Jahrgang 28, No. 2/2005(Februar 2005)
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Allergologie
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Übersichten
Die allergische Rhinokonjunktivitis.Ein Update zu den Leitlinien
C. Bachert
Abstract
C. Bachert
HNO-Universitätsklinik, Gent
Die in den ARIA-Leitlinien veröffentlichte neue Nomenklatur für die allergische Rhinitis (AR) konnte inzwischen validiert werden. Demnach leiden etwa ein Drittel der Patienten unter einer persistierenden Form, 75% aller Rhinitispatienten haben eine mäßig bis schwere Symptomatik mit Auswirkungen auf die Lebensqualität. Dies erfordert eine dem Schwerebild der Erkrankung gerecht werdende Therapie. Aufbauend auf den DGAI-Leitlinien 2003 werden neuere Studien in den Behandlungsplan mit einbezogen. Unter den topischen Therapeutika stellen die Glukokortikosteroide (GKS) die wirksamste und kostengünstigste Behandlung dar, sie sollten insbesondere bei persistierender mäßig bis schwerer Symptomatik mit nasaler Obstruktion eingesetzt werden. Die hochselektiven nicht-sedierenden Antihistaminika (AH) sind die Therapeutika der ersten Wahl bei intermittierender und persistierender AR. Eine Kombination von topischen GKS und AH bei mäßig bis schwerer AR und mäßig bis schwerer Konjunktivitis oder anderen nicht-nasalen allergischen Symptomen ist indiziert. Bei Patienten mit allergischem Asthma und gleichzeitig bestehender AR erscheint eine orale Basistherapie mit einem Leukotrienrezeptorantagonisten sinnvoll. Die Indikation zur spezifischen Immuntherapie (SIT) sollte bei Patienten mit mäßiger bis schwerer intermittierender und persistierender AR geprüft werden, wobei das kausale und präventive Potential der SIT zu berücksichtigen ist. Neuere Daten bestätigen den klinischen Wert der sublingualen Immuntherapie (SLIT), wobei die endgültige Bewertung des präventiven und Langzeiteffekts weiterer Studien bedarf.Correspondence to:
Prof. Dr. med. C. Bachert
HNO-Universitätsklinik Gent
De Pintelaan 185
B-9000 Gent
Email: claus.bachert@ugent.be
Übersichten
Spezifische Hyposensibilisierung bei atopischem Ekzem
U. Darsow, I. Forer und J. Ring
Abstract
U. Darsow, I. Forer und J. Ring
Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein, Technische Universität München
IgE-vermittelte Sensibilisierungen werden bei Patienten mit atopischem Ekzem (AE) häufig nachgewiesen. Aeroallergene sind relevante Auslösefaktoren der allergischen Rhinokonjunktivitis und des allergischen Asthma bronchiale, können aber auch Triggerfaktoren bei AE sein. Der Einsatz der spezifischen Hyposensibilisierung/Immuntherapie (SIT) wie bei den respiratorischen atopischen Erkrankungen, ist für Patienten mit AE jedoch umstritten. Verbesserte diagnostische Methoden, um Subgruppen von Patienten mit relevanten Allergien zu charakterisieren (Atopiepatchtest) und die Ergebnisse von Pilotstudien, deuten jedoch auf ein Potential der SIT für die Therapie des AE hin. Mögliche Exazerbationen des Ekzems, aber auch mittelfristige klinische Verbesserungen durch SIT wurden beschrieben. Eine Literaturübersicht zeigte bei sechs von neun kontrollierten Studien und bei 11 von 12 publizierten klinischen Beobachtungen einen positiven Therapieeffekt. Eine hohe Plazeboresponderrate fällt bei mehreren publizierten Studien auf. In ausgewählten Fällen kann die SIT eine Behandlungsoption für das AE sein. Zur Evaluation von Sicherheit und Effizienz sind jedoch größere klinische Studien an geeigneten Untergruppen von Patienten mit AE erforderlich.Correspondence to:
PD Dr. med. U. Darsow
Klinik und Poliklinik für Dermatologie und
Allergologie am Biederstein
Technische Universität München
Biedersteiner Straße 29
D-80802 München
Email: ulf.darsow@lrz.tum.de
Übersichten
Neue immunmodulierende Strategien bei der spezifischen Immuntherapie
J. Saloga, I. Bellinghausen, B. Klostermann, I. Böttcher und J. Knop
Abstract
J. Saloga, I. Bellinghausen, B. Klostermann, I. Böttcher und J. Knop
Hautklinik, Klinikum der Johannes-Gutenberg-Universität,Sonderforschungsbereich 548 "Allergie und Autoimmunität", Mainz
