Jahrgang 26, No. 11/2003(November 2003)
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Allergologie
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Übersichten
Update: Kreuzreaktivität zwischen Allergenen in Nahrungsmitteln und Birkenpollen
B.K. Ballmer-Weber, S. Scheurer und S. Vieths
Abstract
B.K. Ballmer-Weber1, S. Scheurer2 und S. Vieths2
1Allergiestation, Dermatologische Klinik, Universitätsspital Zürich, 2Abteilung Allergologie, Paul-Ehrlich-Institut, Langen
Erwachsene Patienten entwickeln eine Nahrungsmittelallergie meistens sekundär aufgrund einer IgE-Kreuzreaktion nach primärem Erwerb einer Sensibilisierung gegen Inhalationsallergene. Die IgE-Kreuzreaktion beruht auf einer Strukturähnlichkeit zwischen Inhalations- und Nahrungsmittelallergenen. Die häufigste Nahrungsmittelallergie, die durch eine Inhalationsallergie vermittelt ist, stellt die pollenassoziierte Nahrungsmittelallergie dar, wobei diese in Zentral- und Nordeuropa vor allem durch eine Birkenpollensensibilisierung vermittelt wird. Drei allergene Birkenproteine, Bet v 1, Bet v 2 und Bet v 6, sowie die sogenannten kreuzreaktiven Kohlenhydratdeterminanten (CCD) werden für die Kreuzreaktionen auf pflanzliche Lebensmittel verantwortlich gemacht. In der folgenden Übersichtsarbeit werden die wichtigsten biochemischen Charakteristika dieser 4 kreuzreaktiven Strukturen besprochen.Correspondence to:
PD Dr. med. Barbara K. Ballmer-Weber
Allergiestation
Dermatologische Klinik
Universitätsspital Zürich
Gloriastraße 31
CH-8091 Zürich
Übersichten
Polyposis nasi – ein klinisches Update
D. Harder, D. Holzmann, P. Schmid-Grendelmeier und C. Bachert
Abstract
D. Harder1, D. Holzmann2, P. Schmid-Grendelmeier1 und C. Bachert3
1Allergiestation, Dermatologische Klinik, Universitätsspital Zürich,2Klinik und Poliklinik Ohren-, Nasen-, Hals- und Gesichtschirurgie,Universitätsspital Zürich, 3HNO-Klinik, Universitätskrankenhaus Gent
Die Polyposis nasi (Pn) findet sich bei ca 1 – 4% der Bevölkerung und ist häufig mit anderen Krankheitsbildern assoziiert: in bis zu 25% der Fälle mit einer ASS-Intoleranz und in bis zu 40% der Fälle mit einem intrinsischen Asthma. Andere häufig assoziierte Erkrankungen sind z.B. allergische Pilzsinusitis, primäre Ziliendyskinesie und Churg-Strauss-Syndrom. Vermehrt exprimierte Chemokine mit eosinophilenattraktiver Wirkung wie Eotaxin und RANTES sowie die konstant erhöhte Sekretion von IL-5 erklären die vermehrte Zahl von Eosinophilen in der Nasenschleimhaut bei Polyposis nasi. Zudem spielt die Kolonisation mit Mikroorganismen, vor allem Staphylokokken, eine wesentliche Rolle, indem diese Superantigen freisetzen und eine lokale Erhöhung von IL-5 und IgE bewirken. Die Diagnose der Pn wird klinisch, mittels Rhinoskopie, Endoskopie sowie mittels CT gestellt. Zudem sollte eine allergologische Diagnostik und Abklärung der unteren Luftwege erfolgen. An Behandlungsmaßnahmen bieten sich neben Kortikosteroiden und operativen Verfahren auch die antibiotische Therapie, die ASS-Deaktivierung sowie die Leukotrienantagonisten an.Correspondence to:
Dr. med. D. Harder
Allergiestation
Dermatologische Klinik
Universitätsspital Zürich
Gloriastraße 31
CH-8091 Zürich
Übersichten
Pilze als Allergene
A. Helbling
Abstract
A. Helbling
Allergologisch-Immunologische Poliklinik, Klinik für Rheumatologie, Klinische Immunologie/Allergologie, Inselspital, Bern
