Jahrgang 24, No. 1/2001(Januar 2001)
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Allergologie
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Editorial
Good Allergy Practice
B. Wüthrich
Originalarbeit
Flowzytometrische Messung der Aktivierung basophiler Granulozyten zur Diagnose der Wespengiftallergie
M. Freitag, S. Höxtermann, Ana Paula Freitag, Myrjam Straube, G. von Kobyletzki, P. Altmeyer und Christiane Szliska
Abstract
M. Freitag, S. Höxtermann, Ana Paula Freitag, Myrjam Straube, G. von Kobyletzki, P. Altmeyer und Christiane Szliska
Klinik für Dermatologie und Allergologie, Ruhr-Universität, Bochum
Die Diagnose der Wespengiftallergie basiert auf Anamnese, Nachweis von spezifischem IgE und Hauttest. Andere In-vitro-Verfahren wie Histaminfreisetzungstest, Basophilendegranulationstest, Sulfidoleukotrienstimulation, Immunoblot und Inhibitionstests werden nicht routinemäßig eingesetzt, können jedoch zusätzliche Informationen liefern, ohne sichere prognostische Aussagen zu ermöglichen. Mit dieser Studie soll der Nutzen eines neuen, kommerziell verfügbaren In-vitro-Tests zur Messung der Aktivierung basophiler Granulozyten (Basotest, Orpegen Pharma, Heidelberg) in der Diagnostik der Wespengiftallergie evaluiert werden. Aktivierte Basophile werden durch Doppelmarkierung mit monoklonalen Antikörpern gegen IgE und den Aktivierungsmarker gp53 (CD63) und anschließende flowzytometrische Analyse detektiert. Bei 10 Wespengiftallergikern ohne spezifische Immuntherapie (SIT), 10 Wespengiftallergikern unter SIT und 12 gesunden Kontrollpersonen ohne Wespengiftallergie wurden die Basophilen-Aktivierung mittels Basotest, spezifisches IgE mittels CAP-RAST-FEIA und Gesamt-IgE mittels CAP-IgE-FEIA bestimmt. Alle Kontrollpersonen zeigten keine signifikante Basophilen-Aktivierung nach Stimulation mit Wespengift im Vergleich zur Stimulation mit Waschlösung. Anhand der Meßwerte des Kontrollkollektivs wurden Schwellenwerte (Mittelwert plus 3 Standardabweichungen) für die zur Stimulation eingesetzten Allergenkonzentrationen definiert. Unter Verwendung dieser Schwellenwerte wurden bei Allergenkonzentrationen von 400 ng/ml und 4 µg/ml alle unbehandelten Wespengiftallergiker erkannt. Es war möglich, Patienten auch nach langem Intervall zum Insektenstich und nur noch fraglich positivem CAP-RAST- FEIA zu identifizieren. Bei den behandelten Wespengiftallergikern wurde nach Stimulation mit unterschiedlichen Allergenkonzentrationen durchschnittlich eine geringere Basophilen-Aktivierung gemessen als bei den unbehandelten Patienten (nicht signifikant). Die Höhe der Basophilen-Aktivierung korrelierte nicht mit dem Gesamt-IgE; sie nahm mit der Konzentration des zur Stimulation verwendeten Wespengiftes zu. Trotz des kleinen und aufgrund des Fehlens RAST-negativer Patienten selektionierten Patientenkollektivs zeigen die Untersuchungsergebnisse, daß die flowzytometrische Messung der Aktivierung basophiler Granulozyten ein sehr sensitives und spezifisches Verfahren in der Diagnostik der Wespengiftallergie darstellt, welches zudem sehr schnell und einfach durchführbar ist.Correspondence to:
Klinik für Dermatologie und Allergologie, Ruhr-Universität, Gudrunstraße 56, D-44791 Bochum
Originalarbeit
Untersuchungen zur Verlaufskontrolle der Hyposensibilisierung mit Hilfe des Zellantigenstimulationstests (CAST)
U.-Ch. Hipler, A. Bauer, G. Schlenvoigt und P. Elsner
Abstract
U.-Ch. Hipler1, A. Bauer1, G. Schlenvoigt2 und P. Elsner1
1Klinik für Dermatologie und Allergologie und 2Institut für Klinische Immunologie, Friedrich-Schiller-Universität, Jena
