Jahrgang 25, No. 3/2002(März 2002)
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Allergologie
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Laudatio
Karl-Heinz Schulz zum 80. Geburtstag
E. Schöpf
Originalarbeit
Atemwegsallergiker in Deutschland: Ergebnisse der Studie Allergy – Living & Learning
K.-C. Bergmann, G. Albrecht und P. Fischer
Abstract
K.-C. Bergmann1, G. Albrecht2 und P. Fischer2
1Allergie- und Asthmaklinik, Bad Lippspringe, 2ALK-Scherax Arzneimittel GmbH, Hamburg
Hintergrund: Das Wissen um die Belastungen und krankheitsspezifischen Lebensumstände von Allergiepatienten ist bisher dürftig. Repräsentative Daten aus der Bevölkerung zu Diagnostik, Therapie- und Präventionsgewohnheiten sowie Kenntnisstand der Betroffenen über ihre Erkrankung fehlen weitgehend, genauso wie Angaben über Einschränkungen im Alltagsleben. In der mit über 7000 Interviews bisher größten europäischen Bevölkerungsbefragung “Allergy – Living & Learning” sollten erstmalig zu diesem Themenkomplex valide Daten gewonnen werden. Zielgruppe waren Patienten mit einer respiratorischen Allergie, die mit Hilfe eines Screeningverfahrens aus einer repräsentativen Bevölkerungsgruppe selektiert werden sollten. Material und Methoden: Die Studie wurde in 10 europäischen Ländern durchgeführt. Einbezogen in die Telefonbefragung in Deutschland waren 7.169 Haushalte, in denen in einem Screeningverfahren nach Atemwegsallergikern gefragt wurde. Waren darüber hinaus die Einschlußkriterien (Heuschnupfen/Asthma, Alter über 16 Jahre, Nennung des Allergens, Nennung charakteristischer Symptome) erfüllt, wurden sie in einem ersten Interview u.a. zu Allergiesymptomen und -auslösern, Diagnostik, Krankheitsmanagement und Wissen über die Erkrankung befragt. In einem zweiten Interview, das nach Zusenden eines Selbstbeurteilungsbogens stattfand, beantworteten die Atemwegsallergiker Aussagen zur Lebensqualität im Zusammenhang mit ihrer Krankheit. Ergebnisse: Dargestellt werden die wichtigsten Ergebnisse aus Deutschland. Danach absolvierten 1.001 der identifizierten Atemwegsallergiker die erste Befragungsphase, 991 die zweite Phase mit Fragen zur Selbstbeurteilung. 82,3% der Befragten litten unter Heuschnupfen, 27,5% an Asthma. Bei 92,6% der Befragten wurde die Atemwegsallergie ärztlich diagnostiziert, davon 64,5% durch einen Spezialisten. Ein Allergietest wurde bei 85% durchgeführt, wohingegen 14,8% die Frage nach einem durchgeführten Allergietest verneinten. 82,4% der Befragten nahmen zur Behandlung ihrer Allergie Medikamente ein, davon 71,9% nach Bedarf. 16,5% hatten bzw. erhielten eine spezifische Immuntherapie. Mit “positiv” bewerteten 73,3% die Medikation, mit “negativ” 26,1%. Karenzmaßnahmen wendeten rund 20 bis 30% der Befragten an, Alternativmethoden 13,7%. Eine moderate Einschränkung im Alltagsleben gaben 69,7% an, eine starke Einschränkung 20%. Beeinträchtigungen ergaben sich u.a. bei körperlichen Aktivitäten und im beruflichen Bereich. Rund ein Drittel äußerte sich negativ über das psychische Empfinden (Wut, Frustration, Scham etc.) bzw. konnte sich mit der Erkrankung nicht abfinden. Als hoch oder sehr hoch bezeichneten 46,5% ihren Wissensstand über die Allergie. Wichtigste Informationsquellen waren mit 64,5% bzw. 65,7% der Allgemeinarzt bzw. der Spezialist. Apotheker und verschiedene Medien wurden als Ratgeber von rund 20% bis 30% genutzt. Schlußfolgerung: Durch das Screeningverfahren wurden mit “Allergy – Living & Learning” Personen befragt, deren Atemwegsallergie mit hoher Wahrscheinlichkeit durch eine ärztliche Diagnose gesichert war. Dies erklärt warum der überwiegende Teil der Befragten Medikamente zur Behandlung ihrer respiratorischen Allergie verwendete. Die Tatsache, daß die Medikation bevorzugt nur bei Beschwerden erfolgt, ist ein Beleg für die weiterhin bestehende Bagatellisierung von Atemwegsallergien. Eine verstärkte Aufklärung von Patienten und Ärzten über die Notwendigkeit einer konsequenten, antientzündlichen Therapie ist heute aus medizinischen und ökonomischen Gründen wünschenswert. Hinsichtlich der angewendeten therapeutischen Maßnahmen belegt die Studie in diesem Zusammenhang prinzipiellen Handlungsbedarf. Präventive und allergiespezifische Maßnahmen wie Karenz und spezifische Immuntherapie, die eine Progredienz der allergischen Atemwegsentzündung verhindern, werden nur im geringem Umfang angewendet. Eine nicht hinnehmbare Rate an befragten Allergikern ist mit dem Ergebnis der Medikation nicht zufrieden bzw. wendet sich Alternativmethoden zu. Hier sollte der Dialog zwischen Arzt und Patient intensiviert werden. Auch eine Änderung der Medikationsstrategie ist in Erwägung zu ziehen. Ferner sind 14,8% Atemwegsallergiker ohne allergiespezifische Diagnostik, gemessen an dem hohen Anteil ärztlicher Diagnosen, nicht akzeptabel. Eine Empfehlung zu präventiven Maßnahmen kann in diesen Fällen nicht erfolgen.Correspondence to:
