Jahrgang 26, No. 3/2003(März 2003)
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Allergologie
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Originalarbeiten
Therapiekonzept Schwelmer Modell: Ergebnisse einer Verlaufsbeobachtung über 9 Jahre
T. Schäfer, U. Schlenther, H.-J. Lehr, F. Hortolani, R. Wiesner
Abstract
T. Schäfer1, U. Schlenther2, H.-J. Lehr3, F. Hortolani4, R. Wiesner5,
1Institut für Sozialmedizin, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, 2Fachpraxis für Kinder- und Jugendheilkunde, Bernau bei Berlin, 3Fachpraxis für Kinder- und Jugendheilkunde, Schwelm, 4Fachpraxis für Innere Krankheiten, Schwelm 5F
Moderne Therapiekonzepte tragen dem polyätiologischen Hintergrund des atopischen Ekzems durch individuelle, umfassende und interdisziplinäre Maßnahmen Rechnung. Ziel der vorliegenden Studie war es, die Langzeiteffekte bei Patienten, die nach dem Konzept des Schwelmer Modells behandelt wurden, anhand objektiver und subjektiver Parameter darzustellen. Zwischen 1990 und 1991 wurden insgesamt 70 Patienten am Standort Schwelm behandelt. Von diesen konnten 44 (Teilnahmequote 63%, 25 Kinder £ 14 Jahre) über 9 Jahre nachuntersucht werden. Zu allen Zeitpunkten (T0 = Einschluß, T1-3 = nach 1, 4 und 9 Jahren) wurden die Ausdehnung sowie die Ausprägung typischer morphologischer Ekzemveränderungen und des Juckreizes erfaßt. Zusätzlich wurde der Medikamentenverbrauch für die Untersuchungsintervalle bestimmt. Bei den Kindern sanken die Werte für die Ausdehnung der betroffenen Hautoberfläche im Vergleich zum Ausgangswert von 46% (T0) nach einem Jahr auf 14% (T1) und nach 9 Jahren (T3) auf 6% deutlich und signifikant (p < 0,001) ab. In ähnlicher Weise reduzierten sich die Werte für Juckreiz (5,8; 1,4; 1,0), Rötung (6,5; 1,8; 1,3), Schuppung (4,0; 1,5; 0,4), Erosion (5,4; 1,8; 1,5) und Infiltration (6,0; 1,9; 0,6) nach einem bzw. 9 Jahren signifikant (p < 0,01). Der Gebrauch von externen Kortikosteroiden reduzierte sich über die Gesamtbeobachtungsdauer von 50% auf 8,3% (p = 0,002). Bei den Erwachsenen verringerten sich die Werte für die betroffene Hautoberfläche von 43% (T0) auf 3% (T1) (p < 0,01) und stiegen danach wieder leicht auf 14% an (T3) (n.s.). Die Werte für Juckreiz (9,8; 1,5; 1,8), Rötung (7,1; 1,1; 1,7), Schuppung (5,9; 3,0; 0,8), Erosion (4,7; 0,9; 1,7) und Infiltration (4,6; 0,4; 1,5) fielen nach einem bzw. 9 Jahren ebenfalls signifikant ab (p < 0,01). Auch der Gebrauch von externen (58% vs. 16%, p = 0,02) und internen (21% vs. 5%, n.s.) Kortikosteroiden reduzierte sich bei den Erwachsenen deutlich. Das interdisziplinäre Therapiekonzept ist in der Lage, objektive und subjektive Symptome des atopischen Ekzems deutlich und dauerhaft zu reduzieren und dabei den begleitenden Medikamentenverbrauch zu senken.Correspondence to:
Prof. Dr. med. T. Schäfer
Institut für Sozialmedizin
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein
Campus Lübeck
Beckergrube 43-47
D-23552 Lübeck
Originalarbeiten
Ringversuch – Differenzierung von innenraumrelevanten Schimmelpilzen
T. Gabrio, I. Dill, G. Fischer, L. Grün, R. Rabe, R. Samson, H.-P. Seidl, R. Szewzyk, C. Trautmann, T. Warscheid und U. Weidner
Abstract
T. Gabrio1, I. Dill2, G. Fischer3, L. Grün4, R. Rabe5, R. Samson6, H.-P. Seidl7, R. Szewzyk8, C. Trautmann2, T. Warscheid9 und U. Weidner1
1Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg, Stuttgart, 2Umweltmykologie, Berlin, 3Institut für Hygiene und Umweltmedizin, Klinikum Aachen, 4Eco-Luftqualität und Raumluft, Köln, 5Labor Dr. Rabe, HygieneConsult, Essen, 6CBS, Utrecht, Niederlande, 7Lehrstuh