30 Patienten, die auf vorangegangene allergische Reaktionen gegenüber Bienengift und Wespengift reagierten, wurden in unserer Studie vor und während der Hyposensibilisierungstherapie hinsichtlich der spezifischen IgE-Antikörper gegen Bienen- und Wespengift charakterisiert. Wir führten außerdem vor und während der Hyposensibilisierungstherapie mit EDTA-Vollblut den Zellantigenstimulationstest durch. Bei unseren Patienten handelt es sich um 13 Frauen und 17 Männer mit einem Alter von 39 ± 16 Jahren. Es wurden bei den 30 Patienten alle Schweregrade von allergischen Reaktionen nach Mueller diagnostiziert. Es handelt sich um 9 Patienten mit dem Schweregrad I nach Mueller, 11 Patienten mit dem Schweregrad II, 4 Patienten mit dem Schweregrad III und 6 Patienten mit dem Schweregrad IV. Die allergologische Abklärung umfaßte die Anamnese, die Hauttests (Schwellenwertbestimmung bis 1 mg/ ml), die spezifische IgE-Antikörperbestimmung mit dem CAP-FEIA-System und die Durchführung des Zellantigenstimulationstests. Der CAST wurde mit einer Konzentration von jeweils 0,2 mg/ml, in einzelnen Fällen auch mit einer Konzentration von 0,02 mg/ml Bienen- und Wespengift, durchgeführt. Von den 30 Patienten mit einer eindeutig nachgewiesenen Bienen- und/oder Wespengiftallergie konnte lediglich bei 2 Patienten im Verlauf der Hyposensibilisierungstherapie einen Abfall der Sulfidoleukotrienwerte im Zellantigenstimulationstest festgestellt werden. Es zeigt sich, daß auch bei Patienten, die einen Feldstich problemlos vertragen haben, kein Absinken der Sulfidoleukotrienwerte auftritt. Nach den Erkenntnissen dieser Studie scheint der Zellantigenstimulationstest kein geeignetes diagnostisches Werkzeug für die Verlaufskontrolle von Hyposensibilisierungstherapien zu sein.Correspondence to:
Klinik für Dermatologie und Allergologie, Friedrich-Schiller-Universität, Am Johannesfriedhof 3, D-07740 Jena
Originalarbeit
Follow-up-Studie unter Allergiepatienten einer Dermatologischen Universitätsklinik
N. Becker und P.J. Frosch
Abstract
N. Becker1 und P.J. Frosch2
1Abteilung Klinische Epidemiologie, Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg, 2Abteilung für Dermatologie, Universität Witten/Herdecke, Dortmund
Unter den Patienten der Allergieabteilung der Hautklinik der Universität Heidelberg wurde über den Zeitraum von 1973 bis 1985 eine historische Follow-up-Studie durchgeführt. Ziel des Vorhabens war festzustellen, ob ein in der Literatur häufig berichtetes vermindertes Krebsrisiko bei Allergikern sich im Rahmen einer Kohortenstudie unter klinisch verifizierten Allergiepatienten bestätigen ließ. In der Kohorte fanden sich 1780 Personen mit Typ-I-Allergien und 531 Personen mit Typ-IV-Allergien. Die Gesamtsterblichkeit war jeweils signifikant erhöht bei Frauen mit Typ-I-Allergien auf SMR = 193,0 (Männer: SMR = 91,0) und bei Männern mit Typ- IV-Allergien auf SMR = 139,0 (Frauen: SMR = 86,4). Außerdem war bei Typ-I-Allergien die Sterblichkeit an Krankheiten der Atemwege insbesondere bei Frauen erhöht. Mit 32 in beiden Untergruppen zusammen beobachteten Krebstodesfällen gegenüber 32,2 erwarteten lieferte diese Studie keinen Hinweis auf ein mit Allergien einher gehendes verändertes Krebsrisiko. Allerdings war angesichts der vergleichsweise kleinen Zahl beobachteter Krebsfälle die Power der Studie zur Entdeckung eines tatsächlich vorhandenen Unterschiedes begrenzt. Interessante Nebenaspekte des Projektes waren, ob (a) historische Kohortenstudien mit dem Patientengut von Kliniken überhaupt durchführbar sind und (b) aufgrund nicht auffindbarer Todesbescheinigungen in Gesundheitsämtern fehlende Todesursachen auf dem Weg über die statistischen Landesämter ermittelt werden können. Die Studie erwies sich, wenn man von den inzwischen gelösten Datenschutzproblemen absieht, im Prinzip als durchführbar. Doch zeigte sich ein z.T. stark von der Allgemeinbevölkerung abweichendes Mortalitätsmuster, das die Interpretierbarkeit der Ergebnisse erheblich erschwert und wahrscheinlich mit einer sozioökonomischen Selektion des Patientengutes zusammenhängt. Die Ermittlung von Todesursachen in Zusammenarbeit mit einem statistischen Landesamt erwies sich als kostspielig, aber technisch durchführbar, ergab jedoch mit der hier verwendeten Suchtechnik ein enttäuschendes Ergebnis (28,5 % aufgefundene Todesursachen). Der im Prinzip attraktive Weg über die statistischen Landesämter müßte erst deutlich treffsicherer werden, um – von rechtlichen Problemen abgesehen – für epidemiologische Zwecke angewandt werden zu können.Correspondence to:
