Jahrgang 25, No. 4/2002(April 2002)
|
Allergologie
Die Online-Versionen der Zeitschriften werden jeweils vor Erscheinen der Print-Ausgabe aktualisiert. Alle Inhalte dieser Website stehen Abonnenten der Zeitschrift nach einmaliger Registrierung ohne Mehrkosten zur Verfügung. Um die Artikel im PDF-Format betrachten zu können, benötigen Sie die Adobe Reader® Software.
|
| Preis für gesamte Ausgabe: 0.00$ |
 |
Originalarbeiten
Allergien: Quo vadis?
T. Frei
Abstract
T. Frei
Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie, Zürich
Die Veröffentlichung des 3. IPCC-Klimaberichts (Intergovernmental Panel on Climate Change) im Jahre 2001 hat auch die Auswirkungen der Klimaveränderung auf die menschliche Gesundheit beleuchtet. Dabei sind, neben einer Zunahme von verschiedenen Infektionskrankheiten, auch die Auswirkungen durch Allergien und Asthma beschrieben worden. Die vorliegende Studie nimmt Bezug auf diese globalen Veränderungen und untersucht die Auswirkungen in mitteleuropäischen Verhältnissen anhand der Schweiz. Dabei steht bei der Klimaveränderung insbesondere die Erhöhung der Lufttemperatur im Vordergrund. Dieser Parameter begünstigt, mit seinen Konsequenzen auf die Vegetation, nachweislich die Pollenproduktion und Pollenverbreitung und damit das Auftreten von Allergien. Hierdurch kann unabhängig von der genetischen Disposition oder menschlichen Verhaltensfaktoren (Hygiene, Ernährung, Stillgewohnheiten) auf eine weitere Zunahme von Allergien in der Zukunft geschlossen werden.Correspondence to:
Dr. sc. nat. ETH Th. Frei
Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie
CH-8044 Zürich
Originalarbeit
Epikutantest-Reaktionen auf Paraben-Mixe und ihre Aufschlüsselungen. Studien der Deutschen Kontaktallergie-Gruppe (DKG) und des Informationsverbundes dermatologischer Kliniken (IVDK), 1990 – 2000
W. Uter, A. Schnuch, J. Geier und M. Agathos
Abstract
W. Uter1, A. Schnuch1, J. Geier1 und M. Agathos2
1Informationsverbund Dermatologischer Kliniken, Universitäts-Hautklinik, Göttingen, 2Abteilung für Dermatologie und Allergologie, Krankenhaus München-Schwabing
Parabene werden sehr häufig als Konservierungsmittel in Externa, Interna und Lebensmitteln eingesetzt. Sie können Kontaktsensibilisierungen auslösen, vor allem bei Patienten mit Unterschenkelekzem. Von 1990 – 1994 wurde zur Diagnostik der Paraben-Allergie ein Mix aus 5 Parabenen (Benzyl-, Butyl-, Ethyl-, Methyl- und Propylparaben, je 3%) eingesetzt. Von den 23025 damit Getesteten wiesen 1,6% positive Reaktionen auf; bei Aufschlüsselungen (je 3% Konzentration) waren vor allem auf Benzylparaben, das wegen möglicher kanzerogener Wirkung inzwischen nicht mehr getestet wird, und Propylparaben Sensibilisierungen nachweisbar (bei 10 von 184 bzw. 13 von 616 Patienten). Die Sensitivität des Mixes in Bezug auf derart nachgewiesene Einzelstoff-Sensibilisierungen war mit 88% und die Spezifität mit 96% relativ gut, jedoch betrug der positive prädiktive Wert (PPV) nur 23%, d.h. es traten nach diesem Maßstab etwa ¾ “falsch-positive” Reaktionen auf. In einer folgenden DKG-Studie wurden 1286 Patienten mit oben genannten, zu ersetzendem Mix sowie 2 weiteren (4 ´ 3% und 4 ´ 4%) getestet; die Reaktionsquote betrug 2,1%, bzw. 1,2% und 1,5%. Die Sensitivität beider neuer Mixe war mit 47% bzw. 53% deutlich geringer, dafür war der PPV mit 44% bzw. 42% akzeptabler. Zwischen 1995 und 2000 wurden in den IVDK-Kliniken 51260 Patienten im Rahmen der Standardreihe mit dem 4 ´ 4% Paraben-Mix getestet, von denen 1,5% positive Reaktionen zeigten. Mit einer Aufschlüsselung waren 1270 dieser Patienten getestet worden, wobei die diagnostische Qualität des Mixes mit einer Sensitivität