Jahrgang 25, No. 7/2002(Juli 2002)
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Allergologie
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Originalarbeit
In-vitro-Allergiescreening mit Pharmacia SX1- und fx5-Test im Vergleich zur Einzelallergenbestimmung durch den Pharmacia CAP-RAST und Vergleich des Pharmacia CAP-RAST mit dem DPC-PolyCheck
F. Lötzbeyer, A. Grübl und C.P. Bauer
Abstract
F. Lötzbeyer, A. Grübl und C.P. Bauer
Kinderklinik und Poliklinik, Technische Universität München
Einleitung: Die Zuverlässigkeit des Allergiescreening durch den SXI -(Inhalationsallergene) und den fx5- (Nahrungsmittelallergene) Test sollte im Vergleich zur Einzelallergenbestimmung der entsprechenden Allergene durch den Pharmacia CAP-RAST nachgewiesen werden. Im zweiten Teil der Studie wurde ein neuer Allergietest, der DPCPolyCheck, mit dem gleichzeitig Sensibilisierungen gegen 20 Allergene getestet werden, mit dem Pharmacia CAP-RAST verglichen. Methoden: Untersucht wurden 90 Seren von Kindern im Alter von 7 Monaten bis 17 Jahren. Die Allergietests wurden entsprechend den Angaben der Hersteller verwendet und ausgewertet. Ergebnisse: Im Vergleich zur Einzelallergenbestimmung durch den CAP-RAST konnte für den SXI-Test eine Sensitivität von 0,98 (KI 91,3 – 100%) und eine Spezifität von 1 (KI 87,7 – 100%), für den fx5-Test eine Sensitivität von 0,91 (KI 78,3 – 97,5%) und eine Spezifität von 0,98 (KI 88,5 – 99,9%) errechnet werden. Im Vergleich von DPC-PolyCheck zu CAP-RAST zeigte sich im direkten Vergleich keine zufriedenstellende Übereinstimmung. Schlußfolgerung: Als Suchtest eignen sich die Screeningtests SXI und fx5 vor allem zur Ausschlußdiagnose einer Allergie sehr gut. Der in der getesteten Form nicht mehr erhältliche DPC-PolyCheck kann aufgrund der Ergebnisse nicht zum Nachweis von Sensibilisierungen empfohlen werden.Correspondence to:
Dr. med. F. Lötzbeyer
Kinderklinik und Poliklinik
Technische Universität München
Kölner Platz 1
D-80804 München
Originalarbeit
Kontaktallergien bei Altenpflegerinnen – eine Analyse von Daten des Informationsverbundes Dermatologischer Kliniken 1992 bis 1998
S. Proske, J. Geier, H.J. Schwanitz und W. Uter
Abstract
S. Proske1, J. Geier2, H.J. Schwanitz3 und W. Uter2
1Universitäts-Hautklinik, Heidelberg, 2IVDK-Zentrale, Universitäts-Hautklinik, Göttingen, 3Fachgebiet Dermatologie, Universität Osnabrück
Die Altenpflege ist mit einem nennenswerten Risiko beruflich bedingter Kontaktekzeme irritativer, aber auch kontaktallergischer Genese assoziiert. Anhand einer Analyse der Daten des Informationsverbundes Dermatologischer Kliniken (IVDK) im Zeitraum 1992 bis 1998 wird das Sensibilisierungsspektrum bei 114 Altenpflegerinnen, bei denen eine beruflich bedingte Hauterkrankung diagnostiziert wurde, dargestellt. Signifikant erhöhte altersstandardisierte Sensibilisierungsquoten (verglichen mit allen im IVDK getesteten Patientinnen) zeigten sich bei dem Duftstoff-Mix (26,9% vs 12,3%), dem Konservierungsmittel von Impfseren Thiomersal (13,9% vs 6,8%), den Konservierungsmitteln Methyldibromoglutaronitril / Phenoxyethanol (Euxyl K 400; 6,5% vs 2,3%) und (Chlor)Methylisothiazolinon (MCI/MI, 5,8% vs 2,5%), dem Thiuram-Mix (12,0% vs 2,9%), der in Schutzhandschuhen verwendete Vulkanisationsbeschleuniger enthält, und dem in Flächendesinfektionsmitteln eingesetzten Formaldehyd (8,3% vs 2,2%). Die Beobachtung derartiger Häufungen bestimmter Sensibilisierung bildet eine Grundlage für primär präventive Maßnahmen, z.B. die Elimination von bestimmten Inhaltsstoffen aus beruflich verwendeten Produkten.
