Jahrgang 27, No. 3/2004(März 2004)
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Allergologie
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Laudatio
Lothar Jäger
Jahre
Originalarbeiten
Prävalenz IgE-vermittelter Naturlatexallergien bei Mitarbeitern der Klinika in Rostock, Deutschland, und im Fremantle Hospital Perth, Australien
S. Graumüller, F. Schwarz, B. Kramp, D. Mallon und H.W. Pau
Abstract
S. Graumüller1, F. Schwarz1, B. Kramp1, D. Mallon2 und H.W. Pau1
1Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie “Otto Körner”, Universität Rostock, 2Fremantle Hospital Perth, WA, Australien
Einleitung: Studien über die Prävalenz der Naturlatexallergie wurden weltweit durchgeführt und schwanken in den Prävalenzen zwischen 2 und 17%. Das Ziel unserer Studie war es, die Sensibilisierung des medizinischen Personals der Klinika in Rostock, Deutschland, und im Fremantle Hospital Perth, Australien, zu untersuchen und zu vergleichen. Material/Methode: Im Rahmen unserer Studie untersuchten wir von Oktober 1998 bis Oktober 2000 557 Probanden, 276 Mitarbeiter der Rostocker Universitätskliniken und des Klinikums Süd sowie 281 Mitarbeiter des Fremantle Hospitals, Lehrkrankenhaus der “University of Western Australia” in Perth. Es wurde ein ausführlicher Fragebogen erstellt, in dem unter anderem Fragen zu allgemeinen allergischen Vorerkrankungen, zur Familienanamnese, Berufsanamnese, zu Nahrungsmittelunverträglichkeiten und eine ausführliche Latexanamnese eingeschlossen waren. Zur Pricktestung verwendeten wir bei allen Probanden kommerzielle Testlösungen der Firma ALK-Scherax. Die In-vitro-Diagnostik umfaßte die quantitative Bestimmung von latexspezifischem IgE mit dem spezifischen IgE-ELISA (RV) von Allergopharma. Ergebnisse: Die beiden Probandengruppen aus Rostock und dem Fremantle Hospital unterschieden sich nicht signifikant hinsichtlich der Probandenanzahl und der Alters- bzw. Geschlechterverteilung. Im Fremantle Hospital fanden wir mit 50,9% gegenüber der Rostocker Gruppe mit 25,4% eine signifikant höhere Anzahl an Atopikern. In Rostock wiesen unsere Probanden eine signifikant höhere Anzahl an Berufsjahren auf. Ungepuderte als auch latexfreie Handschuhe wurden in Rostock häufiger verwendet. Die durchschnittliche Handschuhtragezeit sowie die Anzahl der täglich verwendeten Handschuhe waren in Rostock signifikant höher als im Fremantle Hospital. Im SPT (R = 4%; F = 3,9%) und in den EAST-Klassen ³ 2 (R = 2,5%; F = 3,9%) und damit in der Latexsensibilisierung (R = 4,7%; F = 5,3%) als auch in der Anzahl der Latexallergiker (R = 3,3%; F = 3,6%) zeigten beide Probandengruppen keine signifikanten Unterschiede. In unserer Studie konnten wir nachweisen, daß Probanden mit einer Atopie sowohl in Rostock als auch in der Fremantlegruppe signifikant häufiger latexsensibilisiert waren als Probanden ohne Atopie (p < 0,001). Das Risiko einer Latexsensibilisierung ist unter Atopikern in unserer Gesamtkohorte 8-mal so hoch wie unter den Nichtatopikern. Schlußfolgerung: Die Ergebnisse unserer Studie zeigen mit einer Prävalenzrate von 3,3% in Rostock und 3,6% im Fremantle Hospital im Verhältnis zu anderen in der Literatur veröffentlichten Untersuchungen eine geringe Prävalenz der IgE-vermittelten Latexallergie bei den von uns untersuchten HCW. Das Risiko einer Latexsensibilisierung war unter Atopikern signifikant höher.Correspondence to:
Dr. med. Sylke Graumüller
HNO-Klinik “Otto Körner”
Universität Rostock
Doberanerstraße 137-139
D-18057 Rostock
Email: e-mail:sylke.graumueller@med.uni-rostock.de
Originalarbeiten
Prospektive pathomorphologische, immunologische und mykologische Untersuchungen zur chronischen Pilzsinusitis
A. May, C. Lehne, E. Lambrecht, R. Enzensberger, V. Brade, W. Gstöttner und A. Weber
Abstract
A. May1, C. Lehne2, E. Lambrecht2, R. Enzensberger3, V. Brade3, W. Gstöttner1 und A. Weber4
1Zentrum für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, 2Institut für Pathologie und 3Hygiene-Zentrum, Klinikum der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität, Frankfurt am Main, 4HNO-Klinik, Kliniken Essen Süd, Essen
Die chronische Rhinosinusitis (CRS) gehört zu den häufigsten Erkrankungen, mit denen ein HNO-Arzt konfrontiert wird. In diesem Zusammenhang werden Pilze als häufigste ursächlich krankheitsauslösende Erreger genannt (Ponikau et al). Andere Autoren sehen Pilze in höchstens 10% als kausal für eine CRS an (Serrano et al). Da in Deutschland zu diesem Thema so gut wie keine gesicherten Daten vorliegen, führten wir eine prospektive Studie an 51 Patienten mit CRS und 10 nasengesunden Kontrollen durch. Die Sekretgewinnung erfolgte durch die Einlage von nasalen Schwämmchen oder Nasenspülungen. Der Nasenschleim wurde im Direktpräparat in Pappenheim und Grocott mikroskopisch auf Pilze wie auch eosinophile Granulozyten untersucht und Nasensekret auf Kulturmedien überimpft. Hautpricktests und spezifische IgE-Bestimmungen wurden zur Überprüfung einer allergischen Diathese gegenüber Pilzen durchgeführt. Bei 16 (31%) von 51 Patienten wurden Pilze in der mikroskopischen Aufarbeitung des Nasenschleims gefunden, eine Kontrolle war positiv. Bei 6 (12%) von 51 Patienten wurde eine positive Pilzkultur gewonnen, in 2 Fällen bei den Kontrollen. Die in den Kulturen gefundenen Pilze waren Aspergillus, Alternaria, Aureobasidium, Candida, Cladosporium, Penicillium. Bei 32 Patienten fanden wir eine übereinstimmende Negativität von Kultur und mikroskopischen Untersuchungen. Bei 3 Patienten bestand eine allergische Diathese im Hauttest mit Korrelation zum spezifischen IgE gegen Pilze und positivem Pilznachweis im Nasenschleim. Die Untersuchungen des Krankenguts sprechen dafür, daß eine allergische Pilzerkrankung in unserem Krankengut in 6% der CRS vorkommt. Eine Pilzbesiedelung der Schleimhäute ist in ca. 31% der CRS-Patienten nachweisbar. Bei Therapieresistenz einer CRS gegenüber etablierten funktionellen mikrochirurgischen Ansätzen könnten sich daraus Überlegungen zu neuen Behandlungsstrategien ergeben.Correspondence to:
PD Dr. med. Angelika May
Zentrum für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten
Klinikum der
Johann-Wolfgang-Goethe-Universität
Theodor-Stern-Kai 7
D-60590 Frankfurt am Main
Email: Angelika.May@em.uni-frankfurt.de
Originalarbeiten
Lokale Verträglichkeit eines benzalkoniumchloridhaltigen homöopathischen Nasensprays
B. Lange, K.-F. Lukat und C. Bachert
Abstract
B. Lange1, K.-F. Lukat1 und C. Bachert2
1Institut für Atemwegsforschung GmbH, Düsseldorf,2Hals-Nasen-Ohren-Klinik, Universität Gent, Belgien