von 78% und einem PPV von 44% etwa der entsprach, die in der DKG-Studie gefunden wurde. Insgesamt erscheint die Diagnostik der Paraben-Kontaktallergie schwierig, nicht zuletzt, weil mehrere “Paraben-Paradoxa” die Beurteilung von epikutanen Testergebnissen anhand eines “Goldstandard”, wie etwa einem repetitiven offenen Applikationstest (ROAT) (auf gesunder Haut), erschweren. Auch wenn die Bewertung der Parabene durch diese diagnostischen Probleme erschwert wird, sind sie als vergleichsweise sichere Konservierungsmittel anzusehen, wenngleich dieser Vorteil durch die oft notwendige zusätzliche Konservierung mit anderen Bioziden – möglicherweise stärkeren Allergenen – teilweise wieder aufgehoben wird.Correspondence to:
Prof. Dr. med. W. Uter
Institut für Medizinische Informatik,
Biometrie und Epidemiologie
Universität Erlangen-Nürnberg
Waldstraße 6
D-91054 Erlangen
Originalarbeit
Vergleich des AllergyScreen (MEDIWISS Analytic, Moers) mit dem Hauttest (HAL, Düsseldorf – in-vivo) und dem CAP-System (Pharmacia, Freiburg – in-vitro)
W. Kersten
Abstract
W. Kersten
Institut für Umwelt- und Arbeitsmedizin, Moers
Screening-Untersuchungen mit Hilfe von Multiallergen-Kombinationen ermöglichen die Abklärung eines breiten Allergenspektrums im Serum und werden seit langer Zeit auf dem Markt angeboten. Dadurch wird der Nachweis einer Sensibilisierung je nach Testansatz nicht nur gegenüber einem Einzelallergen möglich, sondern auch gegenüber einer ganzen Allergengruppe. Hilfreich sind sie auch bei anamnestisch fraglichen Situationen und dem Zwang, mit vergleichbar geringen Serummengen Befunde zu erheben. Der Vergleich des AllergyScreen Konzeptes mit dem etablierten Einzelsystem von Pharmacia und dem Hauttest hat gezeigt, dass es sich um ein überzeugendens Verfahren handelt, um schnell, mit wenig Kosten- und minimalen Materialaufwand, ein umfangreiches, spezifisches Sensibilisierungsmuster eines Patienten zu erfassen, das über Einzelallergenbestimmungen zu aufwendig und zu kostenintensiv ist. Die Sensitivität und Spezifität des Systems liegt zur Hauttestung in sehr guter Näherung und entspricht der eines herkömmlichen Einzelallergensystems. Folgende Mittelwerte wurden berechnet: Sensitivität: Prick-Test/AllergyScreen: 95,1%; CAP-FEIA/ AllergyScreen: 84,3%; Prick-Test/CAP-FEIA: 95,8%; Spezifität: Prick-Test/AllergyScreen: 80,2%, CAP-FEIA/AllergyScreen: 95%; Prick-Test/CAP: 76,1%; Übereinstimmung: Prick-Test/AllergyScreen: 88,3%, CAP/AllergyScreen: 90,6%; Prick-Test/CAP-FEIA: 87,5%.Correspondence to:
Dr. med. W. Kersten
Institut für Umwelt- und Arbeitsmedizin
Uerdinger Straße 3
D-47441 Moers
Originalarbeit
Triggerung der atopischen Dermatitis durch Sporen des Austernpilzes Pleurotus pulmonarius
B. Fischer, N. Yawalkar, K.A. Brander, W.J. Pichler und A. Helbling
Abstract
B. Fischer1,2, N. Yawalkar1, K.A. Brander1, W.J. Pichler1 und A. Helbling1
1Allergologisch-Immunologische Poliklinik, Klinik für Rheumatologie, Klinische Immunologie und Allergologie, Inselspital, Bern, 2Schweizerisches Institut für Allergie- und Asthmaforschung (SIAF), Davos
Sporen des Ständerpilzes Pleurotus pulmonarius, einer Art des Austernpilzes oder -seitlings, kommen weit verbreitet in der Luft vor und sind als Auslöser von Inhalationsallergien bekannt. Neuere Studien zeigen, daß Inhalationsallergene wie Hausstaubmilben, Pollen und Tierhaare bei der Auslösung von Ekzemschüben bei einer Subgruppe von Patienten mit atopischer Dermatitis eine wichtige Rolle spielen können. Das Ziel der Studie war zu untersuchen, ob Sporen von P. pulmonarius ekzematöse Hautveränderungen vom verzögerten Typ bei atopischen Patienten – im speziellen bei Patienten mit einem atopischen Ekzem – auszulösen vermögen. 