Jahrgang 28, No. 7/2005(Juli 2005)
|
Allergologie
Die Online-Versionen der Zeitschriften werden jeweils vor Erscheinen der Print-Ausgabe aktualisiert. Alle Inhalte dieser Website stehen Abonnenten der Zeitschrift nach einmaliger Registrierung ohne Mehrkosten zur Verfügung. Um die Artikel im PDF-Format betrachten zu können, benötigen Sie die Adobe Reader® Software.
|
| Preis für gesamte Ausgabe: 24.80$ |
 |
Serie: Primäre Immundefekte
DiagnostischesVorgehen bei schwerem kombiniertem Immundefekt
S. Ehl, K. Schwarz und W. Friedrich
Abstract
S. Ehl, K. Schwarz und W. Friedrich
Originalarbeiten
Entwicklung und Evaluation eines visuellen Schnelltests zur Bestimmung von spezifischem IgE im Kapillarblut oder Heparinblut
D.M. Runge, K.-P. Westpfahl-Wiesener und H. Schwertner
Abstract
D.M. Runge1, K.-P. Westpfahl-Wiesener2 und H. Schwertner1
1DST Diagnostic Science & Technology GmbH, Schwerin, 2Allergologielabor, plastisch-kosmetische Laserchirurgie, Kopf- und Halschirurgie, Berlin-Steglitz
Allergien haben in den letzten 30 Jahren zugenommen. Nach Schätzungen wird nur ein geringer Teil der Patienten mit allergischen Atemwegserkrankungen rechtzeitig diagnostiziert und therapiert. Die Europäische Akademie für Allergologie und klinische Immunologie (EAACI) fordert daher die frühzeitige Diagnostik und ausreichende Therapie allergischer Erkrankungen. Zur Frühdiagnostik wurde ein Schnelltest zum Screening von Typ-I-Sensibilisierungen entwickelt. Grundlage bildet ein ELISA (enzyme-linked immunosorbent assay), der bei Raumtemperatur in 30 Minuten mit 2 – 3 Tropfen Vollblut (75 – 100 ml) spezifisches IgE in Kapillarblut nachweist. Die Vergleichbarkeit mit dem Pharmacia CAP System wurde bei 331 Patienten untersucht und ist mit durchschnittlich 96% positiver und 98% negativer Korrelation gegeben. Der Schnelltest stellt eine einfache valide Methode zum Screening von erhöhtem spezifischen IgE gegen je 12 einzeln differenzierbare Lebensmittel- oder Inhalationsallergene dar.Correspondence to:
Dr. rer. nat. Dorothee M. Runge
DST Diagnostic Science & Technology GmbH
Hagenower Straße 73
D-19061 Schwerin
Email: dorothee.runge@dst-diagnostic.de
Originalarbeiten
Chemische Substanzen und Kontaktallergie – eine Bewertung von 244 Substanzen
E. Schlede, W. Aberer, T. Fuchs, I. Gerner, H. Lessmann, T. Maurer, R. Rossbacher, G. Stropp, E. Wagner und D. Kayser
Abstract
E. Schlede1, W. Aberer2, T. Fuchs3, I. Gerner1, H. Lessmann4, T. Maurer5, R. Rossbacher6, G. Stropp7, E. Wagner8 und D. Kayser9
1Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), Berlin, 2Abteilung für Dermatologie der Universität Graz, 3Abteilung für Dermatologie der Georg-August Universität Göttingen, 4Informationsverbund Dermatologischer Kliniken (IVDK) an der Georg-August Univer
Eine Arbeitsgruppe von 30 Experten (Dermatologen, Wissenschaftler der Chemischen Industrie und Vertreter von Bundesbehörden) hatte zwischen 1985 und 2001 Kriterien für die Bewertung der kontaktallergenen Potenz von chemischen Substanzen aufgestellt und mit diesen die allergene Potenz bzw. die Bedeutung als Kontaktallergen für den Menschen von 244 Chemikalien, die als chemische Stoffe oder definierte Inhaltsstoffe von Naturprodukten charakterisiert sind, in drei Kategorien eingeteilt.
