Jahrgang 26, No. 10/2003(Oktober 2003)
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Allergologie
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Einführung
Primäre Immundefekte
Volker Wahn, Schwedt/Oder
Abstract
Volker Wahn, Schwedt/Oder
Originalarbeiten
ECP im Serum und in nasaler Lavage nach Mehlprovokation
B. Simonis, J.-A. Tasman, R. Grieshaber und W. Heppt
Abstract
B. Simonis1, J.-A. Tasman2, R. Grieshaber1 und W. Heppt3
1Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gaststätten, Prävention, Gesundheitsschutz Mannheim, 2Universitäts-HNO-Klinik, Heidelberg, 3HNO-Klinik, Städtisches Klinikum, Karlsruhe
Einleitung: ECP gilt als Markerprotein aktivierter eosinophiler Granulozyten, denen bei allergischen Erkrankungen eine Schlüsselrolle zukommt. Probanden und Methoden: Von 41 Bäckern mit berufsbedingter allergischer Rhinitis wurde in nasalen Lavagen ECP bestimmt. Zusätzlich wurden Serum-ECP und Bluteosinophile bestimmt. Die Provokation erfolgte mit wäßrigen Extrakten aus vom jeweiligen Arbeitsplatz stammenden Mehlen. Die nasalen Lavagen wurden vor und 1 oder 5 Stunden nach Provokation durchgeführt. Ergebnisse: In 11 Lavagen lag das ECP bei 3,4 mg/l vor und bei 4,4 mg/l 1 Stunde nach der Provokation. In 27 Lavagen wurden 8,3 mg/l vor und 15 mg/l ECP 5 Stunden nach der Provokation gemessen. Insgesamt ergab sich bei 14 Probanden ein Anstieg des ECP, der eher nach 5 Stunden als nach 1 Stunde gemessen werden konnte. Serum-ECP und Bluteosinophile waren bei den Bäckern gegenüber einem Kollektiv gesunder Probanden hochsignifikant erhöht. Diskussion: Bei 14 von 38 Bäckern mit berufsbedingter allergischer Rhinitis war vor allem 5 Stunden nach Provokation ein Anstieg von ECP in nasalen Lavagen nachweisbar. Ein Anstieg von ECP nach Provokation war bei 14 der 38 Patienten nachweisbar. Serum-ECP zeigte bei Bäckerrhinitikern eine statistisch signifikante Erhöhung und weist eine gute Korrelation zum Schweregrad der allergischen Atemwegserkrankung auf. Schlußfolgerung: Serum-ECP und Bluteosinophile eignen sich als Parameter zur Beurteilung des Schweregrades der allergischen Atemwegserkrankung im Hinblick auf eine Beteiligung der tieferen Atemwege. Lavage-ECP aus der Spätphase der allergischen Sofortreaktion ist nur in unklaren Fällen zur Beurteilung der nasalen Provokation von Bäckerrhinitikern heranzuziehen.Correspondence to:
Dipl. Biol. B. Simonis
Berufsgenossenschaft
Nahrungsmittel und Gaststätten
Gesundheitsschutz
Dynamostraße 7-11
D-68165 Mannheim
Originalarbeiten
Diagnostik und Reexposition bei Lokalanästhetika-Unverträglichkeit
S. Rader, P. Pfeuffer, P. Raith, E.-B. Bröcker und A. Trautmann
Abstract
S. Rader, P. Pfeuffer, P. Raith, E.-B. Bröcker und A. Trautmann
Klinik und Poliklinik für Hautkrankheiten, Universität Würzburg
Unverträglichkeitsreaktionen nach Injektion von Lokalanästhetika (LA) bei Infiltrationsanästhesien sind ein häufiges Problem in der Allergologie. Im Einzelfall besteht bis zum Beweis des Gegenteils neben psychovegetativer Reaktion und pharmakologischer Nebenwirkung (Toxizität und Intoleranz/Pseudoallergie) immer der Verdacht auf eine humoral oder zellulär vermittelte Allergie. Wir haben bei 201 Patienten die diagnostischen Untersuchungen retrospektiv ausgewertet und mit dem Ergebnis einer späteren LA-Injektion verglichen. Die Diagnostik zeigte, daß bei 99% aller Patienten entweder pharmakologische Nebenwirkungen oder psychovegetative Reaktionen für die Symptome verantwortlich waren. Nur 2 Patienten hatten Symptome einer möglicherweise IgG- oder zellvermittelten allergischen Spätreaktion. Insbesondere die Tatsache, daß nur 15% der Patienten nach diagnostischer Abklärung erneut subjektive Symptome nach einer LA-Injektion hatten, rechtfertigt die aufwendige Diagnostik. Der Wert von Hauttests und Provokationen liegt auch darin, den Patienten mit psychovegetativen Symptomen und den behandelnden Ärzten vor erneuter Anwendung eines LA die notwendige Sicherheit zu vermitteln.Correspondence to:
PD Dr. med. A. Trautmann
Klinik und Poliklinik für Hautkrankheiten
Universität Würzburg
Josef-Schneider-Straße 2
D-97080 Würzburg
Originalarbeiten
Was wissen Erzieherinnen über Allergien? Wissensstand zu Ursachen und Manifestationsformen atopischer Erkrankungen
A. Krauspe und T. Schäfer
Abstract
A. Krauspe und T. Schäfer
Institut für Sozialmedizin, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, Lübeck
