Jahrgang 27, No. 5/2004(Mai 2004)
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Allergologie
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Editorial
Unethische „Empfehlungen“ der KVen und der KBV zur Therapie der allergischen Rhinitis: Wider das ärztliche Gewissen
C. Bachert
Originalarbeiten
IgE-vermittelte Nahrungsmittelallergien – Klassifikation nach dem Sensibilisierungsweg anhand von 87 Fällen des Jahres 1998
I.C. Blötzer und B. Wüthrich
Abstract
I.C. Blötzer und B. Wüthrich
Allergiestation, Dermatologische Klinik und Poliklinik, UniversitätsSpital, Zürich
Im Jahre 1998 wurden auf der Allergiestation der Dermatologischen Klinik des Universitätsspitals Zürich 87 Patienten mit einer gesicherten Nahrungsmittelallergie (NMA) abgeklärt. Diese Patienten wurden aufgrund des Sensibilisierungsweges (gastrointestinal oder inhalativ) und des Manifestationsalters in 3 Typen A, B und C (Klassifikation nach W.J. Pichler [1998]) unterteilt und miteinander verglichen. Sieben Kinder (8%) im Alter von 1 – 4 Jahren, wurden dem Typ A zugewiesen. Wegen der geringen Anzahl ist diese Gruppe nicht repräsentativ. NMA-Typ-B umfaßt 64 Patienten (73,6%) im Alter von 6 – 60 Jahren, mit einem Manifestationsgipfel zwischen 21 und 30 Jahren. Zwei Drittel der Patienten sind weiblich. Die persönliche Atopiebelastung ist mit 89,1% sehr hoch, vor allem in Form einer Rhinokonjunktivitis pollinosa (78,1%). Besonders Früchte (Äpfel, Kiwi, Banane), Gemüse (Sellerie, Karotten), Nüsse (Haselnuß) und Gewürze (Kamille) verursachen in erster Linie ein orales Allergiesyndrom (OAS) (67,2%), neben Symptomen der Haut (Urtikaria) (48,8%) und der Atemwege (Dyspnoe) (48,8%). 16 Patienten (18,4%), im Alter von 12 – 58 Jahren, wurden dem Typ C zugeordnet. Fische/Meeresfrüchte (insbesondere Crevetten und Krabben), diverse Fleischsorten und Früchte (Kiwi) verursachen ohne Beisein einer Kreuzreaktion vor allem Symptome der Haut (Urtikaria und Quincke-Ödem) und der Atemwege (Dyspnoe). Ein OAS ist hier selten. Bei einem Patienten vom Typ C äußert sich die NMA zunächst in Form einer Kontakturtikaria. Es wird ein vierter Nahrungsmittelallergie Typ D postuliert, bei welchem die Sensibilisierung perkutan stattfindet.Correspondence to:
Prof. Dr. med. B. Wüthrich
Im Ahorn 18
CH-8125 Zollikerberg
Email: bs.wuethrich@bluewin.ch
Originalarbeiten
Entzündungsformen der chronischen Rhinosinusitis
F. Sachse, S. Jörg und C. Rudack
Abstract
F. Sachse, S. Jörg und C. Rudack
HNO-Klinik, Universitätsklinikum Münster
Hintergrund und Fragestellung: Ätiologie und Klassifikation der chronischen Rhinosinusitis sind bislang noch unklar. Klinisch lassen sich polypöse und nicht-polypöse Formen unterscheiden. Das Ziel unserer Untersuchungen bestand darin zu überprüfen, ob auch histopathologische Befunde eine Subklassifizierung der chronischen Rhinosinusitis in 2 eigenständig bestehende Formen, der nicht-polypösen und polypösen Form, zulassen. Patienten und Methodik: Inflammatorische Zellinfiltrate in Nasenpolypen (n = 37) bzw. in der chronischen nicht-polypösen Rhinosinusitis (n = 41) wurden nach immunhistochemischer Markierung mit monoklonalen Antikörpern gegen das eosinophile kationische Protein (ECP), die Neutrophilenelastase sowie das CD38-Protein lichtmikroskopisch untersucht und quantifiziert. Vergleiche zwischen den Zellinfiltraten wurden mittels Mann-Whitney-U-Test durchgeführt. Ergebnisse: In den Nasenpolypen fanden sich in der Lamina propria signifikant mehr Eosinophile und Neutrophile als im Vergleich zur chronischen nicht-polypösen Rhinosinusitis (p < 0,05). In der chronischen nicht-polypösen Rhinosinusitis dominierten die Neutrophilen gegenüber den Eosinophilen. Darüber hinaus zeigte sich hier eine periglanduläre Infiltration der seromukösen Drüsenzellen durch CD38-positive Zellen. Schlußfolgerung: Unterschiede in Qualität und Quantität der inflammatorischen Infiltrate unterstützen unsere Hypothese, daß eine Subklassifizierung der chronischen Rhinosinusitis in eine polypöse und nicht-polypöse Rhinosinusitis als eigenständige Krankheitsformen sinnvoll ist.Correspondence to:
F. Sachse
HNO-Klinik
Universitätsklinikum Münster
Kardinal-von-Galen-Ring 10
D-48149 Münster
Email: sachsef@mednet.uni-muenster.de
Kasuistik
Allergische Rhinitis auf die Zierpflanze Philodendron bipennifolium: Nachweis von spezifischem IgE und positive Reaktion auf Provokation mit Blätterextrakt
M.D. Anliker,, I.A.F.M. Heijnen und B. Wüthrich
Abstract
M.D. Anliker1,2,3, I.A.F.M. Heijnen4 und B. Wüthrich2
1Dermatologische Abteilung, Medizinische Klinik, Kantonsspital Aarau, 2Allergiestation, Dermatologische Klinik, Universitätsspital Zürich, 3Fachbereich Dermatologie/Allergologie, Kantonsspital St. Gallen, 4Abteilung Immunologie, Zentrum für Labormedizi
Philodendron-spezies sind beliebte Zierpflanzen und sind bislang nicht bekannt als Auslöser einer Soforttypallergie. Wir berichten über eine 46jährige Patientin mit einer chronischen Rhinokonjunktivitis im häuslichen Umfeld, wo ein Philodendron (Ph.) bipennifolium vorhanden war. Die Hautpricktestungen mit inhalativen Routineallergenen waren positiv für Gräser-, Roggen-, Hasel- und Eschenpollen. Der Scratchtest war positiv für Ph. bipennifolium und F. benjamina. Das spezifische IgE (CAP-FEIA) war erhöht für Ph.-bipennifolium-Blätter, Ph. scandens, Ficus benjamina und Latex. Eine nasale Provokation (NPT) mit frischem Blätterextrakt von Ph. bipennifolium führte zu einer Rhinorrhö, Jucken im Rachen und einer nasalen Obstruktion. Dies ist der erste Bericht über eine Soforttypallergie auf Ph. bipennifolium und den Nachweis spezifischer IgE. Die klinische Relevanz wurde mittels NPT aufgezeigt. Philodendron ssp. können deshalb Allergene genügender Potenz emittieren, um im häuslichen Umfeld allergische Reaktionen auszulösen.Correspondence to:
Dr. med. M.D. Anliker
Fachbereich Dermatologie/Allergologie
Kantonsspital St. Gallen
Peter-und-Paul-Straße 34
CH-9010 St. Gallen
Email: markanliker@hotmail.com
Ostseebad Wustrow, Fischland, 4. – 6. Juni 2004
14. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft Pädiatrische Pneumologie und Allergologie (APPA)
Doz. Dr. J. Hein
Abstract
Doz. Dr. J. Hein
Interview - Mitteilung