Atopisch-allergische Krankheiten sind gekennzeichnet durch überschießende, zumindest initial Th2-dominierte Immunantworten gegen Allergene. Ziel einer immunologisch basierten Therapie muss es daher sein, diese Immunantworten insgesamt zu hemmen und auch qualitativ zu korrigieren. Beides wird bereits durch die klassische spezifische Immuntherapie erreicht, könnte jedoch eventuell weiter verbessert werden durch den Einsatz neuer Adjuvanzien und Allergenpräparationen, ggf. in Kombination mit Biologicals oder autologen "umprogrammierten" Immunzellen.Correspondence to:
Prof. Dr. med. J. Saloga
Hautklinik
Klinikum der Johannes-Gutenberg-Universität
Langenbeckstraße 1
D-55131 Mainz
Email: saloga@hautklinik.klinik.uni-mainz.de
Übersichten
Aktuelles zur Therapie von Nahrungsmittelallergien
J. Kleine-Tebbe, D.A. Herold und U. Lepp
Abstract
J. Kleine-Tebbe1, D.A. Herold1 und U. Lepp2
1Allergie- und Asthmazentrum Westend, Berlin
Die sichere Diagnose einer Nahrungsmittelallergie ist eine Vorausssetzung für therapeutische Konsequenzen. IgE-vermittelte Sensibilisierungen ohne korrespondierende Symptome machen keine Behandlung erforderlich. Die Beratung für eine erfolgreiche Allergenkarenz berücksichtigt versteckte Allergene, schwere Reaktionen in der Vorgeschichte, die mögliche Hitzelabilität kreuzreaktiver Pflanzenproteine und den natürlichen Verlauf der Nahrungsmittelallergie. Bis zum Schulalter entwickelt die Mehrheit der Kinder mit Kuhmilch- oder Hühnereiweiß-Allergie klinische Toleranz. Für Allergenquellen wie Nüsse, Fisch, Erdnuss und Getreide ist die Prognose weniger günstig. Bei einer seltenen Allergie gegenüber stabilen, „klassischen“ Nahrungsmittelallergenen im Erwachsenenalter werden ebenfalls häufig längere Verläufe beobachtet. Eine spezifische Immuntherapie mit Nahrungsmittelallergenen bleibt wissenschaftlichen Studien vorbehalten. Mit einer Symptomlinderung gegenüber kreuzreaktiven Nahrungsmittelallergenen ist im Falle einer Baumpollen-Hyposensibilisierung nur bei einem Teil der Betroffenen zu rechnen; ausschließliche Symptome durch kreuzreaktive Allergene ohne Beschwerden durch die ursächlichen Inhalationsallergene stellen keine Indikation dar. Für die orale oder sublinguale Immuntherapie und ihren Einfluss auf die Beschwerden gegenüber kreuzreaktiven Nahrungsmitteln liegen bisher nicht genügend Daten vor. Wegen fehlender kontrollierter Studien nicht generell zur Therapie bei Nahrungsmittelallergie empfohlen, sollte mit oralem DNCG bei ausschließlich gastrointestinalen allergischen Beschwerden zunächst nur zeitlich begrenzt behandelt werden. Bei einigen Erkrankungen und Symptomen, die teilweise durch Nahrungsmittel ausgelöst werden (Urtikaria, atopisches Ekzem oder Juckreiz an der Schleimhaut) können Antihistaminika indiziert sein, obwohl sie bei Nahrungsmittelallergie bisher nicht kontrolliert geprüft wurden. Nach anaphylaktischen Reaktionen bekommen die Patienten ein Notfall-Set verordnet, das ein schnell resorbierbares orales Antihistaminikum, ein kurz wirksames Glukokortikosteroid und ein Adrenalin-Präparat enthält, dessen Handhabung mit dem Patienten geübt werden muss.
*Überarbeitete und aktualisierte Fassung eines Vortrages anläßlich des 24. Mönchengladbacher Allergie-Seminars am 21. und 22. November 2003.Correspondence to:
PD Dr. med. J. Kleine-Tebbe
Allergie und Asthma-Zentrum Westend
Spandauer Damm 130 Haus 9
D-14050 Berlin
Email: kleine-tebbe@allergie-experten.de
Übersichten
Ursachen der vermeintlichen “Lichtallergie”*
S. Schauder
Abstract
S. Schauder
Universitäts-Hautklinik, Göttingen
Am Beispiel der Lichturtikaria (“Lichtallergie”) wird gezeigt, welche Möglichkeiten der Diagnostik von seltenen Lichtdermatosen zur Verfügung stehen und wie den Patienten durch Prophylaxe und Therapie geholfen werden kann. Die Wahrnehmung dieser Aufgaben erfordert Spezialkenntnisse sowie Erfahrung, verbunden mit einem besonderen apparativen und personellen Aufwand. Deshalb wurde eine Liste der deutschsprachigen Hautkliniken mit photodiagnostischem Schwerpunkt sowie der verantwortlichen Ansprechpartner zusammengestellt.
*Überarbeitete und aktualisierte Fassung eines Vortrages anläßlich des 24. Mönchengladbacher Allergie-Seminars am 21. und 22. November 2003.Correspondence to:
Prof. Dr. med. S. Schauder
Universitäts-Hautklinik
Von-Siebold-Straße 3
D-37075 Göttingen
Email: Schauder@med.uni-goettingen.de