Prof. Dr. med. K.-C. Bergmann
Allergie- und Asthmaklinik
An der Martinusquelle 10
D-33175 Bad Lippspringe
Übersicht
Luftreiniger und Innenraumallergene
S. Engelhart und M. Exner
Abstract
S. Engelhart und M. Exner
Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit, Universität Bonn
Luftreiniger sind weit verbreitet und werden seitens der Hersteller u.a. für Patienten mit allergischen Atemwegserkrankungen empfohlen. Im Jahr 1987 sichtete ein Expertenkomitee die bis dato vorhandene Literatur zur technischen und klinischen Wirksamkeit und kam zu der Schlußfolgerung, daß der Einsatzbereich und Nutzen derartiger Geräte begrenzt ist. Seither wurden eine kleinere Anzahl kontrollierter klinischer Studien durchgeführt, die eine gewisse Differenzierung der Empfehlungen dieses Expertenkomitees zulassen. Insbesondere kann sich für tierepithelienallergische Asthmatiker unter bestimmten Umständen ein klinischer Nutzen aus dem Einsatz solcher Geräte ergeben. Im Rahmen dieser Übersichtsarbeit werden die Einschränkungen und die sich aus den neueren Studien ergebenden Schlüsse diskutiert. Unzweifelhaft wird der wichtigste Nutzen durch die Elimination der Allergenquelle im Innenraum erzielt, Luftreiniger können derartige Maßnahmen allenfalls flankieren.Correspondence to:
S.T. Engelhart
Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit
Universität Bonn
Sigmund-Freud-Straße 25
D-53105 Bonn
Leitlinie
“Wann soll ein Arbeitsstoff als sensibilisierend für die Haut (”Sh”) oder für die Atemwege (“Sa”) markiert werden?” Kriterien der Senatskommission zur Prüfung gesundheitsschädlicher Arbeitsstoffe der
A. Schnuch, H. Lessmann, K.-H. Schulz, D. Becker, Th. L. Diepgen, H. Drexler, S. Erdmann, M. Fartasch, H. Greim, H. Greim, P. Kricke-Helling, R. Merget, H. Merk, D. Nowak, A. Rothe, G. Stropp, W. Uter und G. Wallenstein
Abstract
A. Schnuch, H. Lessmann, K.-H. Schulz, D. Becker, Th. L. Diepgen, H. Drexler, S. Erdmann, M. Fartasch, H. Greim, H. Greim, P. Kricke-Helling, R. Merget, H. Merk, D. Nowak, A. Rothe, G. Stropp, W. Uter und G. Wallenstein
Basiswissen Immunologie
Superantigene und Allergie
J. Saloga
Abstract
J. Saloga
Universitäts-Hautklinik, Mainz
Superantigene mikrobiellen Ursprungs aktivieren verschiedene Immunzellen und können auf diese Weise starke Entzündungsreaktionen auslösen, aber auch einen modulierenden Einfluß auf das Immunsystem haben. Ihre besondere Bedeutung für allergische/atopische Krankheiten wird in diesem Artikel dargelegt.Correspondence to:
PD Dr. med. J. Saloga
Universitäts-Hautklinik
Langenbeckstraße 1
D-55131 Mainz
Kasuistik
Kontaktallergie auf in der Epikutantestung verwendeten Markierungsstift
T.M. Fritz und B. Wüthrich
Abstract
T.M. Fritz und B. Wüthrich
Allergiestation, Dermatologische Klinik und Poliklinik, Universitätsspital Zürich
Kontaktallergische Reaktionen auf Markierungsstifte, welche z.B. für Hautmarkierungen bei Epikutantestungen verwendet werden, sind außerordentlich selten. Es sind vor allem die verschiedenen Farbbestandteile, welche für die kontaktallergischen Reaktionen verantwortlich gemacht werden können; aber auch andere Bestandteile von Markierungsstiften, die vor allem für die mechanisch-physikalischen Eigenschaften verantwortlich sind, können Spättypsensibilisierungen hervorrufen. Im vorliegenden Fall wird eine Sensibilisierung vom Spättyp auf Astraflex Chrysoidin RR, einem Azo-Farbstoff, beschrieben, welcher ein Farbbestandteil eines Hautmarkierungsstiftes darstellt und ein Überblick über die in der Literatur erwähnten Fälle gegeben.Correspondence to:
Dr. med. T. M. Fritz
Allergiestation
Dermatologische Klinik und Poliklinik
Universitätsspital Zürich
Gloriastraße 31
CH-8091 Zürich
Autorenreferate
European Conference on Textiles and the Skin / Weimar, April 11 – 13, 2002
Organizing committee: P. Elsner, Jena, and J. Kurz, Bönnigheim
Abstract
Organizing committee: P. Elsner, Jena, and J. Kurz, Bönnigheim