Vor dem Hintergrund der steigenden Prävalenz atopischer Erkrankungen sollte der Kenntnisstand von Erzieherinnen, als wichtige wissensvermittelnde und -anwendende Zielgruppe, zur Pathogenese und Klinik von atopischen Erkrankungen erfaßt werden. Im Rahmen zweier Fachtagungen wurde Ende 2002 ein standardisierter Fragebogen an Erzieherinnen aus allen Kindergärten Schleswig-Holsteins ausgegeben. Die so erhobenen Daten wurden deskriptiv ausgewertet und der Einfluß von Alter, Berufserfahrung, Bildung und Eigen- bzw. Familienanamnese atopischer Erkrankungen auf das Gesamtergebnis überprüft. Insgesamt lagen auswertbare Fragebögen von 177 Erzieherinnen (95,2%) und 9 Erziehern vor, die im Mittel 40 Jahre alt waren. 85% der befragten Personen fühlten sich nicht ausreichend über die Thematik “Allergien” informiert. Die Prävalenzeinschätzungen atopischer Erkrankungen war allgemein zu hoch. Nur wenigen (7,5%) scheint die eindeutige Häufung allergischer Erkrankungen in sozial höheren Schichten bekannt zu sein. Vorrangig wurden Umwelteinflüsse (91%) und Chemie/Zusätze in der Nahrung (84,4%) als ursächlich für die Allergieentstehung angesehen. Große Unsicherheit bestand in der Einschätzung der pathophysiologischen Vorgänge von Allergien, aber auch in der Benennung typischer Allergene (Holzschutzmittel 54%, Asbest 37%). Lediglich 7% schätzten die Aussagekraft diagnostischer Allergietests richtig ein. Die Kreuzreaktionen zwischen Pollenallergenen und Nahrungsmitteln sowie den Etagenwechsel bei der allergischen Rhinokonjunktivitis kannten rund 60% der Befragten. Der Kenntnisstand zur Pathophysiologie des Asthma bronchiale war limitiert: 54% der befragten Personen nannten die Beeinträchtigung der Einatmung als typisches Anzeichen eines Asthmaanfalls. Erzieher, die selbst von einem atopischen Ekzem betroffen waren, schnitten durchschnittlich besser ab (100% vs. 49,1% mit einem überdurchschnittlichen Gesamtergebnis, p = 0,002). Auch die Schulbildung zeigte einen signifikanten Einfluß auf das Gesamtergebnis: 17,6% der Teilnehmer mit einem Hauptschulabschluß erreichten ein überdurchschnittliches Ergebnis vs. 55,8% mit einem höheren Schulabschluß (p = 0,004). Der Wissensstand der Studienteilnehmer zu atopischen Erkrankungen ist begrenzt und diese Tatsache ist auch den befragten Erzieherinnen bekannt. Gerade im Hinblick auf die große Weiterbildungsbereitschaft (87,1%) und die pädagogische Schlüsselposition von Erzieherinnen sollten Schulungen dieser Berufsgruppe zu atopischen Erkrankungen vermehrt angeboten und unterstützt werden.Correspondence to:
Prof. Dr. med. T. Schäfer
Institut für Sozialmedizin
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein
Campus Lübeck
Beckergrube 43-47
D-23552 Lübeck
Übersicht
Regulation der IgE-Expression
E. Luger und A. Radbruch
Abstract
E. Luger und A. Radbruch
Deutsches Rheumaforschungs-Zentrum, Berlin
Während antigeninduzierter Immunantworten werden reife B-Zellen aktiviert, die dann zu Plasmazellen ausdifferenzieren und Antikörper verschiedener Immunglobulin-Klassen sezernieren. Werden reife B-Zellen von ihrem spezifischen Antigen und T-Helfer-Zellen, die das gleiche Antigen erkennen, aktiviert, so ändern sie ihre ursprüngliche Antikörper-Klasse durch die “Klassenwechsel-Rekombination”. Sekretieren T-Helfer-2-Zellen Zytokine, wie z.B. Interleukin-4, so findet der Klassenwechsel zu IgE statt. Diesem Rekombinations-Mechanismus unterliegt eine AID-abhängige Rearrangierung der Gen-Segmente, die für die konstanten Regionen des Antikörpermoleküls kodieren. Die variablen, antigenbindenden Regionen bleiben bei diesem Vorgang unverändert. IgE-Antikörper können auch über spezifische Rezeptoren an Granulozyten und Mastzellen binden. Bindet Antigen an diese Antikörper, so degranulieren die Granulozyten und setzen Wirkstoffe, wie z.B. Histamin, frei. Die Expression von IgE ist das Schlüsselereignis der IgE-vermittelten Allergien des Typs I und der damit verbundenen Immunpathologien.Correspondence to:
Elke Luger
Deutsches Rheumaforschungs-Zentrum
Schumannstraße 21/22
D-10117 Berlin
Leitlinien
Atopische Dermatitis
T. Werfel, W. Aberer, T. Bieber, N. Buhles, A. Kapp und D. Vieluf
Abstract
T. Werfel, W. Aberer, T. Bieber, N. Buhles, A. Kapp und D. Vieluf
Serie: Primäre Immundefekte
Infektanfälligkeit – Versuch einer Definition
V. Wahn, S. Ehl und T. Niehues
Abstract
V. Wahn, S. Ehl und T. Niehues