DOI 10.5414/NHP36303

Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Jahrgang 36 - August 2007 (303 - 309)

Die Bedeutung nicht traditioneller Risikofaktoren für Atherosklerose und Gefäßveränderungen bei chronischer Niereninsuffizienz

B. Karpe1, K. Benz1, V. Campean1, D. Neureiter2, F. Runck4, C. Garlichs2, B. Nonnast-Daniel4, K. Hilgers4, K. Amann1
Pathologische Institute, 1 Universität Erlangen-Nürnberg, 2 Universität Salzburg, Medizinische Klinik 3 II, 4 IV, Universität Erlangen-Nürnberg

Abstract

Kardiovaskuläre Komplikationen stellen bei Patienten mit chronischen Nierenerkrankungen (CKD) und speziell chronischer Niereninsuffizienz ein großes klinisches Problem dar. Sie sind nach wie vor die Haupttodesursache dieser Patienten und verantwortlich für ca. 40-50% aller Todesfälle. Das kardiovaskuläre Mortalitätsrisiko ist somit bei CKD-Patienten mehr als 20-fach höher als in alters- und geschlechtsgleichen Segmenten der Normalbevölkerung und sogar noch deutlich höher als bei Patienten mit Diabetes mellitus. Über eine exzessiv hohe Rate an Myokardinfarkten wurde bei Patienten mit CKD ebenfalls immer wieder berichtet. Bemerkenswert ist hieran, dass nicht nur die Prävalenz eines Myokardinfarktes, sondern auch das Risiko, an diesem zu versterben, bei Patienten mit CKD signifikant höher sind als in der nierengesunden Bevölkerung. Die exzessiv hohe kardiovaskuläre Morbidität und Mortalität lässt sich allerdings nicht nur durch eine bei CKD fortgeschrittene Koronararteriensklerose mit konsekutivem Myokardinfarkt erklären, da die Prävalenz von Koronarplaques in klinischen und autoptischen Untersuchungen lediglich bei ca. 30% liegt. Weiterhin ist zu bedenken, dass bei CKD-Patienten der plötzliche Herztod und die chronische Herzinsuffizienz weit häufiger sind als Myokardinfarkte. Dies deutet darauf hin, dass bei CKD zusätzlich zu klassischen atherosklerotischen Veränderungen und deren Komplikationen auch nicht-koronare Faktoren eine wichtige Rolle spielen. Hier wären v.a. Unterschiede in der Pathogenese, Morphologie und Verlauf der Läsionen in der Aorta und den großen Körperschlagadern unter den Bedingungen der chronischen Niereninsuffizienz zu nennen. Insbesondere könnten eine vermehrte Plaque- und Mediakalzifikationen durch Einfluss nicht-klassischer Risikofaktoren wie chronische Mikroinflammation, vermehrter Anfall von oxidativem Stress, Einfluss von Angiotensin II, etc. bei CKD eine wichtige Rolle spielen.

Author Details

Authors

  • B. Karpe1
  • K. Benz1
  • V. Campean1
  • D. Neureiter2
  • F. Runck4
  • C. Garlichs2
  • B. Nonnast-Daniel4
  • K. Hilgers4
  • K. Amann1

Departments

  • Pathologische Institute,
  • 1 Universität Erlangen-Nürnberg,
  • 2 Universität Salzburg, Medizinische Klinik
  • 3 II,
  • 4 IV, Universität Erlangen-Nürnberg

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