Für die Bewertungen wurden aus der Literatur verfügbare Beobachtungen beim Menschen, Daten aus experimentellen Untersuchungen am Tier sowie gegebenenfalls Überlegungen zu Struktur-Wirkungs-Beziehungen herangezogen. In die Kategorie A wurden bedeutende Kontaktallergene eingeordnet. Chemische Substanzen mit begründeten Hinweisen auf eine sensibilisierende Wirkung auf die Haut oder auch auf mögliche Kreuzreaktionen finden sich in der Kategorie B und chemische Substanzen mit fraglicher kontaktallergener Wirkung und unbedeutende Kontaktallergene in der Kategorie C. Einen Überblick der 98 Substanzen der Kategorie A, der 77 Substanzen der Kategorie B und der 69 Substanzen der Kategorie C geben drei tabellarische Anhänge.Correspondence to:
Dr. Eva Schlede a.D.
Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)
Thielallee 88 – 92
D–14195 Berlin
Übersicht
Berufsbedingte allergische Alveolitiden
J. Sennekamp
Abstract
J. Sennekamp
Labor Prof. Sennekamp, Bonn
Die exogen-allergische Alveolitis als Berufskrankheit ist aufgrund ihrer Seltenheit und großen Fülle von exotischen Krankheitsbildern für den Allergologen eine diagnostische Herausforderung. Dieser Beitrag gibt eine aktuelle Übersicht über diese Krankheitsbilder und deren Antigene.Correspondence to:
Prof. Dr. med. J. Sennekamp
Arzt für Innere Medizin
Weberstraße 118
D-53113 Bonn
Email: Sennekamp@t-online.de
Kasuistik
Toxisch-irritative Dermatitis durch Prozessionsspinnerraupen nach Portugalaufenthalt
M. Faulde und W. Dötsch
Abstract
M. Faulde1 und W. Dötsch2
1Laborgruppe Medizinische Entomologie/Zoologie, Zentrales Institut des Sanitätsdienstes der Bundeswehr, Koblenz, 2Referat Infektionsschutz und Umweltmedizin, Gesundheitsamt Mayen-Koblenz
Die Raupen der in Europa endemischen Kiefern- und Eichenprozessionsspinner produzieren nach ihrer zweiten Häutung (3. Larvalstadium) einen Giftapparat mit charakteristischen Gift- oder Pfeilhaaren. Das in den hohlen Pfeilhaaren lokalisierte hochallergene Protein Thaumetopoein ruft verschiedene klinische Symptome hervor, hauptsächlich Dermatitiden, die als Lepidopterismus bezeichnet werden. Wir berichten von einer 40-jährigen Patientin, die etwa zwei Wochen nach einem Portugalaufenthalt eine toxisch-irritative Dermatitis entwickelte. Die zunächst als Infektionskrankheit gedeutete Dermatitis konnte einer Kontaktreaktion gegen Gifthaare der Kiefernprozessionsspinnerraupe zugeordnet werden, die mit Kleidung und Gebrauchsgegenständen aus Portugal importiert worden waren. Ein Import einer in diesem Fall schweren Verlaufsform von Raupendermatitis aus südeuropäischen Urlaubsregionen nach Deutschland ist bislang noch nicht beschrieben worden. Sekundärinfektionen sind dabei therapeutisch zu berücksichtigen. Konsequente Dekontamination der Pfeilhaare aus Wohnung und Gegenständen führte effektiv zur Verhinderung des Auftretens neuer Hauteffloreszenzen. Der vorgestellte Fall zeigt zudem, daß die Raupendermatitis in Deutschland offensichtlich immer noch unzureichend bekannt ist, obwohl durch lokale Massenvermehrung insbesondere des heimischen Eichenprozessionsspinners Raupendermatitisfälle epidemisch auftreten können.Correspondence to:
PD Dr. rer. nat. et med. habil. M. Faulde
Laborgruppe MedizinischeEntomologie/Zoologie
Zentrales Institut des Sanitätsdienstes der Bundeswehr
Andernacher Straße 100
D-56070 Koblenz
Email: MichaelFaulde@bundeswehr.org