Jahrgang 28, No. 10/2005(Oktober 2005)
|
Allergologie
Die Online-Versionen der Zeitschriften werden jeweils vor Erscheinen der Print-Ausgabe aktualisiert. Alle Inhalte dieser Website stehen Abonnenten der Zeitschrift nach einmaliger Registrierung ohne Mehrkosten zur Verfügung. Um die Artikel im PDF-Format betrachten zu können, benötigen Sie die Adobe Reader® Software.
|
| Preis für gesamte Ausgabe: 24.80$ |
 |
Originalarbeiten
Wissensstand von Ärzten zum Thema Anaphylaxie und Verwendung von autoinjizierbarem Adrenalin
K. Onbasi, O. Onbasi und I. Sahin
Abstract
K. Onbasi1, O. Onbasi2 und I. Sahin3
1Abteilung für Immunologie, Institut für Innere Medizin, Yüzüncü Yil Universität Van, 2Innere Medizin, Staatliche Klinik Van, 3Abteilung für Nephrologie, Institut für Innere Medizin, Yüzüncü Yil Universität Van, Türkei
Hintergrund: Ärzte müssen optimale Kenntnisse zur akuten Therapie von anaphylaktischen/anaphylaktoiden Reaktionen haben. Eine rechtzeitige und angemessene Therapie ist entscheidend. Rückfälle können durch die Aufklärung der Patienten verhindert werden und die Verwendung von autoinjizierbarem Adrenalin kann lebensrettend sein. Ziel dieser Studie war die Einschätzung des Wissenstandes von Ärzten und ihres Verhaltens bei einem solchen lebensbedrohlichen Ereignis. Methodik: 93 zufällig ausgewählte Ärzte wurden gebeten, einen Fragebogen auszufüllen. Darin wurde der Fall eines Patienten geschildert, der nach Einnahme einer Naproxennatriumtablette lebensbedrohliche Symptome entwickelte. Der Fragebogen beinhaltete Fragen zu grundlegenden Vorgehensweisen bei der Behandlung von Anaphylaxie und zur Verwendung von autoinjizierbarem Adrenalin. Ergebnisse: Nur 50,5% der von uns befragten Ärzte gaben an, ihre Patienten im Fall einer Anaphylaxie mit Adrenalin zu behandeln. Nur 23 (24,7%) von 93 Ärzten kannten die korrekte Dosis, die richtige Anwendungsform und die korrekte Art der Verabreichung. 89,2% wußten nicht, wie ein Adrenalinautoinjektor funktioniert und 95,7% hatten dieses Gerät noch nie einem Patienten verschrieben. Schlußfolgerung: Der Wissensstand von Ärzten in der Türkei zum Thema Anaphylaxie/anaphylaktoide Reaktionen ist nicht befriedigend. Es sollten regelmäßig Fortbildungsveranstaltungen zu diesem Thema angeboten werden.Correspondence to:
Dr. med. K. Onbasi
Iskele Cad. Altingöl Bloklari
A Blok, No: 84, Daire: 10
65040 Van, Turkey
Email: kevseronbasi@yahoo.com
Originalarbeiten
Kurzzeitimmuntherapie mit Allergoiden
S. Thum-Oltmer, D. Ullrich, H. Meyer und D. Müller-Scheven
Abstract
S. Thum-Oltmer1, D. Ullrich2, H. Meyer1 und D. Müller-Scheven1
1Allergopharma Joachim Ganzer KG, Reinbek, 2Praxis für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Wedemark
Einleitung: Zahlreiche kontrollierte klinische Studien haben die Wirksamkeit und Sicherheit einer Kurzzeitimmuntherapie mit 7 Injektionen bewiesen. Diese Untersuchung sollte zeigen, ob sich die guten Ergebnisse auch an einer großen Patientenzahl in der allergologischen Praxis bestätigen lassen. Methodik: In einer Anwendungsbeobachtung wurden 2.047 Patienten mit allergischer Rhinokonjunktivitis, Asthma sowie Neurodermitis mit einem an Aluminiumhydroxid adsorbierten Allergoidpräparat (Allergovit) für mindestens eine Saison (1 Jahr) behandelt. Die Dosierung sollte gemäß der Gebrauchs- und Fachinformation erfolgen. Der Therapieerfolg wurde anhand der ärztlichen und patienteneigenen Beurteilung des Befindens (Befindensskala) und am Verbrauch antisymptomatischer Medikation bestimmt. Die Verträglichkeit ergab sich aus den dokumentierten lokalen und systemischen Nebenreaktionen, die Compliance aus der Anzahl der Therapieabbrüche. Ergebnisse: Insgesamt wurden 2.435 Behandlungsjahre ausgewertet. Nach einem Behandlungsjahr konnte bei 81% der Patienten eine relevante Verbesserung des Befindens erzielt werden. Nach einer Verbesserung um median 3 Punkte auf einer 10-stufigen Skala im ersten Therapiejahr stieg der Behandlungserfolg im zweiten und dritten Therapiejahr weiter an (p < 0,001). Die Anwendung systemisch eingenommener Antihistaminika konnte durch die SIT um 36%, der von lokal applizierten Mastzellstabilisatoren und Kortikoiden um 44 bzw. 42% reduziert werden. Der Zeitpunkt des Therapiebeginns hatte keinen Effekt auf den Therapieerfolg, wohingegen eine Unterdosierung des Präparates die Effektivität minderte. Kinder und Patienten über 50 Jahre zeigten keine Unterschiede gegenüber den übrigen Patienten. Beim Vorliegen von klinisch manifesten Sensibilisierungen auf 3 oder mehr Allergenfamilien konnte ein Trend zur Abnahme des Therapieerfolges festgestellt werden (p = 0,148). Die Symptome wurden dabei möglicherweise durch die übrigen Sensibilisierungen aufrechterhalten. Bei 241 (1,1%) der Injektionen traten Lokalreaktionen, bei 48 (0,3%) systemische Reaktionen auf. Bei den systemischen Reaktionen handelte es sich überwiegend um Rhinitis, Konjunktivitis, Atembeschwerden sowie Hautreaktionen. Bedrohliche Allgemeinreaktionen wurden nicht beobachtet. In 97% der Fälle beurteilten die behandelnden Ärzte die Verträglichkeit der Therapie als gut. Nach den ersten beiden Behandlungsjahren wollten 95% der Patienten die Therapie fortsetzen. Insgesamt knapp 5% der Patienten brachen die Behandlung ab. Schlußfolgerung: Die Kurzzeitimmuntherapie mit Allergoiden (7 Injektionen) zeigt in der allergologischen Praxis eine gute Wirksamkeit und Verträglichkeit. Sie ist auch für Kinder und ältere Patienten gut geeignet. Die Behandlung sollte frühzeitig beginnen, da mit steigender Anzahl klinisch manifester Sensibilisierungen die Erfolgschancen sinken.Correspondence to:
Dr. med. vet. S. Thum-Oltmer
Allergopharma Joachim Ganzer KG
Hermann-Körner-Straße 52
D-21465 Reinbek
Email: susanne.thum-oltmer@allergopharma.de
Originalarbeiten
Der ELISPOT-Assay, eine hochsensitive Methode zur Untersuchung der Zytokinproduktion der Nasenschleimhaut
M. Wagenmann, K. Schubert, P. Helmig, M. Gärtner-Akerboom, A. Chaker und K. Scheckenbach
Abstract
M. Wagenmann, K. Schubert, P. Helmig, M. Gärtner-Akerboom, A. Chaker und K. Scheckenbach
Hals-, Nasen- und Ohrenklinik, Heinrich-Heine-Universität, Düsseldorf
Zytokine nehmen eine zentrale Rolle ein bei der Steuerung der Entzündungsreaktion der Nasenschleimhaut, die man bei allergischer Rhinitis, chronischer Sinusitis und Polyposis nasi beobachtet. Da sich viele dieser Proteine mit herkömmlichen Methoden wie ELISA und Immunhistochemie nur schwierig oder gar nicht nachweisen lassen, haben wir den ELISPOT-Assay für die Untersuchung von Zellen der Nasenschleimhaut adaptiert. Der ELISPOT beruht auf einer Modifikation des ELISA und ermöglicht den hochsensitiven Nachweis von Zytokinen auf der Ebene einzelner Zellen. Dadurch gelang es uns, sowohl die Synthese der Th2-Zytokine IL-4 und IL-5 als auch der Th1-Zytokine IFN-g und IL-12 sowie von IgE in Nasenschleimhaut von Patienten mit allergischer Rhinitis, chronischer Sinusitis und Polyposis nasi nachzuweisen und zu quantifizieren. Dieser Assay bietet damit die Möglichkeit, bislang schwierig zu klärende Fragen wie die der Relevanz von Th1-Zytokinen bei den genannten Erkrankungen zu untersuchen.Correspondence to:
PD Dr. med. M. Wagenmann
Hals-, Nasen- und Ohren-Klinik
Heinrich-Heine-Universität
Moorenstraße 5
D-40225 Düsseldorf
Email: Wagenman@uni-duesseldorf.de