65 Probanden wurden prospektiv in vier Gruppen mit atopischer Dermatitis oder Inhalationsallergie unter Berücksichtigung der Pricktest- Reaktivität auf einen P. pulmonarius-Extrakt unterteilt. Zwanzig Nichtatopiker dienten als Kontrollpersonen. Als Atopie-Patch-Test wurde ein P. pulmonarius-Sporen-Extrakt mit einer Konzentration von 1,35 mg Protein pro Gramm Vaseline verwendet und nach 48 und 72 Stunden abgelesen. Von den Patienten mit einer atopischen Dermatitis wiesen 12 von 37 (32%) eine positive Atopie-Patch- Test-Reaktion auf den P. pulmonarius-Sporen-Extrakt auf; davon hatten 7/13 (54%) einen positiven Pricktest auf den P. pulmonarius-Extrakt. Im Kollektiv mit einer Inhalationsallergie und positivem Pricktest auf den Pleurotus-Extrakt reagierte 1 Patient mit bekanntem Asthma positiv auf den Atopie- Patch-Test. Keine Spätreaktionen auf diesen Sporenextrakt wurde bei den nichtatopischen Kontrollen wie auch beim Kollektiv mit einer Inhalationsallergie aber negativem Pricktest auf P. pulmonarius-Sporen-Extrakt beobachtet. Unsere Resultate zeigen, daß Sporen des Austernpilzes P. pulmonarius eine Reaktion vom verzögerten Typ, welche mit einem akuten Ekzem vereinbar ist, auslösen können, besonders bei Patienten mit einer atopischen Dermatitis. Außerdem konnte gezeigt werden, daß positive Spättypreaktionen auf diesen Sporenextrakt vermehrt bei Patienten mit aerogenem Ekzemmuster der atopischen Dermatitis beobachtet werden.Correspondence to:
PD Dr. med. A. Helbling
Allergologisch-Immunologische Poliklinik
Klinik für Rheumatologie, Klinische Immunologie
und Allergologie
Inselspital
CH-3010 Bern
Leitlinie
Leitlinie für die Durchführung bronchialer Provokationstests mit Allergenen
E. Gonsior†, M. Henzgen, R.A. Jörres, R.F. Kroidl, R. Merget, F.-W. Rifflmann und G. Wallenstein
Abstract
E. Gonsior†1, M. Henzgen2, R.A. Jörres3, R.F. Kroidl4, R. Merget5, F.-W. Rifflmann6 und G. Wallenstein7
Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie, 1Abteilung für Innere Medizin, Klinik Kurhessen, Bad Sooden-Allendorf, 2Pneumologie und Allergologie/Immunologie der Klinik für Innere Medizin IV, FSU Jena, 3Krankenhaus Großhansdorf, 4Stade, 5Berufsgenossenschaftliches Forschungsinstitut für Arbeitsmedizin, Bochum, 6Abteilung Allergologie, Fachkrankenhaus Kloster Grafschaft, Schmallenberg, 7Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Berlin
In Überarbeitung der 1984 erstmals veröffentlichten Leitlinien für die Durchführung von bronchialen Provokationen [28] und nach kürzlicher Erstellung von Leitlinien für Provokationstests mit pharmakologischen Substanzen [4] werden im Folgenden aktualisierte Leitlinien für die Durchführung bronchialer Provokationstests mit Allergenen vorgestellt. Diese wurden durch Auswertung der verfügbaren Literatur in mehreren Expertentreffen formuliert. Neben präzisen Aussagen zu Indikationen, Kontraindikationen und Sicherheitsmaßnahmen werden drei Untersuchungsprotokolle, deren Evidenz als gesichert angesehen wird, detailliert beschrieben.Correspondence to:
PD Dr. med. Margot Henzgen
Funktionsbereich Pneumologie und Allergologie
Klinik für Innere Medizin IV
Klinikum der Friedrich-Schiller-Universität
Erlanger Allee 101
D-07740 Jena
Kurzvorträge
XVIII. Jenaer Colloquium Allergologicum: Tagung der Regionalgruppe Thüringens des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen in Zusammenarbeit mit dem Landesverband Thüringen der Pneumologen e.V. – Jena, 27. April 2002
Vorsitzende: Prof. Dr. Dr. C. Kroegel, PD Dr. M. Henzgen und Prof. Dr. P. Elsner, Jena
Abstract
Vorsitzende: Prof. Dr. Dr. C. Kroegel, PD Dr. M. Henzgen und Prof. Dr. P. Elsner, Jena