Correspondence to:
Dr. med. Sylvia Proske
Universitäts-Hautklinik
Voßstraße 2
D-69115 Heidelberg
Übersicht
Allergische Kontaktdermatitis im Kindesalter. Eine Übersicht und Meta-Analyse
R. Spiewak
Abstract
R. Spiewak
Instytut Medycyny Wsi, Lublin, Polen, und Hautklinik, RWTH Aachen
Die Prävalenz der allergischen Kontaktdermatitis bei Kindern wird unterschätzt. In den ersten Lebensjahren wird die Kontaktdermatitis oft mit anderen Dermatitisformen, wie dem atopischen Ekzem, verwechselt. Eine Spättypsensibilisierung kann mittels Epikutantest bei 13,3 – 24,5% aller Kinder nachgewiesen werden und ist in 56,5 bis 94,4% klinisch relevant. Es gibt Hinweise darauf, daß es schon in den ersten Lebensmonaten zu einer Kontaktsensibilisierung kommen kann. Fundierten Untersuchungen zu Folge ist die Kontaktallergie bei Kindern unter 3 Jahren häufiger als bei älteren Kindern und Erwachsenen. Die Meta-Analyse von 23 epidemiologischen Studien mit insgesamt 2794 zufällig ausgewählten Kindern und 5705 Kindern mit Verdacht einer Kontaktdermatitis hat gezeigt, daß Kinder meistens sensibilisiert sind gegen Nickel (8,3% aller Kinder und 19,2% Kinder mit Dermatitis), Thiomersal (2,1% und 14,0%), Kobalt (1,9% und 13,5%), Duftstoffe (1,7% und 11,8%), Chrom (1,5% und 12,4%), Kathon CG (1,4% und 21,0%), Lanolin (0,7% und 12,1%) und Perubalsam (0,5% und 10,8%). Diese Angaben legen nahe, daß die Ekzemdiagnostik bei Kindern Epikutantestungen einschließen sollte.Correspondence to:
Dr. med. R. Spiewak
Instytut Medycyny Wsi
ul. Jaczewskiego 2
PL 20-090 Lublin
Kasuistik
Beruflich bedingte Urtikaria, Angioödeme, Rhinokonjunktivitis und Asthma bronchiale bei multiplen Typ I-Sensibilisierungen gegenüber Nahrungsmitteln
C. Rieger, M. Körner, A. Kapp und B. Wedi
Abstract
C. Rieger, M. Körner, A. Kapp und B. Wedi
Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Venerologie, Medizinische Hochschule Hannover
Bei inhalativem Kontakt zu Johannisbrotkernmehl und anderen Nahrungsmittelstäuben entwickelte ein in der Tierfutterproduktion tätiger Mann berufsabhängig wiederholt Urtikaria, Angioödeme, rhinokonjunktivitische und asthmatische Beschwerden. Später traten gleiche Symptome auch nach dem Genuß von Erbsen und Bohnen auf. In der allergologischen Diagnostik fanden sich allergen- spezifische IgE Antikörper und positive Prickteste für Hülsenfrüchte, Mehle und birkenpollenassoziierte Nahrungsmittel. Nach oraler Provokation mit Johannisbrotkernmehl und Sojamehl kam es zu Angioödemen, rhinokonjunktivitischen und asthmatischen Beschwerden. Johannisbrotkernmehl, Sojamehl, Erbsen und Bohnen gehören zur Familie der Hülsenfrüchte. Vermutlich führte die beruflich erworbene Sensibilisierung gegenüber Johannisbrotkernmehl über eine Kreuzreaktion zu einer Nahrungsmittelunverträglichkeit auch gegenüber Sojamehl, Erbsen und Bohnen. Nach Meldung an die Berufsgenossenschaft erfolgte eine Umschulung zum Industriekaufmann. Es läuft ein Verfahren zur Anerkennung einer Berufskrankheit nach Ziffer 4301.Correspondence to:
Dr. med. C. Rieger
Klinik und Poliklinik für
Dermatologie und Venerologie
Medizinische Hochschule Hannover
Ricklinger Straße 5
D-30449 Hannover
Leitlinien
Leitlinie für die Durchführung bronchialer Provokationstests mit Allergenen
E. Gonsior†, M. Henzgen, R.A. Jörres, R.F. Kroidl, R. Merget, F.-W. Rifflmann und G. Wallenstein
Abstract
E. Gonsior†1, M. Henzgen2, R.A. Jörres3, R.F. Kroidl4, R. Merget5, F.-W. Rifflmann6 und G. Wallenstein7
Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie, 1Abteilung für Innere Medizin, Klinik Kurhessen, Bad Sooden-Allendorf, 2Pneumologie und Allergologie/Immunologie der Klinik für Innere Medizin IV, FSU Jena, 3Krankenhaus Großhansdorf, 4Stade, 5Berufsgenossenschaftliches Forschungsinstitut für Arbeitsmedizin, Bochum, 6Abteilung Allergologie, Fachkrankenhaus Kloster Grafschaft, Schmallenberg, 7Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Berlin
In Überarbeitung der 1984 erstmals veröffentlichten Leitlinien für die Durchführung von bronchialen Provokationen [28] und nach kürzlicher Erstellung von Leitlinien für Provokationstests mit pharmakologischen Substanzen [4] werden im Folgenden aktualisierte Leitlinien für die Durchführung bronchialer Provokationstests mit Allergenen vorgestellt. Diese wurden durch Auswertung der verfügbaren Literatur in mehreren Expertentreffen formuliert. Neben präzisen Aussagen zu Indikationen, Kontraindikationen und Sicherheitsmaßnahmen werden drei Untersuchungsprotokolle, deren Evidenz als gesichert angesehen wird, detailliert beschrieben.Correspondence to:
PD Dr. med. Margot Henzgen
Funktionsbereich Pneumologie und Allergologie
Klinik für Innere Medizin IV
Klinikum der Friedrich-Schiller-Universität
Erlanger Allee 101
D-07740 Jena
Serie: Basiswissen Immunologie
Das Th1/Th2-Konzept
M. Lohoff
Abstract
M. Lohoff
Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene, Universität Marburg
Das Th1/Th2-Konzept wurde ursprünglich definiert auf der Basis von Zytokinmustern, die von CD4+ T-Zellklonen produziert werden. Inzwischen ist es offenkundig geworden, daß dieses Konzept ausgeweitet werden kann auf zwei sehr deutlich unterschiedliche Typen der Immunantwort unseres Immunsystems, die als T1 und T2 bezeichnet werden. Während sich T1-Antworten auf die Abwehr intrazellulärer Erreger beziehen, sind T2-Antworten für das Ausheilen von Infektionen mit extrazellulären Erregern, wie z.B. Würmern, erforderlich. In diesem Übersichtsartikel werden die Kennzeichen des Th1/Th2-Konzeptes, die gegenseitige Regulation dieser beiden Arten von T-Zellen und die Implikationen dieses Konzeptes für Immunität und Autoimmunität dargestellt.Correspondence to:
Prof. Dr. med. M. Lohoff
Institut für Medizinische
Mikrobiologie und Hygiene
Universität Marburg
Pilgrimstein 2
D-35037 Marburg