978 – 1998
B. Wüthrich
Abstract
B. Wüthrich
Allergiestation, Dermatologische Klinik, UniversitätsSpital Zürich
Bei Erwachsenen sind keine detaillierten Angaben über die Häufigkeit der auslösenden Nahrungsmittelallergene in einem bestimmten Zeitraum bekannt, und somit kann keine Aussage über einen möglichen Wechsel des Allergenspektrums im Laufe der Zeit gemacht werden. Basierend auf vier Publikationen über die periodischen Auswertungen des Patientenguts der Allergiestation der Dermatologischen Universitätsklinik Zürich mit Nahrungsmittelallergien für die Zeitspanne 1978 – 1998 wurde die festgestellte Häufigkeit der auslösenden Nahrungsmittel für die jeweilige Untersuchungsperiode als Jahresdurchschnitt (Benennung des jeweiligen Nahrungsmittel geteilt durch die ausgewerteten Jahre) errechnet. Sellerie löste über die ganze Zeitspanne am häufigsten Nahrungsmittelallergien aus. Relativ konstant, jedoch mit einer niedrigen Häufigkeit, ist auch Karotte. Seit den 90er Jahren ist eine deutliche Zunahme der Allergien auf Erdnuß und Soja, beide Hülsenfrüchte, auf Nüsse (Haselnuß und Mandeln), exotische Früchte (Kiwi, Banane) und zuletzt auf Krustentiere zu verzeichnen. Die möglichen Gründe für diese Zunahme werden diskutiert.Correspondence to:
Prof. Dr. med. B. Wüthrich
Im Ahorn 18
CH-8125 Zollikerberg
Email: brunello.wuethrich@spitalzollikerberg.ch
bs.wuethrich@bluewin.ch
Übersichten
Allergene der Erdnuß: Struktur und Charakteristika
W.M. Becker, F. Schocker und A. Boldt
Abstract
W.M. Becker, F. Schocker und A. Boldt
Biochemische und Molekulare Allergologie, Klinische Medizin, Forschungszentrum Borstel
Immunglobulin-E-vermittelte Nahrungsmittelallergien sind das Produkt eines komplexen Pathomechanismus. Beteiligte an der Dysfunktion des Immunsystems sind die Allergenquelle mit verarbeitungsbedingten variablen Matrixeffekten in der Interaktion mit dem Verdauungstrakt, die Allergene selbst mit ihren strukturellen Eigenheiten und das individuelle Immunsystem. Ausgangspunkt für die Aufklärung des Pathomechanismus der Nahrungsmittelallergie sind die Identifizierung der Allergene und die Beschreibung ihrer Struktur. Sie sind Basis einer In-vitro-Diagnostik und Ausgangspunkt zur Entwicklung von Immuntherapeutika. Im Rahmen der Klasse-I-Nahrungsmittelallergien betrifft die Erdnußallergie das größte Patientenkollektiv. In der Erdnuß als Allergenquelle konnten 11 Allergene nachgewiesen werden. Ara h 1, Ara h 3 und Ara h 4 gehören zur Proteinsuperfamilie der Cupine, Ara h 2, Ara h 6 und Ara h 7 zur Superfamilie der Prolamine, Ara h 5 und Ara h 8 sind aeroallergenassoziiert. Dem Erdnußhämagglutinin (PNA), dem Erdnußoleosin und -LTP werden allergene Eigenschaften zugeordnet. Sie sind aber noch nicht bei der IUIS registriert. Die Wirkung der beschriebenen Allergene ist allerdings im Kontext ihrer Matrix zu verstehen, die durch Verarbeitungsprozesse beeinflußt wird.Correspondence to:
Dr. rer. nat. W.-M. Becker
Biochemische und Molekulare Allergologie
Klinische Medizin
Forschungszentrum Borstel
Parkallee 35
D-23845 Borstel
Email: wbecker@fz-borstel.de
Übersichten
Katzenallergie: aktuelle Datenlage zu Epidemiologie, Prävention und Therapie
J.-C. Schuster, D. Swientek und N. Hunzelmann
Abstract
J.-C. Schuster, D. Swientek und N. Hunzelmann
Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Venerologie, Universität zu Köln
Katzen stellen sowohl im häuslichen Umfeld als auch in öffentlichen Gebäuden eine relevante Allergenquelle dar. Aufgrund der geringen Sedimentationsgeschwindigkeit können Katzenallergene mit der Schwebeluft überall hingetragen werden und durch Passivtransport mit Kleidung und Schuhen auch an Orte gelangen, wo keine Katzen leben. Neue epidemiologische Studien ergeben ein widersprüchliches Bild über Zusammenhänge zwischen der Haltung von Katzen und der Entwicklung allergischer Erkrankungen. Da Katzenallergiker im Verlauf ihrer Erkrankung häufig ein allergisches Asthma bronchiale entwickeln, sind Präventionsmaßnahmen in einem frühen Stadium der Erkrankung von großer Bedeutung. In dieser Übersicht wird der aktuelle Stand zu Epidemiologie, Prävention und Therapie der Katzenallergie dargestellt.Correspondence to:
Prof. Dr. med. N. Hunzelmann
Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Venerologie
Universität zu Köln
Joseph-Stelzmann-Straße 9
D-50924 Köln
Email: Nico.Hunzelmann@uni-koeln.de
Kasuistik
Anaphylaxie auf Protonenpumpenhemmer
K. Scherer und A.J. Bircher
Abstract
K. Scherer und A.J. Bircher
Allergologische Poliklinik, Dermatologische Klinik, Universitätsspital Basel
Einleitung: Die Zahl der zugelassenen Protonenpumpenhemmer steigt in den letzten Jahren und ebenso die Häufigkeit der Anwendung dieser Substanzklasse für neue Indikationen. Gleichermaßen häufen sich die Berichte über allergische Reaktionen mit Soforttypsymptomen nach Einnahme eines Protonenpumpenhemmers. Patienten: Wir berichten über sechs Patienten mit Anaphylaxie nach Einnahme von Pantoprazol. Das diagnostische Procedere umfaßte bei allen Patienten Prick- und Intrakutanteste sowie CAST und LTT. Ergebnisse: Sowohl Prickteste und Intrakutanteste als auch CAST und LTT sind in der Diagnostik wegen geringer Sensitivität unbefriedigend, diagnostischer Goldstandard bleibt die orale oder parenterale Provokationstestung. Diskussion: Ursachen könnten der schnelle Metabolismus der Moleküle im Magen sein und eine mögliche Sensibilisierung auf einen Metaboliten. Auch bei klinisch toleranten Patienten kommen positive Haut- und immunologische Teste vor.Correspondence to:
Prof. Dr. med. A.J. Bircher
Allergologische Poliklinik
Dermatologische Klinik
Universitätsspital
CH-4031 Basel
Email: Prof. Dr. med. A.J. Bircher