Der Nachweis und die Bewertung von Schimmelpilzbelastungen im Innenraum setzt eine Identifizierung der Schimmelpilze nach Gattung und Art voraus. Dies macht den Aufbau eines externen Qualitätssicherungssystems und eine Qualifikation der entsprechenden Laboratorien notwendig. Aus diesem Grunde etablierte der am Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg angesiedelte Arbeitskreis “Qualitätssicherung – Schimmelpilze in Innenräumen” 2001 einen Ringversuch – Differenzierung innenraumrelevanter Schimmelpilze. Bisher wurden zwei Ringversuche auf der Basis von Reinkulturen durchgeführt, an dem sich jeweils ca. 50 Laboratorien beteiligten. Die Ergebnisse werden vorgestellt und diskutiert. Eine Internationalisierung des Ringversuchs wird angestrebt.Correspondence to:
Dr. med. Th. Gabrio
Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg
Wiederholdstraße 15
D-70174 Stuttgart
Übersicht
Besonderheiten in der Behandlung von Asthma bronchiale bei Kindern und Jugendlichen
M. Kabesch und D. Reinhardt
Abstract
M. Kabesch und D. Reinhardt
Kinderklinik und Poliklinik im Dr. von Haunerschen Kinderspital, Medizinische Klinik – Innenstadt, Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität, München
Asthma bronchiale ist die häufigste chronische Erkrankung des Kindesalters und die Prävalenz ist steigend. Die Weichen für die Entstehung der Erkrankung werden nach neuesten Erkenntnissen bereits sehr früh, mit großer Wahrscheinlichkeit sogar bereits in den ersten Lebensjahren, gestellt. Eine erfolgversprechende Therapie sollte daher bereits in der frühen Kindheit begonnen werden. Beratung und Präventionsmaßnahmen sollten von Beginn an von pulmologisch und allergologisch geschulten Kinderärzten durchgeführt werden, die den speziellen Anforderungen und Besonderheiten in Diagnose und Therapie von Asthma bronchiale im Kindesalter durch ihre Ausbildung im Umgang mit Kindern gerecht werden können. Die Therapie von Asthma bronchiale im Kindesalter muß den speziellen Bedürfnissen der kindlichen Entwicklung angepaßt sein. Auf die besondere Problematik des an Asthma bronchiale erkrankten Kindes im familiären und sozialen Umfeld muß eingegangen werden und spezielle Therapie- und Schulungsprogramme werden benötigt, um eine ungestörte Entwicklung dieser Kinder zu garantieren.Correspondence to:
Dr. med. M. Kabesch
Kinderklinik und Poliklinik
im Dr. von Haunerschen Kinderspital
Medizinische Klinik – Innenstadt
Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität
Lindwurmstraße 4
D-80337 München
Kasuistik
Exogen-allergische Alveolitis – mit verborgenem Antigen
D.F. Stratakis, S.M. Lang und R.M. Huber
Abstract
D.F. Stratakis1, S.M. Lang2 und R.M. Huber1
1Pneumologie, Medizinische Klinik – Innenstadt, Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität, München, 2Klinik Bad Reichenhall,
Eine 28-jährige Patientin stellte sich mit seit 5 Monaten zunehmender Belastungsdyspnoe vor. Eine Pneumonie hatte trotz adäquater Antibiotikatherapie einen protrahierten Verlauf genommen. Leitbefunde waren eine Tachypnoe, Lippenzyanose und Knisterrasseln über der Lunge im klinischen Befund. Das radiologische Bild entsprach einer interstitiellen Lungenerkrankung. Lungenfunktionsanalytisch zeigten sich eine ausgeprägte Hypoxämie und eine Diffusionsstörung. Die Allergenquelle konnte trotz positiver Serologie auf Aspergillus fumigatus bei zunächst fehlender Identifizierung eines Allergens erst anhand von Messungen in der häuslichen Umgebung bestätigt und die Ursache, ein versteckter Befall mit Aspergillus fumigatus, beseitigt werden.Correspondence to:
Dr. med. D.F. Stratakis
Pneumologie
Medizinische Klinik – Innenstadt
Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität
Ziemssenstraße 1
80336 München
Autorenreferate
12. Jahrestreffen der Arbeitsgemeinschaft Klinische Immunologie, Allergologie und Umweltmedizin der Deutschen Gesellschaft für HNO-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie / Mannheim, 11. – 12. Oktober 2002