DOI 10.5414/ALP25326

Allergologie, Jahrgang 25 - Juni 2002 (326 - 332)

Einfluß der spezifischen, subkutanen Immuntherapie mit Pollenextrakten auf die assoziierte Nahrungsmittelallergie. Eine retrospektive Analyse von 72 Patienten

K. Baumann1, F. Roessler2, G. Müllner3, W.J. Pichler1, A. Helbling1
1 Allergologisch-Immunologische Poliklinik, Klinik für Rheumatologie, Klinische Immunologie/Allergologie, Inselspital Bern, 2  Fachpraxis, St. Gallen, 3  Löwenpraxis, Luzern

Abstrakt

Während die Effektivität der spezifischen Immuntherapie (SIT) bei der Pollenallergie als etabliert gilt, ist deren Wirkung auf die pollenassoziierte Nahrungsmittelallergie, speziell das orale Allergiesyndrom (OAS), weniger klar. Wir untersuchten in einer retrospektiven Studie den Erfolg der SIT mit Pollenextrakten auf das OAS. Zusätzlich suchten wir nach Parametern, die eine Prognose für die OAS-Veränderung bei Patienten mit SIT zulassen. 72 pollenallergische Patienten (39 männlich und 33 weiblich mit einem durchschnittlichen Alter von 32 Jahren) mit einem OAS, die sich im Mittel 2,0 Jahre einer SIT unterzogen, wurden mittels eines standardisierten Fragebogens befragt. Zur Kontrolle dienten 40 pollenallergische Patienten mit OAS ohne SIT (17 männlich und 23 weiblich mit einem durchschnittlichen Alter von 29 Jahren). 38 von den 72 SIT-behandelten Patienten (53%) gaben eine Besserung des OAS an; bei 23 (32%) blieb das OAS unverändert und bei 11 (15%) wurde eine Zunahme vermerkt, wobei vor allem Nüsse involviert waren. In der Kontrollgruppe realisierten nur 3 (8%) eine Besserung; 20 von ihnen (50%) beurteilten das OAS als unverändert und 17 (42%) verzeichneten sogar eine Zunahme. Zusammenfassend ergab die Untersuchung, daß mittels SIT ein assoziiertes OAS bei über der Hälfte der Patienten zum Verschwinden gebracht werden kann. Andererseits konnte in 15% der SIT-Behandelten eine Ausweitung des Nahrungsmittelspektrums, resp. der Symptomatologie, festgestellt werden. Günstig scheint das OAS auf eine SIT anzusprechen, wenn die Patienten älter als 20 Jahre sind, eine klinisch relevante Birkenpollenallergie haben und ein intensives OAS aufweisen. Mißerfolge beim OAS scheinen eher aufzutreten, wenn eine SIT gleichzeitig mit Birken- und Gräserpollen durchgeführt wird.

Autor Korrektur

Autoren

  • K. Baumann1
  • F. Roessler2
  • G. Müllner3
  • W.J. Pichler1
  • A. Helbling1

Abteilungen

  • 1 Allergologisch-Immunologische Poliklinik, Klinik für Rheumatologie, Klinische Immunologie/Allergologie, Inselspital Bern,
  • 2  Fachpraxis, St. Gallen,
  • 3  Löwenpraxis, Luzern

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