Abteilung Klinische Epidemiologie, Deutsches Krebsforschungszentrum, Im Neuenheimer Feld 280, D-69120 Heidelberg
Übersicht
Potential körpereigener antibiotischer Peptide bei der angeborenen Abwehr von Rhinosinusitiden
St. Maune und J.E. Meyer
Abstract
St. Maune und J.E. Meyer
Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie, Christian-Albrechts-Universität, Kiel
Die Körperoberflächen des Menschen sind normalerweise ständig einer mikrobiellen Besiedlung ausgesetzt, dennoch sind Infektionen der gesunden Haut bzw. Schleimhaut selten. Die Gründe dafür liegen neben physikalischen Barrieren in der Produktion gencodierter, antimikrobieller Peptide (AP) durch epitheliale Zellen. Eine Reihe neuer AP sind in der letzten Zeit im Epithel des Menschen entdeckt worden. In-situ-Hybridisierungsuntersuchungen zeigen eine organspezifische Expression von Genen der AP, die abhängig vom mikrobiellen Spektrum ist und zusätzlich durch ihre Expression die ortsansässige Keimflora bestimmen. Einige AP werden konstitutiv exprimiert, andere sind induzierbar durch entsprechende Keime über bisher unbekannte Rezeptoren oder durch endogene, proinflammatorische Zytokine. Die Mehrzahl der AP sind über eine Porenformation in der Lage, Mikroorganismen zu töten. Da das antimikrobielle Potential mancher AP mit zunehmender Sensitivität für Cholesterin, einem wichtigen Bestandteil der menschlichen Zellmembran, sinkt, erklärt möglicherweise die Ungefährlichkeit der AP für menschliche Zellen. Es erscheint für Mikroorganismen schwierig, eine Resistenz gegen AP auszubilden, da aufgrund des geringen Molekulargewichtes von AP es in vitro schwierig ist, AP enzymatisch zu verdauen. Das macht die AP für die Entwicklung neuer Antibiotika äußerst interessant. Die ersten klinischen Studien waren vielversprechend und nach der Entwicklung einer biotechnologischen Synthesetechnik zur Herstellung von AP im Großmaßstab könnten eine Vielzahl neuer antibiotischer Substanzen folgen. Zudem könnte die Entdeckung der Induzierbarkeit antimikrobieller Aktivität zu der Entwicklung von verschiedenen Stimulanzien führen, die durch die Aktivierung endogener AP-Produktion eine epitheliale Abwehrreaktion hervorrufen. Dieser kurze Übersichtsartikel gibt einen Überblick über den bisherigen Wissensstand der AP-Forschung im menschlichen Atemwegstrakt und diskutiert deren mögliche Rolle und Relevanz bei der Pathogenese bzw. Behandlung der Rhinosinusitis. Das beinhaltet die Diskussion einer möglichen, defekten Produktion bei Patienten mit rezidivierenden Infekten, die therapeutische Anwendung synthetischer antimikrobieller Peptide und die Induktion deren Synthese als einen alternativen Therapieansatz.Correspondence to:
Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde,
Kopf- und Halschirurgie
Christian-Albrechts-Universität
Arnold-Heller-Straße 14
D-24105 Kiel
Arbeitspapier
Good Allergy Practice: Eine Stellungnahme der Spezialistenkommission der Schweizerischen Gesellschaft für Allergologie und Immunologie
U. Müller, A.L. de Weck, R. Bodmer, J. Gutersohn, S. Longoni, G. Müllner, D. Olgiati, M. Pletscher, T. Schweri und W. Thürlimann
Abstract
U. Müller, A.L. de Weck, R. Bodmer, J. Gutersohn, S. Longoni, G. Müllner, D. Olgiati, M. Pletscher, T. Schweri und W. Thürlimann