Einleitung: Das deutsche Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hat im Rahmen des Stufenplanverfahrens, Stufe II, die Beschränkung der Anwendungsdauer aller benzalkoniumchloridhaltigen intranasalen Arzneimittel auf 5 – 7 Tage gefordert, da die Gefahr einer Schädigung der Nasenschleimhaut durch das Konservierungsmittel bestehe. Ziel: Wir berichten die Ergebnisse einer doppelblinden, randomisierten, plazebokontrollierten Studie zur lokalen Verträglichkeit von Euphorbium-comp.-Nasentropfen E (Dosierspray) bei gesunden Probanden. In beiden Gruppen enthielt die Prüfmedikation 0,02% Benzalkoniumchlorid. Die Ergebnisse werden im Kontext der aktuellen Datenlage gewertet. Methoden: 24 gesunde Probanden applizierten 4 Wochen Euphorbium-comp.-Nasentropfen E oder Plazebo (5 × 2 Sprühstöße täglich je Nasenseite). Vor und nach der Applikationsphase wurden folgende Untersuchungen zur lokalen Verträglichkeit durchgeführt: Messung der Saccharintransportzeit, anteriore Rhinomanometrie, Bestimmung der Nasensekretionsleistung, orientierender Riechtest, anteriore Rhinoskopie. Lokale und systemische unerwünschte Ereignisse wurden während des Applikationszeitraums dokumentiert. Ergebnisse: Die Daten von 21 Probanden konnten für die Auswertung der Parameter zur lokalen Verträglichkeit verwendet werden. Es zeigten sich weder zwischen den Gruppen noch im Prä-post-Vergleich klinisch relevante Unterschiede bzw. Veränderungen. Die Saccharintransportzeit lag stets im Normalbereich und verringerte sich in beiden Gruppen sogar leicht. Schlußfolgerung: Weder aus der vorliegenden Studie noch aus der Literatur ergeben sich hinreichende Argumente, die Anwendungsdauer benzalkoniumchloridhaltiger intranasaler Arzneimittel, die nicht a-Sympathomimetika als Wirkstoff enthalten, auf 5 – 7 Tage zu beschränken.Correspondence to:
B. Lange
Institut für Atemwegsforschung GmbH
Benrodestraße 9
D-40597 Düsseldorf
Email: IFAgmbH@aol.com
Standpunkt
Welche Zukunft hat die stationäre Allergologie? Ein Update aus Anlaß der Fallpauschalenverordnung für 2004
V. Blaschke und Th. Fuchs
Abstract
V. Blaschke1 und Th. Fuchs2
1Herzzentrum, Abteilung Kardiologie und Pneumologie,2Abteilung für Dermatologie und Venerologie,Georg-August-Universität, Göttingen
Seit dem 1.1.2004 haben die “Diagnosis-related-Groups” (DRGs) das auf tagesgleichen Pflegesätzen basierte System der Krankenhausfinanzierung abgelöst. Gleichzeitig wurde der erste auf deutschen Daten basierende Fallpauschalenkatalog eingeführt. Durch eine neue Systematik und angepaßte Bewertungsrelationen ergeben sich hieraus Änderungen für die stationäre Allergologie. Ein Vergleich allergologischer Kernleistungen mit klassischen dermatologischen Fällen wie Erysipel und atopischer Dermatitis zeigt, daß die stationäre Allergologie auch ein ökonomisch attraktiver Leistungsbereich ist. Veränderungen der politischen Rahmenbedingungen müssen jedoch bei der Planung des eigenen Portfolios berücksichtigt werde.Correspondence to:
Dr. med. V. Blaschke
Herzzentrum
Abteilung Kardiologie und Pneumologie
Georg-August-Universität
D-37099 Göttingen
Email: vblasch@gwdg.de
Serie: Primäre Immundefekt
Störungen der Granulozyten- (Phagozyten) Funktion
V. Wahn, J. Roesler und R. Seger
Abstract
V. Wahn, J. Roesler und R. Seger
Prof. Dr. Dieter Kleinhans 70 Jahre
Laudatio
Mitteilung - Buchbesprechung