Pilzallergien werden im allgemeinen mit Atemwegssymptomen wie Asthma und Rhinitis assoziiert. Aber Pilze können das ganze Spektrum allergischer Manifestationen auslösen. Dazu gehören respiratorische Erkrankungen, kutane und gastrointestinale Erscheinungen bis hin zur Anaphylaxie. Grundsätzlich können die allergischen Symptome nach der Inhalation von Sporen oder nach Haut- oder Schleimhautkontakten mit Pilzbestandteilen auftreten. Abgesehen von den allergologisch etablierten Schimmelpilzen können auch Ständerpilze gesicherte allergische Reaktionen verursachen. Das Hauptproblem, eine Sensibilisierung respektive eine Allergie auf Pilzallergene zu erkennen, ist das Fehlen zuverlässiger kommerzieller Extrakte. Vorläufig gehen wir davon aus, daß die Prävalenz einer Sensibilisierung auf Pilze nicht sehr hoch ist.Correspondence to:
PD Dr. med. A. Helbling
Allergologisch-Immunologische Poliklinik
Klinik für Rheumatologie,
Klinische Immunologie/Allergologie
Inselspital
CH-3010 Bern
Kasuistik
Ficus-benjamina-Allergie ohne Kreuzreaktivität zu Latex
U.-C. Hipler, U. Frank, S. Schliemann-Willers, M. Kaatz und P. Elsner
Abstract
U.-C. Hipler, U. Frank, S. Schliemann-Willers, M. Kaatz und P. Elsner
Klinik für Dermatologie und Dermatologische Allergologie, Friedrich-Schiller-Universität, Jena
Ficus benjamina ist eine Pflanze, die oft als Zimmerpflanze Verwendung findet. Sie kann jedoch häufig Allergien, wie Rhinokonjunktivitis, Urtikaria, Quincke-Ödem und anaphylaktische Reaktionen auslösen. Wir stellen den Fallbericht einer Patientin mit einer Allergie gegen Ficus benjamina ohne Kreuzreaktivität zu Latex oder verschiedenen Früchten, wie Mango, Banane und Spinat, aber mit Kreuzreaktivität zu Feige, vor. Die Ficus-benjamina-Allergie wurde mit Hilfe des Hautpricktests, der spezifischen IgE-Antikörperbestimmung mittels UniCAP-100, dem Zellantigenstimulationstest (CAST) sowie dem Westernblot untersucht. Ein selbst hergestellter Ficus-benjamina-Extrakt, ein Ficus-benjamina-Extrakt von Allergopharma, verschiedene Fruchtextrakte sowie ein Extrakt aus Hevea brasiliensis wurden sowohl in den Hautpricktests als auch für die CAP- und CAST-Experimente eingesetzt. Es wurden CAP-Inhibitionsexperimente durchgeführt, um die möglichen Kreuzreaktivitäten zwischen Ficus benjamina und Latex sowie Mango, Banane, Spinat und Feige zu erfassen. Die Allergie gegenüber Ficus benjamina konnte eindeutig nachgewiesen werden. Die Inhibitionsexperimente zeigten eine homologe Inhibition der spezifischen IgE-Antikörper durch den selbst hergestellten Ficus-benjamina-Extrakt und den Ficus-benjamina-Extrakt von Allergopharma zu 95% bzw. 82%. Es konnten keine Kreuzreaktivitäten zu Hevea brasiliensis und verschiedenen Fruchtproteinen, außer einer Kreuzreaktivität zu Feige, gefunden werden. Im vorliegenden Fall handelt es sich um eine isolierte Typ-I-Sensibilisierung gegen Ficus benjamina mit Kreuzreaktivität zu Feige, aber ohne Kreuzreaktivität zu Latex. Die Ficus-benjamina-Proteine sollten deshalb in zunehmendem Maße als Indoor-Allergene mit eigenem Allergiepotential Berücksichtigung finden.Correspondence to:
Dr. med. Uta-Christina Hipler
Klinik für Dermatologie
und Dermatologische Allergologie
Friedrich-Schiller-Universität
Erfurter Straße 35
D-07740 Jena
Serie: Primäre Immundefekte
Klassifikation angeborener Immundefekte
T. Niehues und M. Weiß
Abstract
T. Niehues und M. Weiß